Pentagon gibt Fehler bei Luftangriff auf Zivilisten zu

8. Juni 2009, 23:35
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Untersuchungsbericht dokumentiert Regelverstöße - Bei Bombardement starben Anfang Mai 140 Zivilisten

Washington - Der irrtümliche Luftangriff auf Zivilisten in Afghanistan Anfang Mai ist einem Untersuchungsbericht des Pentagon zufolge auf Fehler der US-Streitkräfte zurückzuführen. Es habe "Probleme mit Taktik, Technik und Abläufen" gegeben, die zu dem tödlichen Angriff im afghanischen Bezirk Bala Buluk am 4. Mai geführt hätten, sagte Pentagon-Sprecher Geoff Morrell am Montag in Washington. Die Truppen hätten dabei Einsatzregeln der Streitkräfte missachtet, sagte er weiter.

Die "zentrale Beanstandung" des internen Untersuchungsberichts ist laut Morrell der regelwidrige Luftangriff eines B-1-Bombers, der an dem Einsatz beteiligt war. Wegen einer besonders schwierigen Anflugroute habe der Bomber sein Ziel aus dem Visier verloren, sei aber dennoch mit dem Angriff fortgefahren. Verteidigungsminister Robert Gates sei am Montag in einem einstündigen Briefing über die Ergebnisse der Untersuchung informiert worden, sagte Morrell.

Der Tod der Zivilisten bei dem Einsatz im Bezirk Bala Buluk vor einem Monat hatte in Afghanistan für wütende Proteste gesorgt. Eine Untersuchung der afghanischen Regierung ergab, dass bei den Luftangriffen auf mutmaßliche Taliban-Stellungen 140 Zivilisten getötet wurden, unter ihnen 95 Kinder. (APA)

 

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