ÖFB gibt Regionalligen zum Abschaffen frei

9. Juni 2009, 21:49
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Präsidium unterstützt Vorschlag zur Aufstockung der Ersten Liga - Außerordentliche Hauptversammlung der Bundesliga muss noch zustimmen

Wien - Das ÖFB-Präsidium hat in seiner Tagung am Dienstag einem Vorschlag der hauseigenen Zukunftswerkstatt (Arbeitsgruppe Sport) mehrheitlich zugestimmt, welcher die Abschaffung der Regionalligen ab der Saison 2011/12 vorsieht. Dies gab der Fußballverband in einer Aussendung bekannt. Stimmberechtigt sind im ÖFB-Präsidium die neun Präsidenten der Landesverbände sowie drei Bundesliga-Vertreter.

Vorbehaltlich der Zustimmung bei einer noch anzusetzenden Außerordentlichen Hauptversammlung der Bundesliga (Zweidrittel-Mehrheit notwendig) wird folgendes gelten: die Erste Liga wird ab der Saison 2010/11 auf 16 Vereine aufgestockt, die Regionalligen Ost, West und Mitte ersatzlos gestrichen. Ab der 2011/12 würde demnach erstmals ohne Regionalligen gespielt werden.

Stattdessen sollen die neun Landesliga-Meister drei Aufsteiger in die zweite Leistungsstufe ermitteln. Wie dies konkret geschehen soll blieb offen. Fest steht jedoch, dass es weiterhin aus allen drei Regionen einen Direktaufsteiger geben soll.  Diese sollen entweder durch Entscheidungsspiele der jeweiligen drei Landesligameister einer Region oder in einem Playoff der jeweils drei Erstplatzierten der jeweiligen Landesliga bestimmt werden. Dieses würde im Frühjahr einer Saison stattfinden. Die Aufstiegsmodalitäten aus den Regionalligen für die letzten beiden Saisonen ihrer Existenz sind offenbar noch nicht geklärt.

Überbrückungshilfe

Der ÖFB und die Bundesliga stellten in Aussicht, den Erstligisten finanzielle Anreize als einmalige Überbrückungshilfe anzubieten. Bei einem 16er-Format ist mit sinkenden Einnahmen aus einem neu zu verhandelnden Fernseh-Vertrag zu rechnen.

ÖFB-Präsident Leo Windtner und Bundesliga-Boss Martin Pucher gelten als Unterstützer der Reform, welche den Amateur-Teams der Bundesligisten einen Verbleib in der größeren Ersten Liga erlauben würde. Windtner hielt es für wahrscheinlich, dass es bei der Bundesliga-Hauptversammlung  "eine Mehrheit gibt. Ob es aber eine Zweidrittel-Mehrheit ist, traue ich mir nicht zu sagen." Um die Umwandlung der Ersten Liga in eine semiprofessionelle Spielklasse reibungsloser zu gestalten, sei "im ersten Jahr so etwas wie ein Österreicher-Topf" geplant, erklärte Windtner. Sollte die Zustimmung der Bundesliga ausbleiben, werde überlegt, eine Lizenzierung für die Regionalligisten einzuführen.

Das Projekt Zukunftswerkstatt wurde im Jänner 2008 mit dem Ziel aus der Taufe gehoben, den ÖFB bis 2012 zum modernsten Verband Österreichs zu machen. Es gibt neben der Arbeitsgruppe Sport (gebildet durch Vertreter der Bundesliga und des ÖFB, wie Sportdirektor Willi Ruttensteiner oder U21-Teamchef Herzog, sowie externen Experten wie Herbert Prohaska) zwei weitere für die Bereiche Struktur/Organisation sowie Service/Vermarktung/Finanzen.

Bis zu einer Entscheidung in der Hauptversammlung, die noch vor dem Beginn der neuen Saison am 14. Juli stattfinden müsste,  gilt der der ursprüngliche Beschluss des ÖFB-Präsidiums vom Mai 2008 - Bundesliga und Erste Liga mit je zehn Vereinen, darunter wie gehabt drei Regionalligen - als geltende Rechtslage. (rob)

 

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