Impfen ohne Nadeln

10. Juni 2009, 10:31
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Wechselwirkungen von Vakzinen und Co-Infektionen untersucht - Neue Strategien zur Bekämpfung gefährlicher Erkrankungen

Wien - Der Frage, welche Impfstoffe in Entwicklungsändern am besten angewendet werden können, geht eine Expertengruppe um die Vakzinologin Ursula Wiedermann-Schmidt von der Medizinischen Universität Wien auf den Grund. Im Projekt "Parasitäre Erkrankungen und Co-Infektionen" werden auf internationaler Ebene neue Strategien zur Bekämpfung gefährlicher Erkrankungen erarbeitet.

Mangelnde Hygiene

"Impfen ohne Nadeln durch Gabe von Impfstoffen über Schleimhäute mag in Ländern mit mangelnder Hygiene und erhöhter Infektionsgefahr besonders sinnvoll sein", so Wiedermann-Schmidt. Allerdings bestehen bei vielen der Betroffenen verschiedene Infektionen und Grunderkrankungen, die dazu führen können, dass Impfstoffe schlechter aufgenommen und wirksam werden. Doch gerade auf diesem Gebiet gibt es bisher viel zu wenig Wissen, um welche (Co-) Infektionen es sich handelt und welche Personengruppen am häufigsten davon betroffen sind", so die Medizinerin. Konkret gehe es um Infektionen mit Malaria, HIV, Tuberkulose und Wurm- bzw. Durchfallserkrankungen. Zur Optimierung dieser infektiologisch, tropenmedizinisch und auch präventivmedizinisch relevanten Forschungsvorhaben steht daher die Gründung eines Center of Geographic Medicine bevor", erklärt Wiedermann-Schmidt.

Einfluss von Co-Infektionen

Erhoben wird zunächst in den asiatischen Staaten Bangladesch, Thailand und Indonesien, gefolgt von afrikanischen Ländern wie Äthiopien. Wir brauchen dringend Vor-Ort-Projekte, um die immunologischen Befunde zu erheben." Es sei bekannt, dass etwa die orale Polio-Impfung bei Kindern mit verschiedenen Co-Infektionen schlechter greifen oder sogar zu einer reduzierten Abwehrkraft gegen die Infektionen selbst führen kann. Das heisst, dass sich für die Forscher die Frage stellt, was die medizinischen Grundlagen dafür sind und wo man ansetzen kann, um diesem Problem entgegenzuwirken", erklärt die Expertin. Um den Einfluss von solchen Co-Infektionen besser zu untersuchen, wenden wir ein etabliertes Protozoeninfektionsmodell an. Parallel wird eine Wurminfektion induziert." Dieses Co-Infektionsmodell erlaube die Untersuchung der immunologischen Interferenzphänomene zweier Parasiteninfektionen auf die Wirksamkeit von diversen Impfstoffen.

"Die Fragestellung 'Impfungen bei Co-Infektionen' soll auch epidemiologisch und immunologisch vergleichend in unseren Breiten in Zusammenarbeit mit unseren Kliniken, der Abteilung für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin am Wiener AKH und in Entwicklungsländern in Kooperation mit der MUVI (Medical University Vienna International) im Rahmen des Projekts Geographic Medicine untersucht werden", erklärt die Medizinerin. Ein weiteres Projekt, das gemeinsam mit der Klinischen Abteilung für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin erarbeitet werde, beschäftigt sich mit Tuberkulose und Co-Infektionen, die im Zuge der Migrationstätigkeit auch in Europa an Bedeutung zugenommen haben. "Auch hier werden die wissenschaftlichen Fragestellungen mit Hilfe von entsprechenden experimentellen Modellen wie auch im Rahmen klinischer Projekte erforscht werden", erklärt Wiedermann-Schmidt. (pte)

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    Gabe von Impfstoffen über Schleimhäute könnte in Ländern mit mangelnder Hygiene viel Sinn machen

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