Neue Hausordnung

Alkohol-Kontrollen im Museumsquartier

8. Juni 2009, 17:19
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    der standard/matthias cremer

    Jetzt verboten: Bier darf nur noch in den Lokalen des MQ gekauft und aus den Pfandbechern getrunken werden

Ab sofort dürfen im Hof des Wiener MQ nur noch Getränke konsumiert werden, die dort gekauft wurden - Enzi-Sitzer rufen zum Protest auf

Pünktlich zum Sommerbeginn bietet der Shop des Museumsquartiers (MQ) die neuen "Enzi-Becher" an. Getrunken werden muss in Zukunft aber wo anders. "Das Konsumieren von alkoholischen Getränken, die nicht in den Gastronomie-Betrieben des MQ erstanden und in MQ-Mehrwegbechern ausgeschenkt wurden, ist nicht gestattet", besagt Punkt eins der neuen Hausordnung. "Bitte draußen bleiben" müssen künftig auch Radfahrer, Skater, Zeitungs-Verkäufer und Musik ist unerwünscht.

"Zuerst habe ich gedacht, die Securities machen einen Scherz", sagt Teresa E. Am Freitag wollte sie mit ihren Kollegen von der Fachhochschule Wien auf den Studienabschluss anstoßen. Von den Steinstufen rund um die Bäume im Hof wurden sie sofort vertrieben, denn die müssen ab sofort frei gehalten werden. Dass die Enzi durch den Regen nass waren, ließen die Sicherheitsleute nicht gelten. Sobald der Sekt ausgepackt wurde, forderten die Wachleute die jungen Leute höflich auf, den Hof zu verlassen.

"Öffentlicher Platz"

"Freiheit im MQ!" fordern Montagnachmittag 4.500 User auf Facebook, die innerhalb eines Tages der Gruppe beigetreten sind. Die zweite Aktion im Internet "Bring your own beer!" lädt dazu ein, einander am 20. Juni um 18 Uhr lautstark im Hof des MQ zuzuprosten. Die Organisatoren argumentieren: "Das MQ ist ein öffentlicher Platz und wird mit unseren Steuergeldern finanziert, im Jahr 2005 mit circa elf Millionen Euro. Wir sehen nicht ein, wieso wir dazu gezwungen werden sollten, das Bier vor Ort zu kaufen."

Es gehe nicht darum, den Umsatz der MQ-Gastronomie zu steigern, heißt es in einer Aussendung des MQ. "Es ist aus Sicherheitsgründen aber notwendig, einige neue Maßnahmen zu setzen, die die besondere Atmosphäre aber keinesfalls stören sondern erhalten sollen", sagt Direktor Wolfgang Waldner. "Das hat doch das MQ ausgemacht, dass es ein Versammlungsplatz für Studierende und alle mit kleinem Budget ist und es eine gewisse Freiheit gibt", kritisiert Teresa. Das MQ beklagt hingegen die Kosten, die durch den Müllberg entstehen würden, den die rund 3,5 Millionen Besucher pro Jahr hinterlassen.

"Unfälle"

Das Verbot von Radfahren, Skaten und Inlineskaten, das bereits seit der Eröffnung des MQ besteht, wird in Zukunft rigoros umgesetzt. "Es ist immer häufiger zu von Radfahrern und Skatern verursachten Unfällen mit Fußgängern und Kindern im MQ kommt", sagt Pressesprecherin Irene Preißler.

Punkt vier der Hausordnung, der den "Verkauf von Waren aller Art" untersagt, stehen Vertreter der Wiener Straßenzeitungen vorerst ratlos gegenüber. "Wir sind noch nicht offiziell informiert worden, würden das aber sehr befremdlich finden", heißt es von Seiten des Augustins. Probleme mit Verkäufern müssten anders gelöst werden, als durch Ausgrenzung, meint Madge Gill Bukasa von der Bunte Zeitung. "Ich will auf keinen Fall, dass sich die Leute von unseren Kolporteuren belästigt fühlen, aber ich sehe das MQ doch als Ort der Kunst und Kultur und wünsche mir eine offene Diskussion", sagt Gill Bukasa. (Julia Schilly, derStandard.at, 8. Juni 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1007
eli001
00
27.7.2009, 23:26
da gibt es viel bessere ideen...

ganz ohne alkohol: eine wiener chanson-sängerin hat einfach die temporäre installation von michael kienzer(wenn ich mich richtig erinnere) im mq als schauplatz für ihr video genutzt: http://www.youtube.com/watch?v=t... re=related
...naja, eigentlich nicht ganz ohne alkohol, wie sich nach einigen textzeilen zeigt ;-)

eli001
00
28.7.2009, 00:30
noch eine bessere idee...

... der richtige link ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=t9_EOhJpvm0

wolf_vienna
00
18.6.2009, 13:22
Besäufnisse fördern?

Es kann doch nicht sein, dass das MQ Besäufnisse von offensichtlich fehlgeleiteten Jugendlichen fördert. Wer seinen Studienabschluss oder ähnliches nur mit einem Rausch feiern kann, tut mir erstens leid und sollte zweitens aus eigenem Interesse seine Denkweise in Bezug auf Spass hinterfragen.

bine66
00
12.6.2009, 10:42
wer?

Wer sind die Menschen, die sich aufregen? Wohl nur die, durch die die "Verschärfung" der Sicherheitsmaßnahmen erst ausgelöst wurde, sicher nicht die, die sich sowieso friedlich verhalten und das Ambiente genießen wollen.
Abgesehen davon: hier wohnen auch Menschen, oft schon seit Jahrzehnten (bevor der Rummel losgegangen ist). Würde es den Besuchern des Muqua zu Hause gefallen, jede Nacht durch laute/s Musik/Geschrei aufgeweckt zu werden? Jeden Tag in der Früh über Glasscherben und Müll zu gehen? Ich denke nicht.

bine66
00
12.6.2009, 10:38
tja...

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Was hat sich denn geändert? Es sind ein paar Durchgänge gesperrt, das war´s aber auch schon. Sonst ist doch eh alles beim Alten geblieben.
Auf dem Weg nach Hause gehe ich immer durch das Museumsquartier durch. Lokalaugenschein Mittwoch, 01.30 Uhr: alles voller Menschen, die laut Singen, Gröhlen, ihre mitgebrachten Alkoholika trinken, mit Glasflaschen Fußball spielen, kiffen, etc. ... und überall liegt jede Menge Müll und Dreck herum. (so wie jeden Tag halt)
Gestern, 01.00 Uhr: es war kalt, deswegen nicht ganz so viele Menschen, nicht ganz so laut, aber trotzdem Berge von Müll.

ino
09
10.6.2009, 12:18
aktivismus

ein neonazi als parlamentspraesident
ein bundeskanzler, der sich vernuenftigen steuerreformen verschliesst
eine innenministern, die offen xenophob und rassisitisch agiert
einen wahnsinnigen zahntechniker, der gern mit kreuzen fuchtelt

all das haben wir in schnitzellland. aber die seelen der moechtegern-bobos beginnen erst zu kochen, wenn man ihnen das billigsaufen im muqua verbietet. da werden dann facebook-seiten angelegt und unterschriften gesammelt.

leute, arbeitet an euren prioritaeten

itzibitzistriezi
01
10.6.2009, 09:09
frage

hab mir mein bier immer bei play.fm gekauft (billiger und schneller). kann ich das dann im mq auf den liegen trinken ?

[ y c a r u ]
 
00
10.6.2009, 11:46

die schütten doch auch in becher um. vor einiger zeit jedenfalls; da bin ich nicht am neuesten stand.

beatpole
00
10.6.2009, 11:37

oder auch manchmal bei der ALOHA-bar, hängt von meiner sitz-liege-lage ab, hab ich auch sehr gern, hoffe sie bleibt erhalten

mfg ;-)

systemfehler1
25
10.6.2009, 07:40
Liegestühle in den Öffis!

Obenohne, Badehosen- und Bikinierlaubnis auf de Mariahilfer- und der Kärntnerstrasse! Von der Gemeinde subventionierte Feten in der Opernpassage!
Freier Sex in der Karlskirche.
Es gäbe viel, wofür das Kämpfen lohnt!
Zeigt uns, ob ihr freie Bürger sein wollt´!
Man kann sich doch nicht dauernd reglementieren lassen!
Wo kämen wir denn da hin!
Gell?
Ich mein ja nur: Gibt´s sonst nix Besprechenswertes ausser dem Anliegen sich öffentlich Alk in die Birne zu leeren?

Barney_Stinson
01
10.6.2009, 11:32
es geht nicht darum ob man öffentlich alk konsumieren kann/soll oder nicht

das wird von den betreibern ausdrücklich erwünscht.
es geht lediglich darum ob man dafür 50 cent oder 4,50 euro bezahlt.

und inwiefern bikinis und badehosen auf der MaHi verboten sein sollen, müssens mir aber noch erklären

tj7
00
10.6.2009, 10:46

ja genau, das macht man nur in einschlägigen kellerlokalen, gell.

systemfehler1
02
10.6.2009, 11:34
Besauft´s Euch überhaupt net,

oder daheim, ihr "Leitkulturler".
Mir fehlt jedes Verständnis für solche Aktionen.

Barney_Stinson
00
10.6.2009, 12:03
ihnen fehlt das verständnis für den konsum von genussmitteln

das ist ja schön und gut, nur ist das noch lange kein grund von oben herab zu reden als wäre das etwas schlechteres als der konsum von gesundem essen, bücher, theater oder tv programm

THE MGT.
00
11.6.2009, 17:55

Auf den Enzis auch Mitgebrachtes zu verzehren war im MQ jahrelang kein Problem - und müsste es auch heute nicht sein. Problematisch wurde es erst, als einige das Maß verloren und den Platz als Partymeile mißverstanden, sich zuzuschütten begannen und ihn in der Folge mit Müll und Wildbrunzen zu versauen begannen.

Das ist kein "Konsum von Genussmitteln", das ist bloß hirnloses Saufen, inkl. der eh typischen Folgeerscheinungen solcher Besäufnisse. Mit "Genuss" hat das doch nichts zu tun.

Ernst Guevara
11
10.6.2009, 09:30
aha..

versteckt sich hinter Ihrer ironie vielleicht ein plädoyer für das "modell iran" bzw. das "modell saudiarabien"? neben Ihrer lust- und genussfeindlichkeit scheinen Sie auch ein anhänger davon zu sein, sich immer schön brav alles gefallen zu lassen und wie die fleissigen und anständigen jedes unrecht kritiklos hinzunehmen, gell? untertanen wie Sie hat dieses land schon immer en masse hervorgebracht. darauf braucht man aber nicht stolz sein.

ROSA10
02
10.6.2009, 01:32
Enstscheidung lokal vs. global

Ich habe im MQ immer sehr wohl gefühlt - sei es aufgrund einer schönen Ausstellung oder wegen der tollen Atmosphäre am Abend. Das MQ hat sich nun in den letzen Jahren zu einem in Wien einzigartigen Treffpunkt entwickelt. Menschen aller Nationen treffen sich dort und tauschen sich aus. Die Stadt Wien muss sich entscheiden zwischen: einem anerkannten, bisher fehlenden, inter- und intra-kulturellen Treffpunkt ohne wenn und aber (samt der dazugehörigen Infrastruktur und den notwendigen Aufwendungen) oder einer weiteren sterilen Kulturortschaft. Denn, wo sollen sich die Menschen nun treffen? Vor der Karlskirche, am Donaukanal, im Prater? - auch schön! - aber was dann? Toleranz oder bald wieder die Vertreibung?
Lebst Du schon oder denkst Du noch?

Ernst Guevara
00
10.6.2009, 05:20
na na na! nicht alles auf die gemeinde schieben, selber was machen und aktiv werden!

es stehen in wien so viele häuser zu spekulationszwecken leer und auch öffentliche plätze gibt es doch genug, man muss nur auf der strasse sichtbar werden und sich freiräume erkämpfen! die argumente der vernunft sprechen ganz klar für diejenigen menschen, die sich ihre freiräume einfach nehmen ohne sich von den unternehmern und vom staat einschüchtern zu lassen! wohnungsnot,ein mangel an nichtkommerziellen orten der sozialen begegnung,gelebte jugendkultur, die verschärfung der sozialen gegensätze durch die krise und somit die notwendigkeit,dem etwas politisch entgegenzusetzen, eine gelebte praktische alternative zum konsumzwang und zur kapitalistischen ausbeutung schaffen und und und. kommt jetzt zu den autonomen, sonst verpasst ihr was! ;)

Ihr Beitrag wird in Kürze veröffentlicht
01
10.6.2009, 07:33

stopstopstop: denen geht's um party, nicht um revolution - du bist auf dem falschen dampfer, alter!

susi strolcher
00
10.6.2009, 10:33
revolution ohne party

klingt imho nach gefährlicher drohung!

Ernst Guevara
00
10.6.2009, 08:40
was Sie alles über "die" wissen...

"Wenn ich nicht dazu tanzen kann, ist es nicht meine Revolution!" (Emma Goldman)

oder auch

"wenn ich mir dabei kein bier hinter die binde kippen kann, dann findet die revolution ohne mich statt" (Ernst Guevara)

party und revolte sind ja kein widerspruch!

triplehead2go
11
10.6.2009, 00:03
punkt eins der hausordnung sagt nix gegen

kiffen, kiffen,kiffen

dajonny
00
10.6.2009, 09:31

Da sagt nur das Gesetz was dagegen!

Linus Tintifax
10
10.6.2009, 14:03
stimmt

und es bleibt völlig unverständlich warum das so ist....

Pfusch
00
ABER, wenn es kein öffentlicher Raum halt einfach nicht ist...

...dann gibt es auch jemanden, der die Verantwortung hat dafür, und das wäre in dem Fall die Betreibergesellschaft.
Seit den 1960ern gibts ne Hausordnung, und eine Hausordnung hat wohl auch jeder, der irgendwo wohnt... Alles in Maßen (und damit meine ich nicht zwingend die bayerischen 1-Liter-Krüge für den Bier-Konsum).
Insofern... wieso aufregen, und mit dem Pfandbecher um 1 EUR nachfüllen wenn es sein muss---

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Posting 1 bis 25 von 1007

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