Wienerin von Lebens­gefährten erstochen und zerteilt

8. Juni 2009, 16:08
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Mann warf die Leiche in den Müll - Religionsstreit als Motiv

Wien - Die Suche nach der seit etwa Mitte Mai aus Wien-Leopoldstadt abgängigen 56-jährigen Ruth S. hat ein Ende: Der Lebensgefährte der Frau gestand, im Zuge eines Streits die Frau mit einem Küchenmesser ermordet zu haben. Danach legte er die Leiche in die Badewanne - als er den Verwesungsgeruch nicht mehr aushielt, zerteilte er die Tote und warf sie in den Müllcontainer, berichtete die Bundespolizeidirektion am Montag.

Der Lebensgefährte hatte am 25. Mai eine Abgängigkeitsanzeige erstattet. Er hatte gegenüber der Polizei angegeben, die Pensionistin sei seit rund drei Wochen abgängig. Im Zuge der Ermittlungen geriet allerdings der Mann unter Tatverdacht. Als Motiv für den Mord nannte der offenbar psychisch kranke Lebensgefährte des Opfers Streitigkeiten wegen seiner Religion: Der 38-Jährige gab gegenüber der Polizei an, Hare-Krishna-Anhänger zu sein. Die Tote soll schon länger über seinen Glauben gelästert und den Verdächtigen erniedrigt haben sowie unmittelbar vor dem Mord gedroht haben, seine Hare-Krishna-Statuen aus der Wohnung zu werfen, berichtete Chefinspektor Othmar Hanny Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Ost. Da stach der 38-Jährige mit einem Küchenmesser zu.

Der Mann war in Verdacht geraten, nachdem Bekannte im Zuge der Suche nach dem 56-jährigen Opfer ausgesagt hatten, dass der 38-Jährige sehr aggressiv und in psychologischer Behandlung sei. Auch war der mutmaßliche Täter vorübergehend verschwunden - er hatte sich einige Tage in der Wohnung der Toten versteckt, während die Ermittler das Puzzle rund um die Abgängige Stück für Stück zusammensetzten. Als der Mann schließlich wieder "auftauchte", antwortete er auf Fragen der Exekutive nur "wirres Zeug" und gab u. a. an, die 56-Jährige nicht zu kennen, berichtete der Chefinspektor.

Hausdurchsuchung

Daraufhin wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt: Dabei entdeckten die Beamten kleine Blutspuren. Auch zwei Leichensuchhunde schlugen im Wohnzimmer der Toten an. Als man den Fußboden aufriss, stieß man auf größere Blutlachen. Das Blut sowie Gewebefunde an vier Sägen stimmte mit der DNA des Opfers ein. Der Mann wurde am 27. Mai festgenommen. Noch gegenüber der Untersuchungsrichterin zeigte er sich verwirrt, bis er schließlich bei einer weiteren Einvernahme gegenüber den Ermittlern ein volles Geständnis ablegte. (APA)

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