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9. Juni 2009, 19:08
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Investitionen in den Sport lohnen sich für Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten - allerdings nicht ohne Konzept

Wien - "Ein Cristiano Ronaldo, Tiger Woods oder Hermann Maier wird immer einen Sponsor bekommen." Leodegar Pruschak sagte das, der Geschäftsführer der Zentralen Raiffeisenwerbung, anlässlich einer Podiumsdiskussion zum Thema "Wirtschaftskrise=Sportsponsoringkrise" in Wien. Er muss es wissen, schließlich setzen Pruschak und sein Institut schon seit 1998 werblich auf Hermann Maiers Popularität.

Bei Pruschaks Aufzählung der Sportheroen schwang das "aber" mit. In wirtschaftlich schlechten Zeiten leidet schließlich auch die Finanzierung des Sports durch Sponsoren. Die größten Verlierer im nationalen Rahmen seien nicht unter den Großen, aber auch nicht unter den Kleinen zu finden, sondern im Mittelfeld. Volleyball und Handball erwähnte da Reinhard Grohs, Experte für Sportsponsoring an der Universität Wien. Die Aufwendungen in diesem Segment seien hoch, ihre Wirkung jedoch oft zu gering.

Medial weit präsentere Sportarten würden nicht in Bedrängnis kommen. Eine Annahme, die Georg Pangl, der Vorstand der Fußball-Bundesliga, bestätigte. "Noch merken wir nichts von der Krise." Freilich kann, was nicht ist, noch werden, also sei die Krise ernst zu nehmen. Man müsse den Sponsoren ums gleiche Geld mehr anbieten und kreativer werden.

Emotion, so oder so

Ein Problem, dass auch Eventmanager Hannes Jagerhofer in Vorbereitung seines Beachvolleyball-Grand-Slam in Klagenfurt (28. Juli bis 2. August) zu spüren bekam, ist die Scheu der Unternehmen, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Merke: Partypräsenz bei gleichzeitigem Stellenabbau macht keinen schlanken Fuß. Das Anti-Korruptionsgesetz tue ein Übriges.

Geringer sei die Scheu vor Kleinsponsoring, also Summen zwischen 5000 und 10.000 Euro. Sponsert die ortsansässige Bank den örtlichen Skiverein, spiele auch eine hohe emotionale Komponente mit, sagte Grohs. Werblichen Nutzen könnte Engagement im sozialen Bereich bewirken. Europäische Firmen hätten da einen Nachholbedarf, sagte Martin Platzer, Ex-Eishockeyspieler und Geschäftsführer einer Consulting-Firma. "Nachhaltigkeit wirtschaftlichen Handelns sollte sich vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gerade im sozialen Bereich manifestieren." Dass sich Investitionen in den Sport auszahlen, verdeutlichte Pruschak. "Aus Messungen wissen wir, dass wir damit mehr zu unserem Image beitragen als mit allen anderen klassischen Marketingaktivitäten." (APA, lü - DER STANDARD PRINTAUSGABE -10.6. 2009)

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