Meissner-Blau gibt Glawischnig Rückendeckung

10. Juni 2009, 11:46
152 Postings

"Ich wünschte, alle wären so intelligent und so durchschlagskräftig wie die Eva Glawischnig"

Wien - Das schlechte Abschneiden ihrer Partei hat für die grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig viele Gründe, sie sei aber keiner davon. Sie sei "im Moment jedenfalls" die richtige Parteichefin für die Grünen, sagte Glawischnig am Dienstag im Interview in der ZiB2. Eine Personaldebatte wolle die Parteichefin nicht führen - Grün-Wähler seien an Sachtthemen ohnehin mehr interessiert als an Politikerpersönlichkeiten.

Rückendeckung bekommt Glawischnig in dem innerparteilichen Schlagabtausch von der "Grand Dame" der Grün-Bewegung, Freda Meissner-Blau (82). "Ich wünschte, alle wären so intelligent und so durchschlagskräftig wie die Eva Glawischnig", wies die frühere Grünen-Chefin in der "ZiB24" die Kritiker in die Schranken.

Kritik an Voggenhuber - und Van der Bellen

Meissner-Blau kritisierte dabei nicht nur Glawischnigs Rivalen Johannes Voggenhuber, sondern auch deren Vorgänger Alexander Van der Bellen. Scharfe Kritik übte sie an Johannes Voggenhuber, dem die Grünen eine weitere Kandidatur für das EU-Parlament verweigert hatten. "Er ist seither beleidigt und schädigt, wo er kann, aus unbotmäßiger Selbstüberheblichkeit." Dass er nach dem schlechten Abschneiden der Grünen bei der EU-Wahl den Rücktritt Glawischnigs fordere, "zeigt seine Bosheit".

Die Auseinandersetzung um die Kandidatenliste bei der EU-Wahl bezeichnete Meissner-Blau als "Debakel", in das die Grünen sich hätten hineintreiben lassen. "Ich hätte mir gewünscht, dass es ein Team (aus Ulrike Lunacek, Eva Lichtenberger und Johannes Voggenhuber) gibt", sagte die frühere Grünen-Chefin. Da habe aber Voggenhuber "nicht mitgespielt".

Nicht ungeschoren davon kommt allerdings auch der langjährige Parteichef Van der Bellen (1997-2008), unter dem die Grünen ihre größten Wahlerfolge verbuchten. Nach der Nationalratswahl 2008 habe er die Partei "zu schnell fallen gelassen", weil er enttäuscht gewesen sei, "nicht in die Regierung zu kommen". Es sei zwar legitim, eine Regierungsbeteiligung anzustreben, doch man dürfe sich dafür "nicht zu sehr anpassen", monierte Meissner-Blau. (APA)

  • Glawischnig bekommt in dem innerparteilichen
Schlagabtausch nach dem Debakel bei der Europawahl Rückendeckung von
der "Grand Dame" der Grün-Bewegung, Freda Meissner-Blau.
    foto: matthias cremer

    Glawischnig bekommt in dem innerparteilichen Schlagabtausch nach dem Debakel bei der Europawahl Rückendeckung von der "Grand Dame" der Grün-Bewegung, Freda Meissner-Blau.

Share if you care.