Frankfurter Buchmesse bleibt langfristig vor Ort

10. Juni 2009, 15:00
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"Abwanderungsgelüste gestoppt" - Abgeänderter Vertrag bis 2022 abgeschlossen


Frankfurt/Main - Die Buchmesse bleibt bis zum Jahr 2022 in Frankfurt. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, sei ein entsprechender Vertrag zwischen der Messe, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Stadt geschlossen worden. Im vergangenen Jahr feierte die Frankfurter Buchmesse ihr 60-jähriges Bestehen. Sie gilt mit mehr als 7000 Ausstellung aus 100 Ländern und knapp 300.000 Besuchern als Leitmesse der Branche.

Die Verhandlungen über eine Fortsetzung des ursprünglich bis zum Jahr 2010 befristeten Vertrags dauerten fast zwei Jahre. Dieser beinhaltet jetzt wegen seiner langen Laufzeit ein Sonderkündigungsrecht für alle Beteiligten. Einzelheiten dazu nannte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, Michael von Zitzewitz, nicht. Organisiert wird die weltgrößte Bücherschau von einer Tochtergesellschaft des in Frankfurt ansässigen Börsenvereins.

Börsenvereinsvorsteher Gottfried Honnefelder betonte, die Voraussetzungen für die Buchmesse seien in keiner anderen Stadt besser: "So ist Frankfurt seit 60 Jahren Mittelpunkt des deutschen Buchlebens und wird das auch weiterhin sein." Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) sagte, mit dem abgeänderten Vertrag habe man "Abwanderungsgelüste zum Stoppen gebracht".

Buchmessen-Chef Juergen Boos gilt seit langem als engagierter Befürworter des Standorts Frankfurt - allein schon wegen der hervorragenden verkehrstechnischen Anbindung. Boos' Vorgänger Volker Neumann hatte im Jahr 2003 mit dem Weggang der Messe nach München gedroht, weil die Stand- und Hotelpreise in Frankfurt zu hoch seien. In der Folge einigte sich dann die Buchmesse doch mit Stadt und Messe auf einen neuen Vertrag. Neumann musste 2005 dann seinen Posten räumen.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte im Oktober 2008 endgültig entschieden, in Frankfurt zu bleiben und bis Ende 2011 in ein neues Gebäude einzuziehen. In den vergangenen Jahren war im Verband mehrfach über einen möglichen Umzug nach Leipzig oder Berlin diskutiert worden. Der Börsenverein hat zusammen mit seinen Tochtergesellschaften rund 320 Beschäftigte. (APA/dpa)

 

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