Bank Austria übersiedelt Kundendaten

8. Juni 2009, 17:35
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Daten werden ab August in Verona statt in Wien gesammelt

Wien - Heikle Übersiedlung in der Bank Austria: Im August sollen die Daten aller rund 1,8 Millionen Kunden von den Servern im Wiener Rechenzentrum auf den UniCredit-Zentralserver in Verona transferiert werden. Ziel ist ein gruppenweites Rechenzentrum; bevor das etabliert werden kann, muss aber erst noch die gemeinsame EDV-Plattform in der italienischen Bankengruppe stehen (das Projekt läuft unter dem Namen Eurosig). In Deutschland beginnt die Umstellung auf die neue Gruppen-EDV im ersten Quartal 2010, in Österreich wird in rund einem halben Jahr damit begonnen.

Die Bedenken von Kritikern, durch den Datentransfer nach Italien werde das Bankwesen- und Datenschutzgesetz unterlaufen und der Schutz des Bankgeheimnisses aufgeweicht, weist man in der Bank Austria zurück. "Natürlich gelten die österreichischen Gesetze weiterhin, dafür werden alle Vorkehrungen getroffen" , erklärt ein Sprecher. Der Zugriff auf dieDaten dürfe auch künftig nur über die österreichische IT Austria erfolgen; verantwortlich bleibe der Bank-Austria-Vorstand. Das Problembewusstsein für die heikle Mission bei UniCredit zu schaffen, habe aber einigen Aufwands und rechtlicher Expertisen seitens der Wiener bedurft, ist zu hören.

Die IT Austria gehört mittelbar je zur Hälfte der Bank Austria und dem Sparkassensektor - sie betreibt das Rechenzentrum Wien und ist mit der Bank Austria über einen Geschäftsbesorgungsvertrag für die Verwaltung der Daten verbunden. Bei den IT-Mitarbeitern dürfte es zu Umschichtungen kommen. Der Vorstandsbeschluss für den Datentransfer nach Italien steht übrigens noch aus. (gra,DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.6.2009)

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