Pröll nimmt Faymann vor SP-Angriffen in Schutz

8. Juni 2009, 18:53
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Die ÖVP stellt sich schützend vor den SPÖ-Chef - Die Volkspartei beansprucht den EU-Kommissar für sich

Wien - Äußerst zufrieden mit dem Erfolg bei der Europawahl ist ÖVP-Chef Josef Pröll am Montag nach einer rund dreistündigen Parteivorstandssitzung vor die Medien getreten. Er deponierte dabei klar den Anspruch der ÖVP, den nächsten österreichischen EU-Kommissar zu stellen und verteidigte Bundeskanzler und SP-Chef Werner Faymann gegen die aufkommende partei-interne Kritik nach der Wahlniederlage. Man befinde sich in einer Wirtschaftskrise, da "muss man auf Stabilität setzen und nicht wegen eines Wahlergebnisses die Nerven verlieren", sagte Pröll.

Pröll will Koalition behalten ...

"Ich verstehe das nicht, dass aus der dritten, vierten Reihe begonnen wird, auf den Kanzler zu schießen", kritisierte Pröll. Die ÖVP sei jedenfalls bereit, das Regierungsprogramm bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 "auf Punkt und Beistrich" abzuarbeiten. "Zank und Streit stärken nicht die Regierungsparteien", betonte der ÖVP-Chef der freilich einräumte, dass es seine Partei hier angesichts des Wahlerfolges leichter habe.

... und EU-Kommissar bekommen

Außerdem deponierte Pröll klar den schwarzen Anspruch, auch künftig den EU-Kommissar zu stellen. Faymann habe bereits im Februar signalisiert, dass er keinen Anspruch erheben werde. "Nach dem gestrigen Ergebnis ist aus meiner Sicht klar: Wir wollen den Kommissar stellen", sagte Pröll ohne sich auf einen bestimmten Kandidaten festzulegen. (APA)

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    Foto: Dominic Ebenbichler, Reuters

    Höchststrafe für Faymann: Vizekanzler Pröll eilt ihm gegen SP-Kritik zur Hilfe.

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