Uni-Gesetz & Zentralmatura

Rot-schwarzer Streit in Bildungsfragen

09. Juni 2009 11:30

Ministerin Schmied will SPÖ-Zustimmung zur UG-Novelle an teilzentrale Matura knüpfen - Hahn und Kuntzl trotz Verzögerung optimistisch

Schwere Geburt für die Novelle des Universitätsgesetzes. Bereits im Sommer 2008 wurde der Reformvorschlag in Begutachtung geschickt. Nachdem sich die Rot-Schwarze Koalition auflöste, musste auch die Novelle warten. Nun, nach 50 Stunden der „bi- und trilateralen Verhandlungen" zwischen SP-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl, VP-Wissenschaftssprecherin Beatrix Karl und VP-Wissenschaftsminister Johannes Hahn, wollte Hahn die Novelle im Ministerrat einbringen. Daraus wird vorerst nichts. Einerseits knüpft die SPÖ ihre Zustimmung zur UG-Novelle an ein ÖVP-Ja zur von Unterrichtsministerin Claudia Schmied geplanten teilzentralen Matura. Weiters ist die Entsendung der Universitätsräte nicht geklärt.

Hahn: "Hopp oder Dropp"

Bisher wird der Uni-Rat zur Hälfte vom Senat sowie zu je einem Viertel vom Wissenschaftsminister und von der Unterrichtsministerin entsandt. Hahn will die Entsendung der Uniräte Seitens der Politik in alleiniger Verantwortung durch den Wissenschaftsminister sehen. Im Rahmen einer Pressekonferenz zeigte sich Hahn in Bezug auf die Uni-Ratsbestellung nicht kompromissbereit: "Das ist eine Hopp oder Dropp-Frage", so Hahn.

Geht es nach Hahn, soll die Novelle des Uni-Gesetzes bereits im Oktober 2009 in Kraft treten.

In Richtung des Koalitionspartners forderte der Wissenschaftsminister, den Regierungsjob zu erledigen, es sei schlecht, wenn es zu einer Überreaktion komme. Die getane Arbeit möge zu Ende geführt werden, andernfalls würde man das Protestwählerpotenzial nur unnötig erhöhen und die Folgen einer Verschiebung "unabsehbar". Hahn zeigte sich trotz der Querelen optimistsich, dass die Novelle zeitgerecht in Kraft treten wird: "Wenn der eine dem anderen etwas zutraut, dann wird das auch funktionieren".

Überrascht ob der Verzögerung dürfte Hahn nicht gewesen sein, er hätte schon "vor zwei Wochen" davon erfahren.

Stolperstein Zentralmatura

Ein eindeutiges Ja zur Schmieds Maturaplänen blieb von Seiten der ÖVP vorerst aber noch aus. "Die Matura mit teilzentralen Elementen ist im Regierungsübereinkommen festgesetzt. Die Verhandlungen dafür haben noch nicht einmal begonnen", sagte Werner Amon im Gespräch mit derStandard.at. Wann die entsprechenden Verhandlungen aufgenommen werden, lies Amon im Dunklen. Nach den Plänen Schmieds soll die "teilzentrale Reifeprüfung" ab 2013/14 an allen reifeprüfungsführenden Schulen verwirklicht werden. Alleine bei den Berufsbildenden Höheren Schule gebe es 300 unterschiedliche Lehrpläne, so Amon. Daraus die teilzentralen Elemente herauszufiltern sei ein großes Unterfangen: Die Experten stünden diesbezüglich vor einer großen Aufgabe. Schmied widerspricht dem in einer Aussendung: Ihrer Ansicht nach sei das Gesetz zur teilzentralen Matura quasi beschlussreif. 

Mittlerweile haben sich ÖVP und SPÖ aber schon dazu durchgerungen über die teilzentrale Matura zu verhandeln. Nach einer ersten Gesprächsrunde zeigte sich Werner Amon (ÖVP) zufrieden, diese sei "sehr konstruktiv" gewesen. Verhandlungstermine am 22. und 24. Juni seien aber jedenfalls noch nötig, um zu einem "qualitativ hochwertigen Ergebnis" zu kommen.

Kuntzl: "Falls nicht, haben wir ein Problem"

SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl sieht deshalb keinen großen Anlass zur Besorgnis: "Der Entwurf der UG-Novelle wurde nur um eine Woche zurückgestellt. Wir haben schon deutlich schwierigere Probleme gelöst." Sie verstehe, dass Ministerin Schmied bezüglich der teilzentralen Matura Bewegung in die Verhandlungsbereitschaft der ÖVP bringen wolle. Kuntzl nimmt an, dass der Umsetzung der UG-Novelle, sobald es klare Signale und Zeitpläne von Seiten der ÖVP zur teilzentralen Matura gäbe, nichts mehr im Weg steht. "Falls nicht, haben wir ein Problem. Aber davon gehe ich nicht aus", so Kuntzl. Es sei auf jeden Fall auch in ihrem politischen Interesse, dass das Gesetz schon vor 1. Oktober in Kraft trete.

Obwohl die Matura-Reform erst ab 2013/14 an allen österreichischen AHS realisiert werden soll, hätte auch Schmied ihr Gesetz gerne noch vor der Sommerpause vom Nationalrat verabschiedet, wozu ein Beschluss im Ministerrat in der kommenden Woche notwendig wäre. Als Grund dafür nannte man im Unterrichtsministerium die umfangreichen Aufträge, die zur Vorbereitung etwa an das Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) vergeben werden müssten. Dazu brauche man Klarheit, ob die Reform komme, andernfalls wäre das Geld verschwendet. (burg/edt, derStandard.at, 9.6.2009)

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X Y
11.06.2009 13:19
Danke an den Lehrer Lämpel weiter unten! Der hat genau herausgestrichen, was das Problem ist,

nämlich extrem unterschiedliche Lehrerleistungen. Das kommt davon, dass Lehrer in Ö ein Parteibuch haben müssen, weil sie sonst keinen Job bekommen, und deshalb unkündbar werden (unabhängig vom Beamtenstatus), selbst wenn sie komplett unfähig sind. Wie schon öfter gesagt, bei uns ist die Korruption institutionalisiert, mit entsprechenden Folgen.
Die andere Absurdität ist die Bestimmung der Uniräte durch die Politik. Auch hier wieder nichts als Korruption mit dem Ergebnis, dass die Qualität der Uniräte nicht vorhersehbar ist. Manche werden gut sein, viele werden ihren Herren hinterherhecheln. Die Unis müssen die Räte selbst bestimmen oder sie wählen eine Kommission, die das tut. Jedenfalls müssen dort Politiker + Günstlinge tabu sein!

Michael K77
11.06.2009 14:40
Zwar glaube ich auch, dass der Einfluss des einzelnen Lehrers

auf die Leistungen größer ist als der anderer Faktoren, doch sollte man vielleicht auch bedenken, dass nicht jeder mit jedem kann. Ein großer Teil der Schüler sitzt in der falschen Schule (nicht unbedingt im falschen Schultyp).

Dass man als Lehrer ein Parteibuch braucht, ist ganz sicher falsch. Bei Pflichtschullehrern dürfte der Einfluss höher sein (Ich kenne nur Wiener und niederösterreichische Verhältnisse, wo die Landespolitik sehr deutlich eingreift, meist zum Schaden der Schulen).

Bundeslehrer können normalerweise sehr gut ohne Parteipolitik leben, sofern sie nicht Schulleiter werden wollen oder ins Bifie oder in die Lehrerbildung.

per verser
10.06.2009 21:09

die roten habens aber sehr eilig, den hahn-wunsch durchzupeitschen. ich habs mir eh gedacht. verräter-brut.

TTino
10.06.2009 20:24
Erst 2013/14...

"Obwohl die Matura-Reform erst ab 2013/14 an allen österreichischen AHS realisiert werden soll..."

Was heißt hier "erst" - das bedeutet, dass der AHS-Oberstufenjahrgang 09/10 (also der des kommenden Herbstes!) nach der neuen Maturaregelung maturieren wird. Da wär's doch sicher für den einen oder anderen Lehrer (und Schüler) interessant, wie den die neue Regelung genau aussehen wird - und dabei ist noch nix ausdiskutiert, geschweige denn beschlossen. Aber wir haben ja noch so viel Zeit...

richard ratphlat
 
10.06.2009 13:12
zentralmatura heißt zentrale wissensvermittlung.

soll heißen: wenn das gleich geprüft wird ist auch das gleiche zu unterrichten. das wieerum bedingt ein strafferer lehrplan.

eine individuelle förderung wird genauso verringert wie der frontalunterricht verstärkt wird.

ab zurück ins päd. mittelalter

Michael K77
10.06.2009 18:44
Sie haben insofern Recht,

als standardisierte Prüfungsverfahren vor allem in jenen Ländern bevorzugt werden, die sich dem programmierten Unterricht weitgehend annähern.

Das bedeutet einerseits, man will mit deutlich niedriger qualifiziertem Lehrpersonal auskommen und verzichtet auf die bisher hoch gehaltene Methodenfreiheit und autonome Gestaltung von Lehrinhalten.

In Österreich dürfte sich ein lauer Kompromiss ausgehen: Ein bisserl zentralere Themenstellungen, ein bisserl genauere Anleitung zum Korrigieren und ein bisschen mehr Nivellieren der Abschlüsse (vermutlich nach unten).

Befehlsgemäß wird die neue Zentralmatura ein Erfolg werden müssen -- d. h. es müssen sie fast alle schaffen.

Radio Eriwan
11.06.2009 10:32
Die Annahme im letzten Satz ist nicht zwingend.

Es stimmt aber, dass der Schwierigkeitsgrad von vornherein festgelegt werden muss. Den kann man für standardisierte Verfahren nur durch den (direkten oder angenommenen) sozialen Vergleich ermitteln. Somit steht immer schon von vornherein fest, wie viele Prozent der Maturanten letztlich bestehen werden. Der wahre Wert der Zentralmatura besteht somit nur darin, die Namen der Versager zu eruieren.

lehrerlämpel
10.06.2009 18:23
in österreich ist das gefühl für "fairness"/gerechtigkeit im vergleich zum englischen sprachraum zu wenig ausgeprägt

das ausmaß, in dem die beurteilung in österreich davon abhängt an welchen lehrer ein schüler zufällig gerät, ist unerträglich. das sage ich nach über zwanzig jahren tätigkeit als ahs-lehrer und als vater von zwei kindern an ahs und bhs (beide gute schüler). dieser mißstand zieht sich von der volksschule bis zur reifeprüfung, und wahrscheinlich weiter (wenn wir an die willkür mancher kauziger universitätsprofessoren aus unserer studienzeit denken).

raus aus dem pädagogischen mittelalter!
mit erhobenem zeigefinger
lehrer lämpel

TTino
10.06.2009 20:31
"Fair" oder "vergleichbar"?

Was wird bei einer Zentralmatura "fairer"? Wer einen guten Lehrer genießen kann, hat alle Chancen, wer einen pädagogischen Rohrkrepierer vorgesetzt bekommt, den verhaut's die Matura - ziemlich "fair". Die Zentralmatura macht die Leistungen nur "vergleichbarer", und das hilft höchstens bei der Erstellung des News-Ranking der "100 besten Schulen" oder der Einführung eines Numerus clausus inkl. Lösung der Probleme mit unseren überfüllten Unis (v.a. die bösen deutschen NC-Flüchtlinge sind wir dann wieder los...)

Sidlo
10.06.2009 16:47
Alles was auf den Mittelschulen gelehrt wird

ist doch ein schon allerlängst gefestigtes Wissen. Sich dabei zumindest in den Hauptfächern auf einen einheitlichen Lehrplan zu einigen kann wohl daher nicht allzu schwer sein.

FatFaceRicky
10.06.2009 04:22

Das Niveau kann nur steigen mit einer Zentralmatura. Wenn ich daran denke, welche Trotteln in meiner Klasse die Matura quasi geschenkt bekommen haben, kann ich dem nur zustimmen. Ich schätze, 20% von meinen Klassenkammeraden hätten es damals mit objektiven, zentral kontrollierten Kriterien nicht geschafft.

Die Lehrer sind natürlich schon wieder in Panik ob der österreichweit vergleichbaren Beurteilbarkeit ihrer Leistungen (oder deren Aubleiben). Die GÖD wird das wahrscheinlich wieder abwürgen, in dem Fall kann man nur hoffen, dass dadurch wenigstens die unneidige UG-Novelle auch kippt.

asinus
10.06.2009 16:34

Aber geh, das ist ein bissl weit hergeholt. Das Niveau wird sinken, nur wird das kaum noch bemerkt werden, denn dass die Zahl der "Trottln", wie Sie sagen, niedrig bleibt, dafür wird dann zentral gemogelt. Eine höhere Durchfallsquote wird sicher nicht akzeptiert werden. Und die Vorarbeiten für das Sinken wurden bereits geleistet, siehe die neue Maturaordnung für lebende Fremdsprachen: nur mehr 600 Worte Minimum (in 5 Stunden!!), Überlänge wird bestraft und nicht wie bisher belohnt, keine Ausarbeitung eines kompletten Themas, sondern mehr oder weniger kurze Statements zu 2 Themen usw. - Das alles gehört zum Plan, da ist auch die GÖD nicht daran beteiligt gewesen.

Michael K77
10.06.2009 09:09
Ich denke, dass Sie dem Projekt zu viel zutrauen.

Haben Sie sich die ausgearbeiteten Vorschläge angesehen? Die ersten Erfahrungsberichte zur Englisch-Zentralmatura sind da und dokumentieren sehr viel Unprofessionalität und Schlamperei.

Dass die "GÖD" eine Entscheidung der Ministerin abwürgen kann, wäre mir neu. Sie braucht ja nur das zu tun, wofür sie bezahlt wird, nämlich zu entscheiden.

Vorerst sieht es so aus, als ob die "teilzentrale" Matura alles mögliche wird, nur nicht verlässlicher als die alte. Korrigieren wird weiterhin der unterrichtende Lehrer. Da bislang noch niemand ernsthaft über die notwendige Vereinheitlichung der Lehrpläne nachgedacht hat (außer der AHS-Lehrervertretung) werden zwangsläufig sehr grundlegende Dinge abgefragt.

asinus
10.06.2009 16:36

Der Dilettantismus wird auch weiterhin herrschen oder nur um teures Steuergeld zu vermeiden sein. In Nordrhein-Westfalen haben nach den Pannen des 1. Jahres über 100 (!!!) "Experten" die Reifeprüfung auf ihre Durchführbarkeit geprüft. Bisher ging es schulweise völlig klaglos zustatten, und die Kontrolle ist durch das Einsenden der Themen sowieso gegeben.

Sidlo
10.06.2009 09:31
Korrigieren vom unterichtenden Lehrer

ist natürlich eine völlige Unvereinbarkeit! Nur weil momentane Vorschläge vieleicht völlig diletantisch sind kann man aber doch nicht das ganze Projekt verwerfen. Das ist doch keine Ausrede! Soll man sich doch am Ausland (zb. Frankreich) orientieren wo es soetwas schon sein Menschengedenken gibt.

Michael K77
10.06.2009 09:45
Tja, der Entwurf sieht aber genau das vor.

Ich gebe zu bedenken, dass ich den Begriff Dilettantismus absichtlich vermieden habe. (Er hat etwas mit Liebe zur Sache zu tun, die ich beim Bifie nicht spüre.)

Außerdem findet man tatsächlich mehr als nur diesen einen grundlegenden Fehler.

Die ersten Versuche mit der Englisch-Matura haben eine ganze Reihe von Mängeln zutage gefördert, die den Organisatoren anzulasten sind. Z. B. gab es massive Probleme mit den Hörbeispielen.

Wie gesagt, die Vorschläge für Deutsch gibt es noch nicht einmal, und die Frage nach der Vereinheitlichung der Lehrpläne dürfte noch keinem der Verantwortlichen der Beschäftigung wert gewesen sein.

TTino
10.06.2009 20:35
Korrigieren vom unterrichtenden Lehrer

Der Entwurf sieht zwar vor, dass der unterrichtende Lehrer korrigiert, aber nach genau vorgegebenen Kriterien. Nur die "Sch...arbeit" bleibt also den Lehrern erhalten, entscheiden dürfen s' nix mehr... Interessant wird das auch, wenn ein Schüler einmal eigenständige Lösungsansätze zeigen sollte, die von der "Zentrale" nicht vorausgesehen wurden.

Michael K77
10.06.2009 20:39
Die Schüler/innen sollten günstigerweise einen

einigermaßen fähigen, beim Korrigieren jedoch sehr schlampigen Lehrer haben.

Das schafft vermutlich die besten Voraussetzungen.

Kein System ist so perfekt, wie die Experteln das verbreiten.

TTino
10.06.2009 20:46
Da sei Bifie vor...

Ich bin sicher, dafür wird im Bifie eine bestens dotierte Unterabteilung eingeführt, die die Korrekturen evaluiert, validiert, verifiziert und gegebenenfalls korrigiert - ob sich das amortisiert...? ;-)

Michael K77
11.06.2009 14:43
Vielleicht ist es am besten, wenn man

diese ganze Mischpoche ignoriert.

lehrerlämpel
10.06.2009 19:22
es ist die schwarze ahs-gewerkschaft, die die zentrale korrektur und beurteilung ablehnt

das entnehme ich unter anderem der in diesem punkt unseriösen interpretation des umfrageergebnisses unter ahs-lehrern seitens frau (betonschädel)scholik. sie schrieb in der entsprechenden ausgabe der ahs sinngemäß, dass sich ein nicht geringer teil der kollegen für die zentrale beurteilung ausgesprochen habe, so quasi nach dem motto, wenn ihr uns die themenstellung nicht zutraut, dann könnt ihr euch die arbeiten auch selber korrigieren. warum unterstellt sie den kollegen diese denkweise als motiv, anstatt anzuführen, dass es gute gründe gibt, eine zentrale beurteilung zu fordern? ärgerlich.
(ein genaues zitat ist mir leider nicht möglich)
mit erhobenem zeigefinger
lehrer lämpel

Michael K77
10.06.2009 09:29
M. E. wird die Matura mit der Pseudo-Vereinheitlichung

für die meisten eher einfacher. Ob sie objektiver wird, bleibt fraglich: Schließlich profitiert ein Kandidat, auch wenn die Korrekturen streng nach einem Leitfaden durchgeführt werden, ja eher von einem ungenau korrigierenden Lehrer, während ein gewissenhafter Lehrer tendenziell schlechtere Ergebnisse erzeugen wird.

Eine effiziente Kontrolle von außen ist ja nicht vorgesehen. Sie wäre vermutlich noch teurer als das Projekt in der derzeitigen Form.

Sidlo
10.06.2009 09:48
Für eine objektive Leistungsmessung

sollte nichts zu teuer sein. Nichts ist teurer für den Staat als die völlig Abwesenheit eines objektiven Leistungsvergleiches der am besten landübergreifend sein soll. Wohin das führt hat man ja im ehemals real existierenden Sozialismus gesehen.

asinus
10.06.2009 16:38

Das lag ja an anderen Dingen, an der Art, wie Parteitreue höher als alles andere gestellt war usw. - Ich sage, die angebliche Vergleichbarkeit ist nicht viel wert, denn auch hier kann man genug mogeln.

Michael K77
10.06.2009 10:14
Akzeptiere ich vollinhaltlich.

Doch nach 2 Jahrzehnten Schuldienst kenne ich eigentlich nur die Formel, dass alles nicht nur auf Befehl besser, sondern auch gleichzeitig billiger werden soll.

Neu ist seit einigen Jahren nur das Andienen von externen Experten, die ungeachtet völliger Unzuständigkeit in angenehmen Symposien den Stein der Weisen gebären, der dann den Lehrern auf den Kopf fällt.

Nur der Vollständigkeit halber: Ich bin von der Einführung der "teilzentralen" (Was soll das eigentlich sein? Die partielle Schwangerschaft?) Matura "nur" als Elternteil betroffen.

Da mich standardisierte Prüfungsverfahren allerdings interessieren, habe ich versucht, das Projekt mitzuverfolgen und bin bislang nicht beeindruckt.

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