"Ununbium" ins Periodensystem der Elemente aufgenommen

10. Juni 2009, 18:47
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Die bisherige Bezeichnung ist noch nicht der künftige Name, die Eigenschaften des Elements wurden 13 Jahre nach seiner Erstentdeckung aber bestätigt

Darmstadt - Im chemischen Periodensystem gibt es ein neues superschweres Element: Mehr als 13 Jahre nach seiner Entdeckung am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung ist der Nachweis des Elementes 112 nun offiziell bestätigt worden. Der internationale Chemiker-Verband IUPAC (International Union of Pure and Applied Chemistry) habe den Forschungsleiter Prof. Sigurd Hofmann über die Bestätigung informiert, teilte das Helmholtzzentrum in Darmstadt am Mittwoch mit. Eine Bestätigung dauert deshalb so lange, weil dafür umfangreiche Gegentests notwendig sind. Das Element mit der Ordnungszahl 112 ist 277 Mal schwerer als Wasserstoff.

Die massereichen Elemente sind so schwer nachzuweisen, weil sie nur einen Bruchteil einer tausendstel Sekunde existieren und dann zerfallen. Sie entstehen beispielsweise im Inneren von Sternen. Um so ein Riesenatom auf der Erde zu erzeugen, werden zwei leichtere Atomkerne (in diesem Falle Zink und Blei) in einer Beschleunigeranlage aufeinandergeschossen und miteinander verschmolzen. Dies erfordert immens viel Energie, die zudem exakt dosiert sein muss.

"Wir freuen uns sehr, dass nun auch das sechste und somit alle bei uns in den letzten knapp 30 Jahren entdeckten Elemente offiziell anerkannt sind", sagte Hofmann in der Mitteilung. Nun sollen die Entdecker innerhalb der nächsten Wochen einen Namen für das neue Element finden, denn die Bezeichnung "Ununbium" (eine lateinische Ableitung aus der Ordnungszahl) ist nur eine vorläufige, ebenso das Kürzel "Uub". Der Vorschlag wird dann von der IUPAC geprüft.  (APA/dpa/red)

 

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