Heidelberger Druck streicht Dividende

9. Juni 2009, 08:45
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Aufgrund des starken Umsatz- und Ergebnisrückgangs wird das Unternehmen auf eine Ausschüttung verzichten

Stuttgart - Der verlustreiche deutsche Maschinenbauer Heidelberger Druck streicht wegen der Absatzflaute die Dividende. Aufgrund des starken Umsatz- und Ergebnisrückgangs wolle das Unternehmen auf eine Dividendenausschüttung verzichten, teilte der weltgrößte Druckmaschinenhersteller am Dienstag in Heidelberg mit. Für das laufende Geschäftsjahr sei noch keine Besserung der wirtschaftlichen Lage in Sicht.

Der Auftragseingang werde zunächst auf dem niedrigen Niveau der jüngsten beiden Quartale verharren. Der Umsatz werde daher im Geschäftsjahr 2009/10 (31. März) voraussichtlich abermals sinken. Dadurch fehlende Deckungsbeiträge und erhöhte Refinanzierungskosten, unter anderem für staatliche Bürgschaften, dürften 2009/10 voraussichtlich erneut zu einem Verlust nach Steuern führen.

Staatliche Hilfe

Heidelberger Druck hat im großen Umfang staatliche Hilfe beantragt. Insgesamt belaufe sich die Summe auf 850 Mio. Euro, erklärte Finanzchef Dirk Kaliebe am Dienstag. 300 Mio. Euro entfallen dabei auf einen Kredit der bundeseigenen KfW-Bankengruppe, für 550 Mio Euro an Krediten bei Geschäftsbanken soll der Staat notfalls über Bürgschaften gerade stehen.

Die entsprechenden Gremien des Bundes hätten hierzu bereits ihre grundsätzliche Zustimmung erteilt, sagte Kaliebe. "Mit dieser Unterstützung können wir den Zeitraum der Finanzmarktkrise überbrücken", sagte Vorstandschef Bernhard Schreier.

"Mit der erwarteten Kreditzusage unserer Banken verfügen wir jetzt auch weiterhin über einen soliden Finanzierungsrahmen", so Schreier. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sei es dem Unternehmen gelungen, die bestehende Finanzierungsstruktur neu zu verhandeln und durch die Zusagen des Bundes die Liquidität des Konzerns zu sichern.

Nach der grundsätzlichen Zustimmung des Bundes erwarte Heidelberger Druck in Kürze auch eine Entscheidung des Wirtschaftsausschusses des Landes Baden-Württemberg. Weil bei Verlagen die Werbeaufträge ausblieben und Banken weniger Kredite für neue Maschinen gaben, gehen bei Heidelberger Druck seit rund einem Jahr die Bestellungen zurück. (APA/Reuters)

 

 

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