Ostdeutschland trifft Krise weniger

10. Juni 2009, 10:56
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Ostdeutschland wird nach Einschätzung der Regierung erst in zehn Jahren wirtschaftlich Anschluss an den Westen finden

Wenn 2019 der Solidarpakt II auslaufe, dürften sie fast die Leistungsfähigkeit strukturschwacher Flächenländer wie Niedersachsen oder Rheinland-Pfalz erreichen. Zu dieser Einschätzung kommt die Regierung in ihrem Jahresbericht zur Deutschen Einheit, den der Ost-Beauftragte Wolfgang Tiefensee (SPD) heute Mittwoch dem Bundeskabinett vorstellt.

"Dies wäre ein beachtlicher Erfolg", sagte der Bundesminister der "Berliner Zeitung". Laut dem Bericht ist Ostdeutschland vom Wirtschaftsabschwung weniger betroffen als die alten Bundesländer. Die stärkere Krisenfestigkeit des Ostens sei auf den höheren Anteil kleiner bis mittlerer Unternehmen zurückzuführen, die flexibel reagieren könnten. Außerdem sei die ostdeutsche Wirtschaft unabhängiger vom Export, heißt es laut der Zeitung im Einheitsbericht.

Der Abstand bei der Wirtschaftskraft wird durch die Krise weiter gemindert. Schon in den Vorjahren hat sich die Schere allmählich geschlossen, wie Tiefensee laut "Berliner Zeitung" in seinem Bericht feststellt: Die Pro-Kopf-Produktion im Osten stieg auf 71 Prozent des Westens (2000: 67 Prozent). Auch die Produktivität, die Exportquote und die Kapitalausstattung der Unternehmen haben sich in diesem Zeitraum deutlich angenähert. Bei der Selbstständigenquote wurde schon 2007 sogar Gleichstand zwischen Ost und West erreicht. (APA)

 

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