47 Prozent mehr Firmen-Pleiten im Osten

9. Juni 2009, 11:46
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In Osteuropa gab es den deutlichsten Zuwachs in Litauen mit plus 142,3 Prozent, gefolgt von Rumänien mit fast 126 Prozent

Wien - Die Zahl der Firmenpleiten ist in Westeuropa im Vorjahr im Vergleich zu Osteuropa und den USA mit plus 17 Prozent auf 149.766 Fälle noch "keinesfalls erschreckend" gestiegen, so der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) zur aktuellen internationalen Insolvenzstatistik 2008. In Osteuropa nahmen die Firmenpleiten im Jahresvergleich insgesamt um 47,4 Prozent auf 34.200 Fälle, in den USA um 53,8 Prozent auf 43.546 Unternehmenszusammenbrüche zu.

Insgesamt spiegle das Bild 2008 für Westeuropa die Probleme der Finanzkrise noch gar nicht wider, so der KSV. Die Instabilität am Finanzsektor infolge der Lehrmann-Pleite am 15. September 2008 werde frühestens im Jahr 2009 Spuren in der Insolvenzstatistik hinterlassen.

Irland führt in Westeuropa

Am stärksten zugenommen haben die Pleiten in Westeuropa in Irland mit plus 123 Prozent auf 699 Fälle und in Spanien mit plus 187 Prozent auf 2.528 Fälle. In Deutschland nahmen die Insolvenzen um 0,4 Prozent auf 29.291 Pleiten zu. In Frankreich betrug der Anstieg 23 Prozent auf 50.919 und in Großbritannien 25 Prozent auf 15.536. In Österreich betrug der Anstieg 0,3 Prozent auf 6.315 Fälle. Allerdings, so der KSV, haben die Eröffnungen mit ca. 8 Prozent kräftiger zugenommen. Und nur der Rückgang bei den Abweisungen mangels Masse haben zu der ausgeglichenen Bilanz geführt. Der Trend der Eröffnungen habe sich aber im 1. Quartal 2009 fortgesetzt.

Litauen im Osten an der Spitze

In Osteuropa gab es den deutlichsten Zuwachs bei den Insolvenzen in Litauen mit plus 142,3 Prozent, gefolgt von Rumänien mit plus fast 126 Prozent und Tschechien mit plus 102 Prozent. Mit einem Plus von nahezu 50 Prozent bei den Unternehmensinsolvenzen erleben diese Volkswirtschaften ihre erste "wirkliche Insolvenzwelle" seit der Wende, so der KSV. Einige Länder geben "einen Vorgeschmack auf eventuell kommende Zahlen wie z.B Ungarn, das mit über 11.500 Unternehmenspleiten bei einer Bevölkerung von knapp über 10 Mio. zweifellos Strukturdefizite der vergangenen Jahre aufzuarbeiten hat". (APA)

 

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