Deutschland erleidet Produktionseinbruch

9. Juni 2009, 12:30
posten

Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat von 21,6 Prozent verzeichnet - Minus gegenüber dem Vormonat betrug 1,9 Prozent - Analysten hatten ein leichtes Plus von 0,1 Prozent erwartet

Berlin - Die Unternehmen in Deutschland haben ihre Produktion im April überraschend eingeschränkt. Verglichen mit dem Vorjahr ging die Produktion um 21,6 Prozent zurück. Mit Ausnahme des Bauhauptgewerbes schränkten dabei alle Bereiche ihren Ausstoß ein, wie das Wirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte. Gegenüber dem Vormonat März stellten Industrie, Bau- und Energiewirtschaft bereinigt um saisonale Effekte um 1,9 Prozent weniger her. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent gerechnet.

Im März war die Produktion erstmals seit sechs Monaten wieder gestiegen: Nach revidierten Angaben lag das Plus bei 0,3 Prozent. Dabei spielte vor allem die kräftige Belebung am Bau nach dem langen und strengen Winter eine Rolle.

Auch im April steigerten die Baufirmen ihre Produktion erneut, und zwar um 0,5 Prozent. Die Energiewirtschaft legte sogar 5,8 Prozent zu. Sorgenkind bleibt dagegen die Industrie, die ihren Ausstoß um 2,9 Prozent zurückfuhr. Von den großen Industriezweigen verzeichneten die Hersteller von Fahrzeugen, Maschinen und anderen Investitionsgütern den kräftigsten Rückschlag - sie produzierten 6,4 Prozent weniger als noch im März.

Im Vormonat hatte die höhere Nachfrage nach Auto infolge der Abwrackprämie noch die Produktion beflügelt. Auch die Produzenten von Vorleistungsgütern wie Verpackungen und Chemiefasern fuhren ihren Ausstoß zurück. Das Minus lag hier bei 1,0 Prozent. Lediglich die Konsumgüterhersteller stellten 0,5 Prozent mehr her.

Die Industrie hatte im April genauso viele Aufträge erhalten wie im März und ist damit von einem neuerlichen Nachfragerückschlag verschont geblieben. Zwar belaste die vorangegangene schwache Bestelltätigkeit die Produktion, erklärte das Wirtschaftsministerium. Die Chancen für eine Bodenbildung der Industrieproduktion hätten sich aber angesichts der jüngsten Stabilisierung der Nachfrage und der Tendenzwende bei den Stimmungsindikatoren verbessert. (Reuters)

Share if you care.