Amazon beendet Partnerprogramm mit NPD

9. Juni 2009, 11:08
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    foto: archiv

    Amazon gibt NPD den Laufpass.

Online-Händler gibt öffentlichen Protesten nach

Der Online-Händler Amazon  schließt die rechtsextreme NPD von seinem Partnerprogramm aus. In den vergangenen Tagen und Wochen hatte es heftige Kritik seitens der Öffentlichkeit und Politik an der Kooperation Amazons mit der Rechts-Außen-Partei gegeben. Sowohl der deutsche Zentralrat der Juden als auch diverse deutsche Politiker forderten mit zunehmendem Druck den Ausschluss der NPD aus dem Amazon-Partnerprogramm.

"Wir schließen die Webseite"

Am gestrigen Montag schließlich reagierte der Versandhändler und erklärte öffentlich das Aus der Kooperation. "Wir haben die Überprüfung der Netztagebuch-Website abgeschlossen und entschieden, dass die Website nicht den Teilnahmebedingungen unseres Partnerprogramms entspricht. Wir schließen die Website von der weiteren Teilnahme am Amazon.de-Partnerprogramm aus und haben den Websitebetreiber über unsere Entscheidung informiert", bestätigt Amazon-Sprecherin Christine Höger den Ausschluss.

Keine rassistischen Inhalte gestattet

In den Teilnahmebedingungen ist unter anderem verzeichnet, dass rassistische Inhalte untersagt sind. "Die Links werden in den nächsten Tagen entfernt", ergänzt Höger. Schon im Mai hatte der Brandenburger Verfassungsschutz mit diesem Argument versucht, bei Amazon die Beendigung des Partnerprogramms mit der NPD zu erwirken - damals ohne Erfolg. Bekannt geworden war der Fall durch Enthüllungen des Verfassungsschutzes unter dem Titel "Chronisch klamme Rechtsextremisten - NPD ist Amazon-Partner und verdient Geld".

Kritik von vielen Seiten

Daraufhin hagelte es Kritik seitens verschiedener deutscher Parteien an den Geschäftspraxen des Online-Händlers. Auch in der Bevölkerung formierte sich Widerstand, im Internet wurden auf Seiten wie Facebook verschiedene Protestgruppen gebildet. Politiker von SPD und FDP hatten dazu aufgerufen, nichts mehr bei Amazon zu kaufen, solange diese Partnerschaft bestehen bleibt. Von dem Online-Händler hieß es zunächst nur, man wolle den Fall überprüfen und nach Abschluss der Prüfung adäquate Maßnahmen ergreifen. Diese Prüfung bzw. die Welle an öffentlichem Protest hat letztlich dazu geführt, dass das Partnerprogramm mit der NPD aufgehoben wurde. Die rechtsextreme Partei selbst reagierte indes in üblich aggressivem Tonfall auf die Diskussion und spricht von "linksextremistischen Schreiberlingen" und "scheindemokratischen Volksverhetzern".(pte)

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Posting 1 bis 25 von 48
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Josef Neuhauser
00
30.6.2009, 14:39
nicht das ende der geschichte interessiert,

das war ja abzusehen.
WIE IST ES DAZU GEKOMMEN?

Jürgen Mayer
00
21.6.2009, 03:30
Ich dachte jetzt doch

es ginge in dem Artikel um das amerikanische Marktforschungsinstitut...

marc900
 
00
14.6.2009, 10:28
partnerprogramm?

welches partnerprogramm?
kann mir bitte jemand helfen?

Papp Kamerad
10
12.6.2009, 11:40
Sehr gut.

mrheli
12
11.6.2009, 18:15

Die NPD orientiert sich zu sehr am ehemaligen Nationalsozialismus, daher weg damit! Sowas altes brauchen wir nichtmehr!!

Nixennacht
00

schon lustig, zu Ostern (amazon.fail) als es um Bücher mit homosexuellen oder feministischen Inhalten ging, hatte amazon so gar kein Problem damit sich zu zensieren.

Zarathustra
45
Hier lässt die Antifa endlich einmal die Maske fallen: "Rettet die NPD!"

jungle-world.com/artikel/2009/12/33234.html

Klein halten aber bitte nicht besiegen, sonst stirbt der beste Feind, der einzige Lebenszweck und die staatlichen Subventionshähne werden abgestellt, Antifa-Arbeitsplätze gehen verloren, usw. usf.

Hannes Trink
01
10.6.2009, 08:05

Ab und an nach der Überschrift weiterlesen hilft...

Let's face it everything below the waist is kapput!
00
10.6.2009, 00:41

Haben Sie denn überhaupt keinen Humor?

Zarathustra
10
10.6.2009, 00:45
Was soll daran witzig sein?

Der Autor meint es offensichtlich ernst. Aber ich zolle ihm Respekt..soviel Selbstreflektion und Selbsterkenntnis hätte ich einem "Anti"fa-Eiferer nicht zugetraut.

Michail Bakunin
00
10.6.2009, 09:52

Also eigentlich hätte ich ihnen schon zugetraut, den Artikel inhaltlich zu erfassen ;-). Ja, der Autor meint seine Kritik an den staatlichen "Gegen rechts-Programmen" offensichtlich ernst:

"Denn die »Demokratiezentren« und Ähnliches sind eben kein Ausdruck einer funktionierenden Zivilgesellschaft, sondern Deckmäntel für das Versagen des Staats. Der »Aufstand der Anständigen« ist gescheitert, der »Aufstand der Zuständigen« hat gar nicht begonnen."

Und von "der Antifa" als einheitlichen ideologischen Block würde ich mal auch nicht ausgehen...

Internetgenerationler
 
37
Was soll das Gezetere hier im Forum?

Wieso soll man eine Partei "in Ruhe lassen", bloß weil sie legal ist? Wieso sollte es der undemokratisch zu sein, sich die Freiheit zu nehmen, bestimmte Parteien abzulehnen?

Das ist einfach B.ulls.hit. Hier gab es keine Staatsgewalt, sondern eine aktive Zivilgesellschaft. In einem freien Land ist es mein Recht zu sagen: "Ja, ihr dürft zwar auch mitmachen, aber ich darf auch gegen euch sein. Und ja, ich darf euch und Firmen, die mit euch gemeinsame Sache machen boykottieren - wie ich das aus jedem anderen Grund auch darf."

Mir geht dieses pseud.oliberale Gemeckere auf die Nerven, dass man sich nicht gegen eine Gruppe engagieren dürfte, bloß weil sie legal ist.

Nixennacht
00
10.6.2009, 07:58

Gebe ihnen vollkommen recht.

Ein Boykott ist kein staatliches verbot, hat also nichts mit Zensur zu tun.

Da geht es um eine informierte Kaufentscheidung und um dass reagieren auf depperte Werbung.

Wenn ein normaler Buchladen, sein Schaufenster mit Neonazibüchern auslegt, geh ich dort doch auch nicht einkaufen.
Genausowenig wie ich Waschmittel von Firmen kauf, die Frauen als total hirnfreie Putzjunkies darstellen. Werbung kann auch Kunden abschrecken, dass muss auch amazon klar sein.
Das ist nicht Zensur, dass ist Marktwirtschaft.

Nixennacht
00

gebe ihnen vollkommen recht!

Ein Boykott ist etwas anderes als zu versuchen amazon die Geschäfte mit Neonazis zu verbieten.
Man richtet einfach nur sein Kaufverhalten nach dem Eindruck den einem der Händler vermittelt.

Im normalen Leben würd ich ja auch nicht in nen Buchladen gehen, der Nazipropaganda im Schaufenster ausliegen hat.

Das hat nichts mit Zensur (aka staatlicher Kontrolle über das Angebot) zu tun, sondern mit informiertem Kaufverhalten.

Die Sprache der Marktwirtschaft ist letztlich auch die die amazon versteht.

Internetgenerationler
 
00
Ach ja, bevor die roten Stricherl kommen: Bitte Videoclip ansehen

http://www.youtube.com/watch?v=u... =rec-HM-rn

Ist eine großartige Satire, basiert aber, eben weil sie eine gute Satire ist, auf Fakten.
Immer noch überzeugt, dass die NPD von der Zivilgesellschaft wie alle anderen behandelt werden sollte?

Am Boden der Badewanne ist ein tiefes, dunkles Loch
30

Ahja. Aber wenn es z.B. Einlaß in ein Lokal geht, oder um Jobbewerbungen, dann ist es im freien Land nicht mehr so einfach zu sagen: "Ja, ihr dürft zwar auch mitmachen, aber ich darf auch gegen euch sein"

656731
11
10.6.2009, 09:44
Denken sie bitte über den Unterschied zwischen

einer selbst gewählten Eigenschaft (z. B. Mitgliedschaft zu einer Partei) und einer vorgegebenen Eigenschaft (z.B. Hautfarbe, Herkunft) nach.

Vom Ersten kann ich natürlich Rückschlüsse auf die persönliche Einstellung und auf das zu erwartende Verhalten einer Person schließen, vom zweiten ist dies natürlich nicht möglich.

Am Boden der Badewanne ist ein tiefes, dunkles Loch
10
10.6.2009, 16:42

In einem freien Land kann ich mir für meine privaten Angelegenheiten aussuchen, was und wen ich mag und was und wen nicht, und habe keine Gewissendiktatur, die mir vorschreibt, warum ich das eine nicht mögen darf und das andere mögen muß.

Internetgenerationler
 
00
11.6.2009, 00:08
Bitte differenzieren lernen.

Nieman schreibt Ihnen vor, die eine Gruppe zu mögen und die andere nicht.

Aber ich nehme mir die Freiheit als Konsument, mein Geld zu Firmen zu tragen, die meine Werte wenigstens nicht mit Füßen treten. Wenn das Gewissensdiktatur sein soll, bitte...

Beim Thema Hautfarbe etc. ist es ja faktisch so, dass die Anti-Diskriminierungsgesetze nur selten exekutiert werden. Dass sie trotzdem richtig sind, liegt daran, dass die Gründe für die Ablehnung nicht in der Macht des Abgelehnten stehen - anders als bei Gesinnung oder Verhalten.
Niemand zwingt Sie, diese Leute zu mögen - bloß menschlich zu behandeln. (Und nebenbei: In der Praxis werden solche Leute ja trotzdem diskriminiert. Leider.)

R.M. S.
175

Kauft nicht bei {unbeliebte Partei/Minderheit einfügen}!

R.M. S.
54

An alle rot bewerter, würde ich auch rot von euch bekommen wenn die Organisation Die Linke Partei währe?

Mir geht es nicht um die NPD, sondern um die Methoden und Mechanismen, heute ist es die NPD wer ist morgen dran?

eclecticon #1
10
10.6.2009, 09:49

wenn Die Linke Partei einer organisation nachtrauert, die konzentrationslager errichtet hat und einen weltkrieg vom zaun gebrochen hat....


JA
AUF JEDEN FALL

Let's face it everything below the waist is kapput!
05
10.6.2009, 00:36
Ein Kaufboykott ist eine Protestmaßnahme von

Konsumenten und als solches eines der letzten wirksamen demokratischen Mittel, die uns noch zur Verfügung stehen.

Mhm.

"Kauft nicht bei Juden!" dagegen war eine staatlich gelenkte und sofern ich mich richtig erinnere von der SA ausgeführte Kampagne und damit Teil eines größeren Plans.

Verstehen Sie den Unterschied?

Wenn nicht, bedenken Sie folgendes: Die NS-Führung hatte diesen Kaufboykott eigentlich nicht nötig um ihre Ziele zu erreichen. Er diente nur der propagandistischen Vorbereitung und vorauseilenden Rechtfertigung folgender Maßnahmen.

Jetzt?

Das bedeutet nicht, dass ein Kaufboykott nicht problematisch sein kann. Damit er aber der Vergleich mit der NS-Kampagne zulässig ist, müssen weitere Kriterien erfüllt sein.

Jetzt aber.

Searles
 
23

Was bist du fuer ein Kasperl? Die NPD ist eine offen rassistische Organisation und verstoesst somit gegen die AGB.

Zarathustra
11
10.6.2009, 00:42

Und die Linke ist eine verdeckt totalitäre Partei, welche die DDR sofort wieder einführen würden, wenn sie nur die Macht hätten. Entweder beide verbieten oder keine. Ganz abgesehen davon hat die Linke gar kein Interesse an einem Verbot der NPD, um ein Schreckgespenst am Leben zu erhalten. Nicht umsonst hat der deutsche Staat die finanziell desolate Partei schon mehrmals mit Krediten und Finanzierungsplänen über Wasser gehalen und mittlerweile zu einer halben Verfassungsschutz-Partei umfunktioniert.

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