Signalweg zu möglichen Antibiotika

9. Juni 2009, 18:25
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Jungforscher am Institut für molekulare Pathologie (IMP) mit "Science"-Artikel

Tim Hunt war just an jenen Tagen in Österreich, an denen vergangene Woche in Maria Gugging die Eröffnung der geplanten Spitzenforschungseinrichtung IST Austria groß gefeiert wurde. Der Nobelpreisträger war allerdings nicht Teilnehmer bei den hochkarätig besetzten Diskussionsrunden in Niederösterreich, sondern hielt am Institut für Molekulare Pathologie (IMP) die Max-Birnstiel-Lecture, benannt nach dem "Vater" des vor 21 Jahren in Wien gegründeten Instituts.

Hunt selbst ist in besonderer Weise mit dem Institut verbunden, war er doch von 1995 bis 2001 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats. Anlässlich seines Kurzaufenthalts ließ es sich der Forscher im Ritterstand auch nicht nehmen, bei einer Klausur der Dissertanten des PhD-Programms mitzumachen.

Dass auch und zumal von Dissertanten am IMP und seinem jüngeren Schwesterinstitut IMBA exzellente Forschung betrieben wird, lässt sich auch in der aktuellen Ausgabe des US-Magazin Science nachlesen. Der IMP-Dissertant Jakob Fuhrmann aus der Gruppe von Tim Clausen ist Erstautor des Artikels, in dem eine Enzymart bei Keimen beschrieben wird, die bei Stress Signale auf bisher unbekannte Weise überträgt.

Mit Stress - wie zum Beispiel Hitze - umzugehen, ist für alle Lebewesen eine Herausforderung. Gerade Mikroorganismen haben dabei oft erstaunliche Strategien entwickelt. Bakterien, die in Zellen eindringen und Krankheiten auslösen, sind zum Beispiel umso krankmachender, je besser sie sich gegen Fieber wappnen können. Wie die Forscher der Gruppe von Clausen zeigen konnten, spielen die neu beschriebene Enzymart mit der Bezeichnung McsB sowie das Protein CtsR wichtige Rollen bei der Stressantwort des Bakterium.

"Das könnte durchaus auch medizinisch interessant werden", sagt Jakob Fuhrmann, nämlich "als Angriffsziel für spezifisch wirkende Antibiotika". Zumal es so aussähe, als ob die Forscher das Enzym auch in einem anderen Bakterium identifizieren könnten. (tasch/STANDARD, Printausgabe, 10.6.2009)

  • Jüngster IMPForschungserfolg: Aufklärung der Rolle des Regulatorproteins CtsR (gelb-blau), das hier an DNA (grün) gebunden und daher inaktiv ist.
    foto: imp

    Jüngster IMPForschungserfolg: Aufklärung der Rolle des Regulatorproteins CtsR (gelb-blau), das hier an DNA (grün) gebunden und daher inaktiv ist.

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