Beatmung bei septischem Kreislaufschock

10. Juni 2009, 11:58
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Intervention mit "janusköpfigen" Eigenschaften: Kreislaufstabilisierung versus Organschäden

Die Beatmung mit reinem Sauerstoff bei einem septischen Kreislaufschock ist eine therapeutische Intervention mit "janusköpfigen Eigenschaften": Einer Kreislaufstabilisierung, die angesichts des für den septischen Schock typischen Blutdruckabfalls wünschenswert ist, steht die Verstärkung von Zell- und Organschäden durch "oxidativen Stress", das heißt durch eine erhöhte Produktion so genannter freier "Sauerstoff-Radikale" gegenüber, die in der Folge zu einer Hemmung der Zellatmung und sogar DNA-Schäden führen können.

Keine negativen Konsequenzen in den ersten 24 Stunden

Ein zweijähriges Projekt der Klinik für Anästhesiologie am Universitätsklinikum Ulm wurde nun von der European Society of Anaesthesiology (ESA) ausgezeichnet. Untersucht wurden eben diese Effekte. In der Arbeit konnte gezeigt werden, dass eine frühzeitige Beatmung mit reinem Sauerstoff während der ersten 24 Stunden einer bakteriellen Sepsis zum einen keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen durch eine erhöhte Radikalfreisetzung auslöste.

Zum anderen war die Beatmung mit reinem Sauerstoff mit einer deutlich verbesserten Organfunktion, insbesondere von Herz und Niere verbunden, was wahrscheinlich auf die schon vor rund 40 Jahren beschriebenen "Antibiotika-ähnlichen" Eigenschaften von reinem Sauerstoff mit daraus folgender Reduktion der Keimbelastung zurück zu führen war. Darüber hinaus verbesserte die Beatmung mit reinem Sauerstoff den zellulären Energiestoffwechsel, was sich letztendlich in einer deutlich geringeren Schädigung der Gewebestrukturen vor allem der Lunge und der Leber zeigte.
Beim septischen Kreislaufschock reagiert der Körper auf eine Infektion unter anderem mit einer deutlichen Absenkung des systolischen Blutdrucks, was zu einer verminderten Sauerstoffversorgung des Organismus führen kann. (red, derStandard.at)

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