Mac OS X "Snow Leopard": Besser als Windows 7?

8. Juni 2009, 20:46
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Native 64-Bit-Unterstützung, schnelleres Betriebssystem, neues QuickTime 10 und Safari 4 fertig

Apple hat am Montag im Rahmen der WWDC sein kommendes Betriebssystem Mac OS X 10.6 "Snow Leopard" vorgestellt. "90 Prozent" von Mac OS X 10.5 seien nach Aussagen des Herstellers überarbeitet worden, einige Kernkomponenten wurden gründlich überholt. Man ließ es sich an dieser Stelle auch nicht nehmen gegen Konkurrenten Microsoft zu sticheln, der im Oktober mit "Windows 7 lediglich ein überarbeitetes Vista" bringe.

Konsequent 64 Bit und Grafik-beschleunigt

Im Zentrum der Neuerung stand die vollständige Umstellung auf 64 Bit, sowie die effizientere Ausnutzung moderner Hardware. Sämtliche neuen Anwendungen für "Snow Leopard" wurden dahingehend umgesetzt.

Vor allem für rechenintensive Aufgabengebiete ist die native 64-Bit-Unterstützung essentiell. Dies erlaubt die effektive Nutzung von Arbeitsspeicher-Ausstattungen mit über 4 Gigabyte RAM.

Weiterer Geschwindigkeitszuwachs soll durch die Unterstützung von Grafikbeschleunigern für Anwendungen abseits von Spielen und 3D-Programmen gesichert werden. Die offene Schnittstelle dafür ist OpenCL.

Durch die bessere Ausnutzung von Mehrkernprozessoren seien ebenfalls raschere Arbeitsvorgänge möglich. Dies führt Apple auf eine Objekt-orientierte Arbeitsumgebung zurück, Grand Central Dispatch getauft. Applikationen wie Mail, Safari oder QuickTime liefen nun flotter und Fotos im JPEG-Format und PDF-Dateien ließen sich aufgrund dieser Technologien rascher aufrufen.

Exchange-Unterstützung und Safari 4

Insbesondere Unternehmen kommt die Unterstützung von Microsoft Exchange zugute. Die Anwendungen Mail, iCal und das Adressbuch seien nun mit dem "De-facto-Standard" kompatibel. Anwendern käme ein einfach zu nutzendes Interface entgegen, das die Verwaltung eines Exchange-Kontos deutlich erleichtere. Im Wesentlichen müssten nur noch der Benutzername und das Passwort selbst eingegeben werden. Die unternehmensseitige Voraussetzung dafür ist der Einsatz von Exchange Server 2007 oder höher.

Der Webbrowser Safari 4 wurde fertiggestellt und sei laut Apple "schneller als je zuvor". Im Sunspider-JavaScript-Benchmark erweise sich der Apple-Browser als 7,8 Mal flotter als der Internet Explorer 8 und läge damit vor Chrome an erster Stelle. Den ACID3-Kompatibilitätstest bestünde man zu 100 Prozent.

Neues QuickTime

Eine der optisch auffallenden Neuerungen ist das von Grund auf überarbeitete QuickTime 10. Der Videoplayer glänzt durch eine rahmenlose Darstellung und ähnelt äußerlich dem Medienmanager iTunes. Das Programm unterstützt künftig HTTP-Streaming und erlaubt es Videos direkt zu bearbeiten ohne die Editierungssoftware iMovie öffnen zu müssen. Möglich mache dies unter anderem die native Hardwarebeschleunigung.

Benutzeroberfläche optimiert

An der Benutzeroberfläche von Mac OS X hat sich hingegen nur im Detail etwas geändert. So wurde im Dock eine Exposé-Verknüpfung integriert, mit Hilfe derer sich geöffnete Fenster nun per Knopfdruck auf einen Blick anordnen lassen. Das Dock selbst unterstützt mit Mac OS X 10.6 erstmals 3D-Rendering.

Der Dateimanager Finder ist gleich geblieben, allerdings lassen sich Video-Dateien nun schon in der Icon-Ansicht abspielen und PDFs können in der Icon-Ansicht durchgescrollt werden.

Günstiger und sparsamer

Der Installationprozess von Mac OS X wurde optimiert. So spart man nun gegenüber "Leopard" 6 GB an Speicherplatz und 45 Prozent der Intsallationszeit.

Das neue System wir ab September erhältlich sein, Entwicklern steht eine Vorabversion schon dieser Tage zur Verfügung. Für Aufsehen sorgte neben der Technologie auch der Preis. Die Vollversion schlägt mit 129 US-Dollar zu Buche, Mac OSX 10.5-Nutzer müssen für das Upgrade allerdings nur 29 Dollar zahlen. Die Familien-Lizenz kostet 49 Dollar. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 8.6.2009)

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    Mac OS X 10.6: Kampfansage an Windows 7

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