Moody's senkt Rating der Hypo Alpe Adria

9. Juni 2009, 19:10
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Kein Gewinn bis 2011 erwartet - Großer Nachholbedarf bei Risikomanagement

Wien - Die Ratingagentur Moody's hat die Bewertung der Hypo Alpe Adria von D- auf E+ gesenkt, bei einem negativen Ausblick. Die Einschätzung der langfristigen Schulden und Guthaben mit Baa1 sowie die Bewertung der nachrangigen Verbindlichkeiten mit Baa2 wurden bestätigt. Auch diese tragen einen negativen Ausblick. Weitere Ratings für die Töchter in Jersey und für die staatliche garantierten Verbindlichkeiten wurden ebenfalls bestätigt.

Hypo werde bis 2011 keine Gewinn erwirtschaften, begründet Moody's die Abwertung. Die historisch niedrige Profitabilität des Instituts verhindere, dass die Auswirkungen des Wirtschaftsabschwungs aufgefangen werden könnten. Noch dazu werde sich die Krise besonders stark in den Kernmärkten der Hypo Alpe Adria in Südosteuropa auswirken.

Die Wahrscheinlichkeit sei gestiegen, dass die Kärntner Hypo Alpe Adria-Bank Hilfe von außen benötige, um mit dem derzeitigen herausfordernden und instabilen wirtschaftlichen Umfeld zurechtzukommen, begründet die Ratingagentur Moody's die heutige Verschlechterung des Finanzstärkeratings. Das Risikomanagement der Bank sei auch in der Vergangenheit unter den üblichen Industriestandards gelegen. Das, zusammen mit dem rasanten Anstieg der Bilanzsumme von 17,8 Mrd. Euro 2004 auf 43,3 Mrd. Euro Ende 2008, sei der Schlüssel für die aktuelle Bewertung. Die Hypo bemühe sich um Integration in die BayernLB, habe aber eine große Lücke zu überwinden, um ihr Risikomanagement auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Daher handle es sich hier um eine langfristige Initiative, deren Erfolg nicht sicher sei.

 

Die Hypo Group Alpe Adria hat bereits für die Bilanz 2008 einen Kapitaleinschuss von 700 Mio. Euro durch den Mehrheitseigentümer BayernLB und 900 Mio. Euro Partizipationskapital von der Republik Österreich bekommen.

Die Frage, ob die Republik ein weiteres Mal bereit wäre, Kapital zur Verfügung zu stellen, stelle sich derzeit nicht, hieß es aus dem Finanzministerium. "An uns ist in dieser Sache niemand mit einem Antrag herangetreten", so Ministeriumssprecher Harald Waiglein. (APA)

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