Online-Wörterbuch integriert Web-2.0-Inhalte

10. Juni 2009, 09:28
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Wordnik will zentrale Anlaufstelle für Wörter im Web werden

Im Internet ist vor kurzem eine neue Suchmaschine in die offene Betaphase gestartet, die sich ein sehr ambitioniertes Ziel gesetzt hat. Wordnik, so der Name der Webseite, versteht sich als "kontinuierlich fortlaufendes Projekt, das sich der Aufgabe der Entdeckung aller Wörter und jeglicher dazugehörender Informationen verschrieben hat", so die Information auf der entsprechenden Homepage. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um eine neuartige Form eines Online-Wörterbuchs, das neben den herkömmlichen Begriffserklärungen und Definitionen auch mit zusätzlichem Material aus dem Web-2.0-Sektor gefüttert wird. So finden sich in den Ergebnissen zu Suchanfragen beispielsweise Bilder des Foto-Portals Flickr, Textbeiträge des Micro-Blogging-Diensts Twitter und alle möglichen sonstigen User-generierten Inhalte. Ganz im Sinne einer offenen Wissensplattform à la Wikipedia sind zudem auch die Nutzer selbst dazu eingeladen, ihren eigenen Beitrag in Form von neuen Wörtern oder Kommentaren zu leisten.

Anlaufstelle

"Wir wollen die zentrale Anlaufstelle im Internet werden, was Wörter und alle dazugehörigen Informationen betrifft", erklären die Verantwortlichen auf der Webseite die längerfristige Zielsetzung des Projekts. Um dem Nutzer so viel wie möglich an Hintergrundmaterial zu einem bestimmten Suchbegriff bieten zu können, werde jedes Anfrageergebnis mit "umfangreichen Web-2.0-Leckerbissen" ergänzt. "Wordnik basiert auf der grundsätzlichen Annahme, dass die Menschen am besten etwas über Wörter lernen, wenn sie diese in einem konkreten Kontext serviert bekommen. Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass es stets besser ist, irgendeine Information zu einem Wort zu liefern als gar keine. Deshalb zeigen wir für jedes gesuchte Wort alles an, was wir finden", schreiben die Seitenbetreiber. Bislang habe man eigenen Angaben zufolge bereits rund 1,7 Mio. Wörter aus Webseiten, Büchern, Magazinen und Zeitungen zusammengetragen. Durch die zahlreiche Mithilfe der User soll dieser Wert aber bald deutlich nach oben schnellen.

Viel Erfahrung

Gründerin und CEO des Wordnik-Projekts ist Erin McKean, die als langjährige Chefredakteurin der American Dictionaries der Oxford University Press bereits viel Erfahrung in der Zusammenstellung und Aufbereitung von Wörterbüchern sammeln konnte. "Einerseits gibt es so viel mehr Begriffe als Wörterbücher handhaben können. Andererseits existiert aber kein geeignetes Programm, das es einem erlaubt, alle Wörter ausfindig zu machen. Die Menschen sind dazu konditioniert worden, mit dem zufrieden zu sein, was ihnen zur Verfügung steht", fasst McKean in einem aktuellen Cnet-Interview die Grundidee ihrer Webseite zusammen. Die meisten Online-Wörterbücher seien zudem nicht viel mehr als digitale Kopien ihrer Print-Pendants. Im Moment stecke Wordnik allerdings erst am Anfang der Entwicklung. "Zurzeit liegt unser Fokus auf Expansion. Neben der regulären Webseite arbeiten wir bereits an einer entsprechenden Applikation für Smartphones, einer speziellen API-Umgebung für Entwickler und einer bereinigten Version unserer Wörter-Suche für Kinder", verrät McKean. (pte)

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