Langzeitpräsident und Multimillionär

8. Juni 2009, 22:04
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Staatschef Bongo nach mehr als 40 Jahren an der Macht gestorben

Nairobi/Libreville - Kaum ein Präsident regierte so lange wie Omar Bongo: Er war seit mehr als 40 Jahren in dem westafrikanischen Land Gabun an der Macht und damit der dienstälteste Staatschef des Kontinents. Am Montag starb er nach Angaben des Ministerpräsidenten des westafrikanischen Landes, Jean Eyeghe Ndong, in einem Krankenhaus in Barcelona.

Er wurde am 30. Dezember 1935 als Albert Bernard Bongo. Doch als er 1973 zum Islam konvertierte, nahm er mit dem neuen Glauben auch einen neuen Vornamen an. In Amt und Würden als Staatsoberhaupt war er damals schon. 1967 wurde Bongo im Alter von nur 31 Jahren Staatsoberhaupt, nachdem er fünf Jahre lang das Büro des ersten gabunischen Präsidenten Leon Mba geleitet hatte.

Nach Mbas Tod trat Bongo die Nachfolge an. Bis 1993 regierte er an der Spitze eines Einparteienstaates und gewann danach zwei Wahlen. Beide Male wurden massive Vorwürfe über Wahlfälschungen laut. Durch eine Verfassungsänderung konnte Bongo auch 2005 erneut antreten - eigentlich waren nur zwei Amtszeiten von je sieben Jahren vorgesehen.

Während sich Bongo am liebsten in der Rolle des Friedensstifters in den Konflikten der Nachbarstaaten und Förderer der Jugend sah, war er seit Jahren Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. Seinen Wohlstand - er galt als eines der reichsten Staatsoberhäupter der Welt - soll Bongo unter anderem Bestechungsgeldern in Millionenhöhe für Lizenzen zur Ölförderung verdanken. In Frankreich wurde in diesem Zusammenhang schon 2007 ein Ermittlungsverfahren wegen Veruntreuung von Staatsgeldern und der Anhäufung illegaler Reichtümer gegen Bongo aufgenommen. Er und seine Familie besitzen in Frankreich 39 Luxus-Immobilien. (APA/dpa)

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    Omar Bongo, Präsident und Millionär

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