Womit füllt Apple die MacBook-Lücke?

14. Juni 2009, 09:34
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Lässt Apple das MacBook als letzten Vertreter der Plastik-Generation verwaisen, oder ist damit eine neue Kategorie für günstigere Geräte geschaffen?

Am Montag hat Apple alle 13 Zoll großen Unibody-MacBooks zu MacBook Pros befördert. Unter dem Dach der Pro-Serie sind nun zwei 13-Zöller, drei 15-Zöller und ein 17-Zoll-Modell vereint. Den schlichten Namen MacBook trägt mittlerweile nur mehr der weiße Plastik-Laptop - mit 949 Euro Apples günstigstes Notebook. Hat Apple mit der Umschlichtung selbst einen Hinweis auf ein Netbook-artiges Gerät gegeben? Nur wenige Tage nach der Keynote der WWDC läuft die Gerüchtemaschine mit unverminderter Energie weiter.

Bessere Ausstattung

Dass Apple die silbernen Unibody-MacBooks in die Pro-Serie gehievt hat, ist nur logisch. Auf der einen Seite sind die 13-Zöller mit den neuen Ausstattungsoptionen näher dran an den alteingesessenen MacBook Pros als am Plastik-Modell. Jedes MacBook Pro kann mit bis zu 8 GB Arbeitsspeicher und optional einer SSD ausgestattet werden. Beim MacBook sind höchsten 4 GB verfügbar, die SSD-Option gibt es nicht. Zudem arbeiten in den Pro Geräten flottere 1066 MHz DDR3-Speicherriegel, während im MacBook 800 MHz DDR2 SDRAM verbaut ist.

Neue, günstigere MacBook

Auf der anderen Seite ist es nur konsequent alle Notebooks mit dem gleichen Design in einer Serie zusammenzufassen: das weiße Plastik-Modell als MacBook, die Unibody-Geräte mit schwarzem Displayrahmen als MacBook Pro und die flachsten Geräte als MacBook Air. Da Apple vom MacBook Air zwei Modelle anbietet, bleibt MacBook vorerst die einzige Serie, in der es nur ein einziges Gerät gibt. Damit könnte der Hersteller Platz für günstigere Modelle geschaffen haben, mit dem der boomende Netbook-Markt bedient wird. Neue, billigere MacBooks könnten eventuell als Studenten-Modelle wie der alte eMac vermarktet werden, vermutet Cnet Bloggerin Erica Ogg.

600-Dollar-Notebooks

Mit einem Preis von 600 bis 700 US-Dollar für ein weißes Plastik-MacBook würde sich Apple selbst treu bleiben. Sowohl CEO Steve Jobs als auch sein Vertreter und COO Tim Cook haben in der Vergangenheit mehrfach wiederholt, dass Geräte für unter 500 Dollar zu "ramschig" wären. Dennoch würde sich Apple damit etwas weiter für den Massenmarkt öffnen - bereits beim aktuellen MacBook Pro-Lineup hat der Konzern die Preise teilweise ordentlich gestutzt. Derartige Geräte könnten auf dem MacBook basieren und eventuell geringere Leistungsmerkmale bieten. Ogg geht davon aus, dass diese Geräte im Herbst vorgestellt werden könnten.

Lückenfüller

Eine stärkere Trennung der Produktkategorien dürfte auch bei Einführung eines Mac Tablets sinnvoll erscheinen. Natürlich hütet man sich in Cupertino zu einem möglichen Produkt in dieser Richtung auch nur ein Wort zu verlieren. Unternehmensbeobachter gehen aber mit ziemlicher Sicherheit davon aus, dass Apple ein Touch-Tablet für mobiles Surfen und Lesen in der zweiten Jahreshälfte, eventuell im Oktober präsentieren wird. (br)

  • Das neue MacBook-Lineup lässt viel Raum für Spekulationen
    foto: epa/ davey

    Das neue MacBook-Lineup lässt viel Raum für Spekulationen

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