Impaktforschung mit Tiefgang

9. Juni 2009, 18:11
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Der Bosumtwi-Krater in Ghana, Westafrika, war 2004 der erste Meteoritenkrater seiner Art, der jemals mittels Tiefbohrungen, ebenfalls unter der Leitung Christian Koeberls, untersucht wurde. Dieser gut erhaltene, mit Wasser gefüllte Krater ist allerdings "nur" eine Million Jahre alt, damit einer der jüngsten Einschlagskrater auf der Erde, und mit elf Kilometern im Durchmesser etwas kleiner als der mit ihm vergleichbare Elgygytgyn (rund 18 Kilometer). Damals wurden in Bohrungen mehr als 2000 Meter Bohrkerne aus den Tiefen des Kraters geholt. Tiefbohrungen wurden 2005/06 auch am 35 Mio. Jahre alten Chesapeake Bay Krater im US-Bundesstaat Virginia dem mit 85 Kilometern Durchmesser größten Krater der USA durchgeführt.

Die Forscher stießen in bis zu 1,8 Kilometer Tiefe vor. Es wurden erstmals auch hydrogeologische und biologische Rahmenbedingungen untersucht. So fand man in Gesteinsporen eingeschlossenes Salzwasser, das aus der Zeit des Impakts stammt. Die Bohrkerne zeigten zudem, dass sich bereits knapp nach dem Einschlag bestimmte Bakterienarten im Zentrum des Kraters ansiedelten, als es dort noch 300 Grad Celsius heiß war. (max/STANDARD, Printausgabe, 10.6.2009)

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