Schwerpunkt-Aktion zum Anlegerschutz

10. Juni 2009, 16:02
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Unerlaubtes Halten von Kundengeldern durch Wertpapierfirmen wird stichprobenartig überprüft

Wien - Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat eine Schwerpunktaktion zum Anlegerschutz gestartet. Dabei wird stichprobenartig überprüft, ob Wertpapierfirmen und Wertpapierdienstleistungsunternehmen das Verbot Kundengelder zu halten auch einhalten.

Unterstützung erhofft sich die FMA von den Kunden der Wertpapierfirmen. Diese wurden ersucht, der FMA anhand eines Fragebogens bekanntzugeben, welche Veranlagungsprodukte sie über einen bestimmten Wertpapierdienstleister erworben haben und auf welche Konten sie die zu veranlagenden Gelder überwiesen haben.

"Ziel der Schwerpunkt-Aktion ist es, stichprobenartig die Einhaltung des Verbotes des Haltens von Kundengelder durch Wertpapierfirmen und Wertpapierdienstleistungsunternehmen zu überprüfen", so FMA-Vorstand Kurt Pribil am Montag in einer Aussendung. Laut Wertpapieraufsichtsgesetz 2007 ist es den Wertpapierdienstleistern zum Schutz der Kunden nicht erlaubt, bei Anlageberatung oder Vermittlungstätigkeit Geld oder Wertpapiere entgegenzunehmen.

Keine Weitergabe an Steuerbehörden

"So dürfen etwa die für das Unternehmen tätigen Personen (Geschäftsleiter, Angestellte, Berater etc.) die vom Kunden zum Zweck des Ankaufes von Finanzinstrumenten zu veranlagenden Gelder nicht persönlich entgegen nehmen bzw. auf deren Privatkonten überweisen lassen. Auch eine Überweisung derartiger Gelder auf ein Firmenkonto des Unternehmens ist nicht zulässig," erläutert die FMA.

Die Auswahl der Unternehmen, die kontrolliert werden, sei per Zufallsstichprobe und nicht aufgrund konkreter Verdachtsmomente erfolgt. Die Antworten der Kunden werden streng vertraulich behandelt, so FMA-Vorstand Helmut Ettl. "Insbesondere ist es gesetzlich untersagt, diese Angaben an die Steuerbehörde weiterzuleiten."

Das unerlaubte Halten von Kundengeldern war bei der Pleite des Wertpapierdienstleisters AMIS verhängnisvoll. Der ehemals größte österreichische Finanzdienstleister AMIS ging im November 2005 in Konkurs. Der Schaden für die über 15.000 AMIS-Anleger in Österreich und Deutschland betrug rund 65 Mio. Euro. (APA)

 

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