IG Windkraft kritisiert Ökostromgesetz-Flaute

10. Juni 2009, 13:44
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Windkraft-Produzenten: Produktion könnte verdreifacht werden

Weiden am See - Dringenden Handlungsbedarf in Sachen Ökostromgesetz orten Österreichs Windkraft-Produzenten: 618 Windkraftanlagen liefern bundesweit derzeit eine Leistung von 995 Megawatt (MW). Pro Jahr werden rund zwei Mrd. kWh Strom produziert. Bei der Leistung wäre allerdings eine Verdreifachung möglich, so Stefan Hantsch, Geschäftsführer der IG Windkraft, heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz in Weiden am See. Während die Windenergie weltweit jährlich um 30 Prozent wachse, gebe es in Österreich eine Stagnation.

In Europa war Windenergie in den vergangenen zwei Jahren beim Kraftwerksausbau bereits die Nummer Eins, so Hantsch. In China, wo es besondere Ausbaupläne gebe, habe sich die Windkraftleistung bereits zum dritten Mal hintereinander verdoppelt. Ganz anders sei dies derzeit in Österreich. Im Gefolge des Ökostromgesetzes 2003 habe es "sehr gute Jahre" zum Ausbau gegeben. Seit der Novelle im Jahr 2006 gebe es jedoch einen "totalen Stillstand", das Gesetz komme nicht mehr in Fahrt.

Hantsch kritisierte, dass diese Novelle, die "einige Verbesserungen gebracht hätte", noch immer nicht in Kraft sei. Das Problem dabei sei nicht die Förderung für Windenergie, sondern der neu eingeführte Kostendeckel für einige große Industriebetriebe: "Hier werden wir de facto in Geiselhaft genommen."

Geringere Kostenbeiträge einiger Industriebetriebe im Ausmaß von 15 bis 20 Mio. Euro müssten durch etwas höhere Beiträge von anderen Unternehmen oder von Haushaltskunden ausgeglichen werden. Durch die Verzögerung der Novelle stünden alleine heuer Investitionen in einer Größenordnung von 500 Mio. Euro auf dem Spiel. Das wären 2.500 Arbeitsplätze, die bei den Neuinvestitionen in Windkraftanlagen oder sonstige Ökostromanlagen geschaffen werden könnten: "Alles das steht, weil es eben diese Diskussion noch immer gibt für die Deckelung."

Zwischenlösung

Als Zwischenlösung forderte Hantsch, jene Teile der Ökostromförderung, die für den weiteren Ausbau wichtig seien, dringend in Kraft zu setzen: "Das kann Österreich alleine, da hat die EU das O.K. gegeben."

Um die Leistung zu verdreifachen, seien etwa 1.100 Anlagen erforderlich. Damit wären rund zehn Prozent des gesamtösterreichischen Strombedarfs abgedeckt. Im Ökostromgesetz sei vorgesehen, bis 2015 rund 700 MW weiteren Windkraftausbau zu leisten. Etwa 40 Prozent davon könnten auf das Burgenland entfallen, das mit seinen reichen Windressourcen eine "Vorzeigeregion" darstelle und bereits 50 Prozent seines Strombedarfes aus Winderegie abdecke.

In Österreich gebe es im Bereich der Windkraft etwa 2.500 Arbeitsplätze in der Windkraft. Pro Jahr wird im Ausmaß von rund 300 Mio. Euro exportiert - beispielsweise Flügelmaterial, Generatoren oder Steuerungen. Einige der heimischen Unternehmen seien sogar Weltmarktführer. (APA)

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