Mutmaßlicher islamistischer Terrorist will gestehen

9. Juni 2009, 14:28
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Bisher hatten die Angeklagten jegliche Aussage in dem Terror-Prozess verweigert - Angeklagten sollen in Deutschland schwere Anschläge mit Autobomben geplant haben

Düsseldorf - Im Prozess gegen vier mutmaßliche islamistische Terroristen in Deutschland bahnt sich eine Wende an. Der Angeklagte Adem Yilmaz kündigte ein umfassendes Geständnis an.

Er bat das Düsseldorfer Oberlandesgericht am Dienstag, mit den anderen drei Angeklagten darüber ohne Verteidiger sprechen zu dürfen. "Es ist mir egal, wie viel Sie mir geben, ob 20 oder 30 (Jahre), ich möchte nur, dass das hier vorbeigeht, es ist langweilig", sagte Yilmaz am 15. Verhandlungstag. Auch die drei Mitangeklagten der sogenannten Sauerland-Gruppe signalisierten Gesprächsbedarf.

Es mache keinen Sinn, weiter zu schweigen, um dann im Urteil die "volle Packung" zu erhalten, erklärte Yilmaz (29). Die Mitangeklagten Attila Selek und Daniel Schneider dächten genauso. Nur seine Anwältin weigere sich, das mit ihm zu besprechen. Bisher hatten die Angeklagten jegliche Aussage in dem Terror-Prozess verweigert.

Die Angeklagten sollen eine Terrorzelle der Islamischen Dschihad Union (IJU) gebildet und in Deutschland schwere Anschläge mit Autobomben geplant haben. Drei der Islamisten waren am 4. September 2007 in einem Dorf im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) festgenommen worden, Selek wurde später in der Türkei verhaftet. Der Prozess ist bislang auf zwei Jahre angelegt. Ein Geständnis würde das Verfahren erheblich abkürzen. (APA/dpa)

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