Landesstudios müssen Leistungen kürzen

9. Juni 2009, 13:06
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Bundesländer seien Vorreiter bei Einsparungen - "Sparen in der Zentrale fällt bisweilen schwerer als in den Ländern"

Die ORF-Landesstudios sehen zwar nicht ihre Existenz, wohl aber ihren aktuellen Leistungsumfang und die Erfüllung des Kulturauftrags im bisherigen Umfang bedroht. Man könne sich zwar vor der finanziell schwierigen Situation des ORF nicht verschließen, "Mittelkürzungen werden jedoch zwingend mit einer Einstellung der Programmleistungen verbunden sein", stellte der Vorarlberger Landesdirektor und Bundesländersprecher Wolfgang Burtscher gegenüber der APA fest.

Tirol protestierte

Die Mitarbeiter des Landesstudios Tirol hatten sich erst in der vergangenen Woche mit einer Petition an den Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (V) gewandt, um sich gegen das "Kaputtsparen" zu wehren. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hatte unlängst im "Kurier" angekündigt, dass ein Austausch von Direktoren in der laufenden Geschäftsführungsperiode von deren Bereitschaft abhänge, das Sparprogramm mitzutragen und die Aufgaben zu erfüllen. Burtscher betonte stellvertretend für seine Amtskollegen, dass sich die Landesdirektoren dessen bewusst seien, "dass der ORF in einer finanziell schwierigen Situation ist und werden sich dieser Situation nicht verschließen können".

Umstellung auf Ein-Mann-Teams

Grundsätzlich seien die Landesstudios bei Einsparungen und Strukturmaßnahmen "seit Jahren Vorreiter für den gesamten ORF", so Burtscher. Im Zug des "Projektes 2010" seien bereits umfangreiche Umstrukturierungen durchgeführt worden, wie etwa "die weitgehende Umstellung auf Ein-Mann-Teams und deutliche Reduzierungen im administrativen Bereich", so der Vorarlberger Direktor. Auch punkto Personaleinsparungen seien die Landesstudios "sehr gut im Plan". Im Rahmen des sogenannten 250er-Programms müssen die Bundesländer 71 Vollzeitäquivalente streichen. In Richtung Wien fügte Burtscher hinzu: "Die Landesdirektoren haben den Eindruck, dass das Sparen in der Zentrale bisweilen schwerer fällt als in den Ländern."

81 Mio. Euro sparen

Wie hoch die von der Geschäftsführung für 2010 verordneten Sparmaßnahmen für die Landesstudios dotiert sind, hängt derzeit noch vom Ausgang der Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Zentralbetriebsrat ab. Nulllohnrunde und Veränderungen im Kollektivvertrag könnten über ein Drittel des Sparvolumens der Landesstudios wettmachen, so Burtscher. Insgesamt will der ORF im nächsten Jahr 81 Mio. Euro sparen.

Burtscher geht davon aus, dass die Landesstudios "nicht in ihrer Existenz bedroht" sind, die Bundesländerstudios seien für Österreich unverzichtbar. Ob dennoch nach Tiroler Vorbild weitere Petitionen an Politiker geplant sind, konnte Burtscher nicht sagen - schließlich sei auch die Petition an Platter nicht vom Landesdirektor veranlasst worden. (APA)

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