Protestabend im MQ - 1.340 Personen haben schon zugesagt

10. Juni 2009, 13:49

"Dauerfahrradschieber", "Blasmusikkapellen" und Müllsäcke gesucht - Teilnehmer sind aufgerufen, eigene Getränke mitzubringen

Wien - Ungeachtet beschwichtigender Aussagen der Museumsquartier-Leitung regt sich der Protest gegen das Verbot von mitgebrachtem Essen, Alkohol, Radfahren und Musikhören im Wiener Museumsquartier.

1.340 Personen haben bereits zugesagt

Die sich auf der Onlineplattform Facebook formierende Widerstandsgruppe "Freiheit im MQ!" mit 14.000 Mitgliedern hat mittlerweile einen Fragenkatalog an Direktor Wolfgang Waldner geschickt, will aber in jedem Falle am 13. Juni einen Protestabend im Areal veranstalten. Hierzu haben bereits 1.340 Personen zugesagt.

Fragenkatalog

Der Fragenkatalog umfasst unter anderem die Möglichkeit, Radfahren in Schrittgeschwindigkeit und das Mitnehmen einer Gitarre zu erlauben und hinterfragt die genauen Befugnisse des Wachpersonals im MQ-Gelände. "Solange diese Fragen nicht ausreichend beantwortet werden, wird unser Protest weiter gehen", heißt es. Die Demonstration für Samstag werde  in jedem Falle stattfinden, um klarzustellen, dass man die neue Hausordnung niemals akzeptieren werde.

"If you want to sing out"

Das Treffen ist um 19.00 Uhr vor dem Haupteingang des Museumsquartiers geplant. Die Protest-Gruppe will dann mit dem Cat-Stevens-Klassiker "If you want to sing out" einziehen, dessen Refrain mit "You can do what you want" beginnt. Teilnehmer sind aufgerufen, eigene Getränke mitzubringen. Gesucht werden auch "Dauerfahrradschieber", "Blasmusikkapellen" und Müllsäcke, um keinen Anlass zur Kritik zu liefern.

Kontroverse durch "Überreaktion des Personals"

MQ-Direktor Wolfgang Waldner hatte am Mittwoch gegenüber Medien bereits betont, dass man gegenüber Jugendlichen, die friedlich ihr selbst mitgebrachtes Bier tränken, nicht einschreiten, sondern lediglich Exzessen vorbeugen wolle. Eine "Überreaktion des Personals" habe zur Kontroverse geführt.

Die Museumsquartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft hat zuvor die neue Hausordnung mit verschärften Kontrollen damit begründet, dass es immer häufiger zu Unfällen zwischen Radfahrern und Fußgängern, zu Exzessen und verstärktem Müll gekommen sei. Das Verbot mitgebrachter alkoholischer Getränke sei von der Polizei und Anrainer gemeinsam gefordert worden. Das MQ sei rechtlich gesehen Privatgrund mit öffentlichem Durchgangsrecht, wurde betont. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
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wolf_vienna
00
18.6.2009, 13:34
Demo für Alkoholismus oder was?

Es ist imposant zu lesen, wieviele Menschen (Jugendliche) sich dafür einsetzen, ihren Besäufnisplatz erhalten zu können. Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, wie ihr euch hier präsentiert und welche Lachnummer ihr seid. Feiern ohne Besäufnis ist wohl nicht, oder?

Radi Ator
00
11.6.2009, 15:53
der großteil der teilnehmer

fährt bereits im tranklerporsche vor?

ranchorelaxo
40
11.6.2009, 10:40

kindergarten programm...kopfschüttel

Guy Montag
93
11.6.2009, 09:57
bobosorgen

wenn ihr dann fertig werdet mit euren kunststudien, dann werdet ihr bemerken in welch trister wirtschaftlicher lage sich das land befindet und wie schwer es ist einen job zu finden. aber davon hat der bobo jetzt noch keine ahnung und konzentriert seine energien voll auf die freiheit im mq, auf die wirklich wichtigen dinge in der gesellschaft und für die zukunft wird aber fahrlässierweise vergessen, also eine art softprotest im innenhof des mq. und dann wundert sich der bobo warum die f. so stark ist, man hat sich doch politisch so stark engagiert und ist der facbookgruppe beigetreten-es gibt also praktische einen beweis der boboheldentaten auf facebook-und damit ist man zertifizierter weltverbesserer und hat sich nichts vorzuwerfen.

adjua
01
12.6.2009, 00:57
Gehässiger Unsinn, stimmt genau

Gerade weil die wirtschaftlichen Zeiten schlecht sind, muß die Kommerzialisierung des öffentlichen Raums unterbunden werden - die auch in so genannten "Privatgründen".

Bin übrigens gerne im MQ, obwohl weder jung noch kunststudierend noch über arbeitsloses Einkommen verfügend.

Quasis Herr Karl
00
11.6.2009, 17:34
Schreiben Sie doch nicht so einen gehässigen Unsinn.

Ich kenne genügend Menschen die keine Studium absolviert haben, (mich eingeschlossen), auch sonst "nix Besseres" sind, aber gerne im MQ sind. Über mein politisches und soziales Engagement auch in anderen Fragen machen Sie sich nur mal keine Sorgen.

inframan vs. vaycha shanka vulgo motra
00
11.6.2009, 18:01

bin zwar selber nicht so gern im mq, möchte mich mit verlaub aber trotzdem ihrer schön formulierten auffassung des oben geschilderten anschließen. vielen dank.

Quasis Herr Karl
00
11.6.2009, 18:14
Danke. mfG QHK

Ramirez
00
11.6.2009, 15:21

als ob ein nennenswerter bruchteil der mq-besucher kunststudenten wäre - keine ahnung haben aber hauptsache deine vorurteile bedienen!

ps: bin nicht (mehr) student, arbeite und fühle mich beim offenen publikum um mq ausgesprochen wohl

Raphae1
12
11.6.2009, 13:43

Gerade weil sich das Land in trister wirtschaftlicher Lage befindet und es schwer geworden ist einen Job zu finden, ist es um so wichtiger, dass es in der Stadt Freiräume ohne Konsumzwang gibt. Zusätzliche soziale Isolation von Arbeitslosen macht deren Situation nicht leichter.

Schon Martin Luther King Jr. wußte: "We have socialism for the rich and free enterprise capitalism for the poor."

ich anonym
13
11.6.2009, 10:55
schön

dass sie sich über die aktionen von anderen so auslassen (=sudern).
frage: haben sie gegenvorschläge? verbesserungswünsche?
oder wollten sie einfach nur ihren frust ablassen?

Guy Montag
10
11.6.2009, 11:05
das posting enthält das wesentliche

wenn sie es nicht verstehen, so ist dies das ihre

ich anonym
01
11.6.2009, 15:05
Also doch

nur sudern...

Ernst Guevara
01
11.6.2009, 08:28
eines sei auch einmal gesagt,

ich halte es für keine gute idee, sich für eine politische aktion vorher anzukündigen, also vielleicht auch noch irgendwo im internet zu registrieren und dann vorher kundtun, dass man beabsichtigt, an einer politischen aktion teilzunehmen. einfach hingehen und politisch aktiv werden, ohne sich vorher per internet zu "outen" wäre vernünftiger. man muss der polizei die eigenen daten nicht auch noch auf dem präsentierteller überreichen. denn als geübter demogeher weiss man ja, die stapo betätigt sich seit jeher als überwachungsorgan zur kontrolle von politischen einstellungen, insbesondere von dissidenten meinungen, in österreich. also ein bisschen mehr bewusstsein und sensibilität für den datenschutz bitte!

Raphae1
00
11.6.2009, 13:49
politischen Einstellungen

Etwas weniger Paranoia würde Dir gut tun. Wir sind in Österreich noch nicht so weit, dass politischen Einstellungen verfolgt werden. Seine Meinung öffentlich zu outen ist auch ein wichtiges ein Bürgerrecht, das politischen Protest erst ermöglicht.

bering1
00
13.6.2009, 13:41
So etwa...

...wurden ja auch diverse mitglieder des tierschutz-vereins vgt aufs aller verständnisvollste, juridisch korrekteste und demokratisch legitimierteste behandelt. Ein schelm, wer hierbei an behördlicherseits exekutierte privatinteressen diverser niederösterreichischer jagdverbände, versicherungen und textilmillionäre dächte. Derlei Beispiele gibt es zuviele um von ausnahmen auszugehen: ja wir leben unwiderruflich im besten aller demokratischen staaten & wer anderer meinung ist, verdient es daher auch, ohne weiterer begründung verhaftet, weggesperrt, verurteilt und in seiner existenz gründlich vernichtet zu werden!

Ernst Guevara
00
12.6.2009, 06:41
ja klar,

aber es ist ein unterschied, ob ich einfach meine meinung sage oder ob ich im internet konkret ankündige, wer wo wann und wie gedenkt, politisch aktiv zu werden! es genügt doch ein allgemeiner aufruf, dass es die aktion gibt und möglichst viele hinkommen sollen. wozu braucht man da das individuelle "outing" in sozialen netzwerken? es geht hier doch nicht um paranoia, sondern einfach um bewusstseinsschaffung, sensibilität und basisstandards für die sicherheit der politisch aktiven menschen in österreich.

Raphae1
00
12.6.2009, 17:04

Das persönliche Outing gibt dem ganzen zusätzliches Gewicht (ähnlich einer Unterschriftenliste). Außerdem weiß ich jetzt, dass da morgen einiges los sein wird, wenn 1760 Personen kommen.

grashopper
00
11.6.2009, 09:42
anstifung zum ungehorsam wird besonders verfolgt!

dich haben wir sowieso schon lange auf unserer liste. mit deiner akte können wir dich jederzeit hops nehemen. wir warten nur auf die richtige (politische) gelegenheit. glück auf!

Ernst Guevara
00
11.6.2009, 09:55
höchstens ein lauwarmer versuch,

die freiheit des wortes durch polizeistaatliche, also demokratiepolitisch nicht akzeptable, rhetorik einschüchtern zu wollen. eure zeit ist 1945 dank der vereinten kraft alliierter streitkräfte zu ende gegangen!

Guy Montag
00
11.6.2009, 10:55
das verteilen von godwin points ist anzeichen geistiger puberät

r.wikipedia.org/wiki/Loi_de_Godwin

postingsnamen mit maximal 51 zeichen
00
11.6.2009, 07:26
"Freiheit im MQ!"

Wer sich selbst einsperrt wird nie frei sein.

Trotzdem kommen noch 5 Personen die sich gleich hier im standard eintragen.

Buxo_1871
41
11.6.2009, 02:01
Prinzip oder Boboismus

Ich weiß nicht genau, was ich davon halten soll, weil mir eine normkonforme Hausordnung genauso recht ist, wie die Auflehnung dagegen. Aber die Frage ist, ob jene Akteure dieser Aktion, der Logik des Prinzips folgend, ihren Protest auch in anderen halböffentlichen Räumen fortsetzen würden, wie zB in Bahnhofsarealen, Einkaufszentren, ... etc.? Oder geht es hier nur um die "egoistische" Verteidigung von etwas boboesken Lebensraum?

Speedle
01
11.6.2009, 05:46

Natürlich sind Bahnhofsareale und Einkaufszentren wesentlich gemütlicher als das Museumsquartier.

el coco loco
84
10.6.2009, 20:03
Jööö...

Spiel' ma Revolution? Süß.

Einsicht null.

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