"FAZ" sucht nach neuen Einnahmequellen

9. Juni 2009, 11:12
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Geschäftsführung kündigt strikte Kostenkontrolle an

Frankfurt - Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) will auf den anhaltenden Anzeigenrückgang mit strikter Kostenkontrolle und weiteren Sparmaßnahmen reagieren. Der starke konjunkturelle Einbruch in Deutschland als Folge der Weltwirtschaftskrise treffe die Verlagsbranche mit voller Wucht, teilte die Geschäftsführung des Verlags laut "FAZ" (Dienstagsausgabe) auf der Gesellschafterversammlung am Montag in Frankfurt mit.

Stellenmarkt bricht ein

Die Verlagsgruppe habe zwar früh mit Kostensenkung den Anzeigenrückgang vor allem im Stellenmarkt und in der Finanzwerbung aufgefangen. Neben dem konjunkturellen Einbruch befinde sich die Verlagsbranche aber auch in einem strukturellen Wandel, der mit Kostensenkungen allein nicht zu meistern sei, sagte Tobias Trevisan, Sprecher der "FAZ"-Geschäftsführung. Zusätzliche Erlösquellen seien notwendig, um langfristig eine stabile Entwicklung zu gewährleisten. Neben der "Markenstrategie" für die "FAZ" und die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" gehe es als drittem Standbein darum, das Internetangebot des Verlags zu einem profitablen Onlinegeschäft zu entwickeln.

Minus fünf Prozent

Im abgelaufenen Geschäftsjahr gingen die Umsatzerlöse der FAZ GmbH um 4,9 Prozent auf 307,9 Millionen Euro zurück. Die Erhöhung der Vertriebserlöse um 5,1 Prozent aufgrund gestiegener Auflagen von Tages- und Sonntagszeitung und wegen erfolgter Preiserhöhungen sei vom kräftigen Rückgang der Werbeumsätze um 11,2 Prozent mehr als aufgezehrt worden.

Die Zeitung berichtete weiter, dass die FAZ GmbH trotz der widrigen Umstände das Geschäftsjahr 2008 mit einem guten Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 21,7 Millionen Euro abschließe. Der Jahresüberschuss der Gesellschaft in Höhe von 20,6 Millionen Euro sei mit dem Vorjahr wegen der darin enthaltenen Effekte aus einer Steuerrückzahlung aber nicht vergleichbar. Die Verlagsgruppe beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 1.885 Mitarbeiter. (APA/dpa)

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