Katar will ein Viertel von Porsche

9. Juni 2009, 12:45
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Das Emirat könnte bis zu 25 Prozent an der Porsche-Holding übernehmen, die Gespräche sind in fortgeschrittenem Stadium

Frankfurt - Die Gespräche zwischen dem deutschen Porsche-Konzern mit dem Emirat Katar über einen Einstieg bei dem hoch verschuldeten Sportwagenbauer sind laut "Financial Times" bereits in fortgeschrittenem Stadium. Dabei gehe es um einen Anteil von bis zu 25 Prozent an der Porsche-Holding, berichtete die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Kreise.

"Es gibt Gespräche nur noch mit Katar", bestätigte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Stuttgart. Vor einigen Wochen hatte Porsche nach eigenen Angaben noch mit mehreren Interessenten gesprochen, um aus der Finanzklemme zu kommen. Der Sportwagenbauer sitzt seit dem Einstieg bei Volkswagen auf einem Schuldenberg von neun Milliarden Euro.

Konzernchef Wendelin Wiedeking führe dazu Gespräche mit dem staatlichen Investitionsfonds Qatar Investment Authority (QIA). Dieser durchforste derzeit die Bücher des Sportwagenherstellers. Sollten die Gespräche erfolgreich abgeschlossen werden, könnte die Transaktion binnen Wochen öffentlich gemacht werden, hieß es in dem Bericht.

Zugleich bemüht sich Porsche bei der staatlichen KfW um einen Betriebsmittelkredit in Höhe von 1,75 Mrd. Euro. Dazu sagte der Porsche-Sprecher, falls die KfW den Antrag ablehnen sollte, würde sich Porsche um Alternativen bemühen. Worin die Alternativen bestehen, ließ er offen.

Dem Blatt zufolge würde ein Einstieg Katars die Position von Porsche in den Fusionsverhandlungen mit Volkswagen stärken. Der Wolfsburger Autokonzern hatte allerdings seinerseits deutlich gemacht, dass auch er eine finanzielle Stärkung von Porsche durch einen neuen Investor grundsätzlich begrüßen würde.

Im Machtkampf mit Porsche hatte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech unlängst gefordert, das Stuttgarter Unternehmen müsse erst seine Schuldenprobleme in den Griff bekommen, bevor Entscheidungen über einen integrierten Autokonzern mit VW getroffen werden können. (APA)

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