"Kohl soll Beiweise liefern"

10. Juni 2009, 18:36
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Österreicher hatte in einem Interview mit der französischen "Equipe" Kollegen des Dopings beschuldigt, der Präsident der Radsportler will das so nicht hinnehmen

Paris  - Cedric Vasseur, der Präsident der Vertretung der Profi-Radsportler, hat Bernhard Kohl nach dessen schweren Anschuldigungen gegenüber der Radsport-Szene aufgefordert, "Beweise zu liefern". Die Aussagen Kohls in der französischen Sporttageszeitung "L'Equipe" (Dienstag-Ausgabe),  seien leicht zu beurteilen. "Man begreift seine Verteidigung, die zweifellos durch seine Anwälte diktiert wird. Aber das sind ernste Anklagen, die nicht ohne Folgen bleiben sollten", meinte Vasseur gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP. "Er versucht, sich freizusprechen, indem er sagt, dass es die anderen wie er machen. Andere Fahrer vor ihm haben diese Strategie in derselben Situation auch bereits benutzt." 

So nicht

Kohl hat am Mittwoch in einer Presseaussendung ihm zugewiesene Zitate in der "L'Equipe" zurückgewiesen und angekündigt, rechtliche Schritte eingeleitet zu haben. Der Niederösterreicher erklärte, dass zwei Zitate in einem L'Equipe-Artikel vom Dienstag, der von der Deutschen Presseagentur ausgewertet worden ist, nicht den Tatsachen entsprechen würden.

Kohl erklärte, dass folgende ihm unterstellte Zitate in dem Interview niemals gefallen sind: "Die ersten Zehn der Tour de France hätten positiv getestet werden können", und: "Seltsamerweise wurden nur drei erwischt. Viel mehr haben es genommen."

"Sehr wohl" gesagt habe er, dass Top-Leistungen im Spitzensport, wie bei der Tour de France, ohne Doping schwer vorstellbar sind.  Das allerdings sind im Vergleich mit einer Pressekonferenz am 25. Mai in Wien (und überhaupt) keine Neuigkeiten.

Unregelmäßige Blutwerte bei Kohl

Zu Wort meldete sich in dieser Causa auch Jonathan Vaughters, der Manager des Rennstalls Garmin-Slipstream. Dass der Niederösterreicher die Wirksamkeit von biologischen Pässen infrage gestellt hatte, sei so nicht richtig. So sei Kohl laut Vaughters bei Garmin im Gespräch gewesen, von einer Verpflichtung sei aufgrund unregelmäßiger Blutwerte dann aber Abstand genommen worden.

"Wir haben mit seinem Manager gesprochen und die UCI-Testwerte verlangt. Normalerweise sendet die UCI die Resultate mit Genehmigung des Fahrers. In diesem Fall hat uns der Manager einige Resultate per E-Mail geschickt. Das war eine Aktion, die nicht den Standards entsprach und wir haben unser Interesse verloren", meinte Vaughters. Der inzwischen zurückgetretene Kohl sei wenig später positiv auf CERA getestet worden.

Vaughters stellte jedoch auch klar, dass er die Offenheit des Österreichers unterstütze. "Ich applaudiere Kohls' Transparenz und seiner Bereitschaft, der WADA und anderen Anti-Doping-Maßnahmen zu helfen."(APA/AFP)

 

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    Cedric Vasseur: "Das Problem ist, dass er der einzige der Top Ten ist, der positiv war."

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