Innviertler fuhr 32 Jahre ohne Führerschein unfallfrei

9. Juni 2009, 10:27
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Eine Polizei-Schwerpunktkontrolle entlarvte den Schwarzfahrer als Urkundenfälscher

Ein Innviertler ist 32 Jahre lang unfallfrei mit dem Auto gefahren obwohl er keinen Führerschein besitzt. Bei einer Kontrolle der Polizei, die eigentlich der Fahndung nach Einbrechern galt, wurde er Montag früh erwischt. Das berichtete die "Kronen Zeitung" in ihrer Dienstag-Ausgabe.

Der heute 55-Jährige ist als 20-Jähriger mehrmals bei der Führerscheinprüfung durchgefallen, "weil ich nichts g'lernt g'habt hab' und nicht die Nerven g'habt hab'", wird er von der Zeitung zitiert. Dass er kein "rosa Papierl" besitzt, ist bei dem fleißigen Familienvater und strikten Antialkoholiker bisher nie aufgefallen: "Ich bin schon ein paar Mal aufg'halten worden, aber die Polizisten haben mich jedes Mal weiterfahren lassen."

Führerschein vom Vater

Als sein Vater vor drei Jahren gestorben ist, hat er dessen verwaschenen Führerschein mit einem verblichenem Foto übernommen. Er hat das falsche Dokument auch vorgewiesen, als er Montag um 3.40 Uhr auf der B 141 auf dem Weg zur Arbeit mit seinem ordentlich zugelassenen Pkw gestoppt wurde: Eine Polizei-Schwerpunktkontrolle gegen Einbrecherbanden entlarvte den Schwarzfahrer als Urkundenfälscher, der sich auf eine Verwechslung der Dokumente auszureden versuchte: "Ich hab' nur den falschen Schein eingesteckt - meiner liegt daheim."

Er muss jetzt mit einer Strafe für Schwarzfahren rechnen. Der Strafrahmen dafür liegt zwischen 363 bis 2180 Euro. Und er will jetzt noch einmal zur Fahrprüfung antreten, aber: "Urkundenfälschung ist ein Strafrechtsdelikt", gibt der Jurist der Bezirkshauptmannschaft Ried im Innkreis Gerhard Obermair zu bedenken. Nun sei auch die notwendige Zuverlässigkeit des Führerscheinkandidaten zu prüfen: Schwerere Verbrechen würden auch mit lebenslangen Fahrverboten geahndet. (APA)

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