"Watchgroup gegen sexistische Werbung" geht online

10. Juni 2009, 12:01
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Grazer Gremium überprüft Plakate auf sexistische Sujets hin - Webauftritt soll Öffentlichkeit kritischen Zugang näher bringen

Im März wurde auf Initiative der Grazer Frauenstadträtin Elke Edlinger und der Unabhängigen Frauenbeauftragten der Stadt Graz Maggie Jansenberger die "Watchgroup gegen sexistische Werbung" eingerichtet. Dieses Gremium, das aus Vertreterinnen des Grazer Frauenrates, des Vereins Thekla und des DOKU (Frauendokumentations- und Projektzentrum) besteht und dessen Koordination das Frauenreferat der Stadt Graz übernimmt, überwacht seitdem regelmäßig die Grazer Werbelandschaft und macht es sich zur Aufgabe, Plakate auf sexistische Sujets hin zu überprüfen und diese gegebenenfalls als Negativbeispiele aufzuzeigen.

Mehr als nur das "klassische Unterwäscheplakat"

"Werbung ist ein fixer Bestandteil unseres Alltags", erklärt Maggie Jansenberger den Hintergrund der Initiative,"ob wir sie nun bewusst oder unbewusst beachten, ihre Botschaften fließen in unsere Wahrnehmung ein. Sexistische Werbung verfestigt ein bestimmtes Frauenbild und konstruiert letztlich auch gesellschaftliche Realitäten mit." Sexistische Darstellungsformen der Werbung könnten sich laut Jansenberger verschiedenartig manifestieren und bezögen sich nicht nur auf das "klassische Unterwäscheplakat". "Es geht vielmehr um die Darstellung von geschlechtsspezifischen Stereotypen, die sich z.B. auf die Darstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt, im Haushalt oder die Körpersprache beziehen." Es gelte, immer wieder auf sexistische Werbung aufmerksam zu machen und diese "nicht einfach nur hinzunehmen": "Sexismus muss – in jeder Erscheinungsform – bekämpft werden!"

Inhaltliche Grundlagen zu "Sexismus in der Werbung" online

Um einer breiten Öffentlichkeit das Thema "sexistische Werbung" und die Kriterien, wonach Werbung als sexistisch einzustufen ist, näher zu bringen, geht die "Watchgroup gegen sexistische Werbung" nun auch online. Die Homepage soll laut Frauenstadträtin Elke Edlinger dafür genutzt werden, über die inhaltlichen Grundlagen zu "Sexismus in der Werbung" zu informieren, aktuelle Negativbeispiele aufzuzeigen und GrazerInnen, welchen sexistische Werbung "gegen den Strich" gehe, die Möglichkeit zu bieten, sich dagegen zu engagieren.

Als Befindlichkeiten abgetan

Das DOKU (Frauendokumentations- und Projektzentrum) ist für die inhaltliche Betreuung des Projektes verantwortlich. Ein vom DOKU bereits erarbeiteter Kriterienkatalog für Sexismus in der Werbung liegt den Entscheidungen der Watchgroup als inhaltliche Basis zugrunde und steht auch auf der Homepage zum Download bereit. Das Zentrum setzt sich schon seit Jahren mit Sexismus in der Werbung auseinander und ist auch Ansprechpartnerin für Aktivitäten in diesem Zusammenhang. Wie Isabella Meier vom DOKU weiß: "Das Erleben von Sexismus wird oftmals als eine Frage der Ästhetik oder der subjektiven Befindlichkeit abgetan, obwohl es dabei um das Reglementieren, Idealisieren und Stabilisieren von tradierten Geschlechterrollen geht." (red)

Links

www.watchgroup-sexismus.at

In der Schweiz ist der "Reality Check" mit diesem Thema kreativ beschäftigt: Kann Werbung anders daher kommen, ohne ganz mit Reizen geizen zu müssen? Das Projekt nimmt den "Sexismus in der Werbung" aufs Korn, indem es Gespräche anschiebt und zu Alternativen anregt. 21 spannende Kampagnenideen sind bereits eingelangt. Bis August sollen die Arbeiten bewertet sein, anschliessend sollen sämtliche Ideen für eine Wanderausstellung aufbereitet werden.

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    Die neue Webseite der Watchgroup soll der Öffentlichkeit das Thema "sexistische Werbung" und die Kriterien, wonach Werbung als sexistisch einzustufen ist, näher bringen und aufzeigen, welche aktuellen Negativbeispiele es gibt.

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