Klagenfurts Neuer Platz ist "zu leer"

8. Juni 2009, 19:09
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Großveranstaltungen sollen wieder her

Klagenfurt - Dominiert vom Lindwurm und der Kaiserin Maria Theresia, sollte der Neue Platz eigentlich der "Salon" der Klagenfurter Bevölkerung werden. So sah es der Architekt und Städteplaner Boris Podrecca, der Klagenfurts "Herzstück" ein weitläufiges und urbanes Gepräge geben wollte. Die Klagenfurter sind aber gar nicht angetan - immerhin verschlang die opulente Neugestaltung rund 8,4 Millionen Euro.

"Zu leer, keine Äktschn", hört man auch aus dem Rathaus. Großveranstaltungen sollen wieder her. Jetzt überlegt man, das neue Platzkonzept wieder umzustoßen, damit Podreccas eleganter "Stadtsalon" wie zuvor mit Konzertbühnen, Blumentrögen und Standeln "zugemöbelt" werden kann.

Mittlerweile ist auch das Rätsel um das Platanensterben auf dem Neuen Platz gelöst. Ein Gutachten des Bundesforschungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft hat ergeben, dass die Feinwurzeln der Platanen im Winter durch chemische Auftaumittel und Salz schwer geschädigt wurden. Insgesamt wurde eine 25fach erhöhte Konzentration von Natriumionen festgestellt. Insgesamt sind 14 von 65 jungen Bäumen verdorrt. Aufgrund der rund 8,4 Millionen teuren Neugestaltung und Sanierung des Neuen Platzes war zwar ein Salzstreuverbot erlassen worden, daran gehalten hat man sich aber offenbar nicht. (stein/DER STANDARD-Printausgabe, 9.6.2009)

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