EU-Wahl

Grüne Selbstzweifel nach "unnötigster Niederlage"

8. Juni 2009, 16:08

Nach dem historischen Stimmverlust bei der Europawahl machen sich die Grünen auf Fehlersuche - Manche trauern Voggenhuber nach

Wien/Linz/Salzburg - Die Grünen schreiten einen Tag nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der EU-Wahl zur Aufarbeitung. Dabei werden inhaltliche und strategische Gründe in den Vordergrund gestellt, eine Personaldiskussion, wie sie der bisherige EU-Abgeordnete Johannes Voggenhuber im STANDARD-Interview angeregt hatte, möchte man hingegen vermeiden.

"Unnötigste Niederlage seit zehn Jahren"

Der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz empfiehlt seiner Partei nach der verlorenen Europawahl in erster Linie Ursachenforschung bei sich selbst. Er spricht von der "unnötigsten Wahlniederlage der letzten zehn Jahre". Dabei hätten aus seiner Sicht sowohl die Themenlage als auch die politische Lage in Europa und in Österreich für die Grünen gesprochen, verwies er auf grüne Erfolge in anderen EU-Staaten. "Nach sechs verlorenen Wahlen ist es Zeit, die Probleme und damit die Lösungen endlich auch bei uns zu suchen", schreibt Pilz in seinem Internet-Blog.

Die Erklärung, dass die innenpolitischen Themen die Europawahl überlagert und den Grünen geschadet hätten, lässt Pilz jedenfalls nicht gelten: Von den Folgen der Finanzspekulation bis zu Kriminalität und Sicherheit geht es um Europa." Kein Fehler waren aus seiner Sicht auch die harten Attacken auf die FPÖ und ihren dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf: "Das zweite Mandat haben wir wahrscheinlich Martin Graf zu veranken." Hier sei der Einsatz der Grünen "offensichtlich honoriert worden".

Vor weiteren Stellungnahmen wolle er mit verschiedensten Leuten reden und "gescheite Antworten finden", sagte Pilz gegenüber der APA. Keine Stellungnahme wollte der Abgeordnete zu den Auswirkungen der Causa Voggenhuber auf den Wahlausgang abgeben. Pilz hatte Voggenhuber in dessen Kampf um eine Kandidatur für die Europawahl unterstützt und in Zeiten der Wirtschaftskrise eine schärfere soziale Positionierung der Partei gefordert.

Schlechter Umgang mit Voggenhuber

Deutlich kritische Worte zur Causa Voggenhuber fanden hingegen Salzburgs Grüne. Sie zeigen sich nach dem schlechten Abschneiden der Grünen bei der Europawahl verärgert: Hätte man dem nicht mehr an die Listen-Spitze gewählten Europa-Abgeordneten Johannes Voggenhuber die Solidaritätskandidatur auf dem letzten Listenplatz ermöglicht, hätte er ähnlich wie Othmar Karas für die ÖVP zusätzliche Wähler für die eigene Partei mobilisieren können. "Ich halte es nach wie vor für schade", sagte der Salzburger Landessprecher Cyriak Schwaighofer zur APA.

"Wir haben gesagt, man sollte ihn das unbedingt machen lassen. Aber es gab dafür keine Mehrheit, das haben wir dann gezwungenermaßen zur Kenntnis genommen", so Schwaighofer. "Wie sagen dann unseren Oberen immer so schön: Die Gremien haben anders entschieden."

Sicher sei das schwache Abschneiden der Grünen nicht nur auf dieses Ereignis zurückzuführen, aber es habe es verstärkt. Und freilich sei auch klar, dass Voggenhuber immer ein schwieriger Mensch gewesen sei. Dass er dann nicht einmal eine Wahlempfehlung für die Grünen abgegeben habe, "ist auch eine Enttäuschung".

Unmut hatte schon gestern der Kärntner Landessprecher Rolf Holub geäußert. Die Diskussion um Johannes Voggenhuber sei "sicher verzichtbar" gewesen, er hätte lieber das beste Team gehabt. "Aber wenn Eitelkeiten Vorrang haben, kann man nichts machen." Ein Mandat zu verlieren wäre eine klare Niederlage gewesen, mit dem zweiten Mandat über die Wahlkarten sei man "mit einem blauen Auge davongekommen".

Fehlende Positionierung

In Tirol schloss man sich den Salzburger Kollegen an. Sie sähen in der Causa Voggenhuber eine Teilschuld für das schwache Abschneiden. Die Hauptschuld liege aber darin, dass es nicht gelungen sei, die Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek, als "Frau zu positionieren, die das kann, was Voggenhuber auch kann", sagte Klubchef LAbg. Georg Willi am Montag gegenüber der APA. Das liege aber nicht an der Person Lunacek, betonte er.

Lunacek sei auf europäischer Ebene sehr gut vernetzt. Die Zeit sei einfach zu kurz gewesen, meinte Willi. Vielleicht habe man auch zu wenig Energie darauf verwendet. So schmerlich die Niederlage sei, eines der Wahlziele, den Wiedereinzug von Eva Lichtenberger ins EU-Parlament, habe man zumindest erreicht.

Keine Diskussion um Glawischnig

Die oberösterreichischen Grünen fordern nach den Verlusten bei der EU-Wahl den raschen Abschluss des bereits eingeleiteten Reform-Prozesses seitens der Bundespartei. Man müsse wieder in eine inhaltliche Offensive zu gehen. Das erklärten der Landessprecher Landesrat Rudi Anschober und die stellvertretende Klubobfrau im Landtag Ulrike Schwarz in einer Pressekonferenz am Montag in Linz. Für die Landtagswahlen im Herbst in Oberösterreich sehen sie eine "andere Ausgangsposition" als für die EU-Wahl und damit bessere Ergebnisse.

Anschober wiederholte seine bereits am Wahlabend geäußerte Kritik an den Fehlern der Grünen, die in Wien gemacht worden seien: Johannes Voggenhuber nicht kandidieren zu lassen, habe Stimmen gekostet. Entschieden habe ein Bundeskongress, dieser sei sich der Tragweite nicht bewusst gewesen. Ulrike Lunacek habe zum Start damit zu kämpfen gehabt, dass nicht über sie sondern über Voggenhuber diskutiert worden sei. Was Eva Glawischnig betreffe stelle er sie aber "nicht einen Millimeter" infrage.

Der eingeleitete umfassende Reform-Prozess bei den Grünen müsse spätestens bis Ende des Jahres abgeschlossen werden, verlangte Anschober von seiner Partei. Die Themen lägen ohnehin auf der Straße, beispielsweise "Grün statt Rechts" oder "neue krisensichere Arbeitsplätze durch Klimaoffensive und Energiewende". (APA)

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herbert backtrack
00
18.6.2009, 15:08
Positive Signale seitens der Grünen

Mal eine ganz klar positive Linie seitens der Grünen zu den Vorwahlen: http://ichmachpolitik.at/questions/458

gegi4
00
11.6.2009, 14:32
Video zu den Grünen Vorwahlen

Robert Korbei und Lukas Wurz machen reinen Tisch betreffend der Aufnahme der VorwählerInnen.

http://tinyurl.com/l2h87b

Kleiner Onkel
03
10.6.2009, 23:49
Neupositionierung

Die Grünen sollten Peter Pilz zum Parteichef machen. Er ist einer der ganz wenigen, der auch Glaubwürdigkeit vermitteln kann.

-Nathan-
 
03
12.6.2009, 09:57
aber ein Mann...

gegi4
00
11.6.2009, 14:30
Video - Pilz will's wissen

Noch von der Nationalratswahl08, aber wieder top aktuell.
tinyurl.com/pilzwillswissen

gegi4
01
11.6.2009, 14:33
IggyPop93
 
13
10.6.2009, 21:11

Fand schon das Plakat der Grünen peinlich. Lauter Frauen mit erhobenen Fäusten oder es werden Zettel hochgehalten und Fr. Lunaceck hält stolz die Grüne Flagge. Dann der tolle Slogan: Vorwärts Europa. Nehme mal die Idee zum Plakat ist aus der DDR geklaut worden!

rorschach
00
15.6.2009, 14:28
wähl halt das

A-Team oder beser gleich den FP-Chef der überall runtergrinst obwohl er gar nicht antritt oder die ÖVP mit ihren peinlichen österreich plakaten .. hast ja massig auswahl an superen plakaten

Warpsignatur
25
10.6.2009, 14:36
wieso, is eh alles in ordnung...

die grünen haben, so wie die anderen parteien, auch zwei von ihren nichtssagenden, langweiligen, uninspirierten bemsteln in brüssel untergebracht. was die dann dort sagen oder nicht sagen, tun oder nicht tun, interessiert eh keine s**. aber sie werden gut bezahlt und in brüssel soll es eine exzellente gastronomie geben. seien wir doch ehrlich, who gives a f*** about lunacek, lichtenberger, karas und wie die ganzen clowns heißen. genausogut könnte man einen besenstiel dorthin schicken. die eu ist u. a. ein super-pflaster für ausrangierte polit-promis der d-kategorie. insofern wurden die grünen für ihren voggi-abschuß und den anschließenden grottenschlechten wahlkampf eh reich belohnt. und deswegen ist für sie wieder einmal alles in ordnung.

Ernst Guevara
01
10.6.2009, 06:10
ich könnte mir gut vorstellen, meine überzeugung als ungültig-wähler aufzugeben und den grünen meine stimme zu geben,

wenn sie endlich ein wirtschaftliches konzept vorlegen würden,das klar sagt,was sache ist.ein konzept,das sich von der kapitalistischen ausbeutung und vom arbeitszwang eindeutig distanziert und nicht dieses blöde pseudoargument vom "arbeitsplätze schaffen" in den vordergrund stellt,und somit die falschen kapitalistischen verhältnisse ausdrücklich anerkennt.ein konzept mit gegenvorschlägen,die zukunftsfähig sind: selbstverwaltung der produktion durch die arbeiter und gesellschaftliche produktion,kein privateigentum an produktionsmitteln,orientierung an den menschlichen bedürfnissen,luxus für alle,eine sozial gerechte und demokratische internationale wirtschaftsordnung. der kapitalismus hat seine chance gehabt und in jeder hinsicht versagt.

polpet
 
11
10.6.2009, 12:37

Wieso sagt Ihnen die KPÖ dann nicht zu?

Ernst Guevara
01
10.6.2009, 13:46
u.a. deshalb, weil ich nicht damit einverstanden bin,

dass eine "kommunistische" partei mit häusern spekuliert und diese an nazis verkauft - stichwort: EKH. auch der respektlose umgang der KPÖ mit hausbesetzern ist mir zuwider. ausserdem bin ich wie unten geschrieben eher aus der libertären ecke und weniger aus dem kaderpartei-sektor.

Mike Freeman
21
10.6.2009, 11:25
Mit deinen Forderungen bist ganz gut bei den Kommunisten aufgehoben …

… hoppla! Die hatten ihre Chance ja auch schon und sind kläglich in die Diktatur gerutscht mit Luxus für einige wenig und der Reduzierung der menschlichen Bedürfnisse auf das notwendigste für den Rest.

Ernst Guevara
01
10.6.2009, 12:03
denken Sie doch so stereotyp, wie Sie wollen..

ich befürworte eine libertäre/anarchistische gesellschaftliche organisation. ich habe mit diktaturen nichts am hut. aber die sogenannte wirtschaftliche freiheit, also die freiheit, andere menschen wie sklaven für sich arbeiten zu lassen und für den profit auszubeuten, diese freiheit will ich wirklich nicht! kommunistische wirtschaft in kombination mit herrschaftsfreiheit, also anarchie, ist möglich.

Mike Freeman
00
10.6.2009, 12:29
Das können Sie zumindest für sich ganz einfach lösen ohne gleich ein Wirtschaftssystem für tot zu erklären.

Im Kapitalismus ist Geld die lenkende Macht, auch Ihr eigenes. D.h. kaufen sie keine Wahren oder Dienstleistungen für sich ein die nicht Ihren ethischen Grundsätzen entsprechen. Verzichten sie auf "Luxus" bzw. definieren Sie den Begriff für sich um, kurz lenken Sie ihre eigene Nachfrage in die Richtung die Sie gesellschaftlich für richtig halten und reden Sie darüber. Dann regelt sich über die Zeit gesehen die Sache ganz von alleine.
Verordneter Anarchismus ist nämlich nicht für alle Menschen gut. Ein Herr Meindl würde in aller kürzester Zeit das gute alte Faustrecht auspacken und hätte keine Sanktionen zu fürchten.

Ernst Guevara
00
10.6.2009, 13:43
ich will ja auch nichts verordnen, aber für mich klingt die anarchistische option sehr plausibel und in jedem fall ist sie für mich wünschenswert

und auch ein herr meinl wird über kurz oder lang lernen müssen, dass er auf der welt nicht allein ist und dass es vielleicht besser im hinblick auf eine nachhaltige zukunft ist, wenn die menschen einander mit respekt und solidarität begegnen. nur ein vorschlag von mir. und herrschaftsfreiheit heisst ja nicht, dass man es jedem durchgehen lassen muss, wenn er andere ohne respekt behandelt. man setzt halt mehr auf erziehung. insofern erübrigt sich das mit dem faustrecht, denn man wird in der anarchie - dann eben gemeinsam - darauf schauen müssen, dass kein mensch einen anderen menschen in seinen rechten verletzt.

die sache mit dem bewussten konsum und dem darüber reden ist natürlich eine gute idee. leider braucht man auch dazu geld im börsl.

Mike Freeman
00
10.6.2009, 14:36
Na dann red´ma hat a bisserl über anarchistische Theorie

1. Anarchismus bedeutet ein Höchstmaß an eigenverantwortlichem Handeln. Warum soll das für Sie eine Partei organisieren?
2. Sie gehen von einem perfekten Menschen aus der immer ethisch korrekt handelt. Weil der Mensch sich aber bewusst ist, dass er Fehlerbehaftet ist, hat er sich Herrschaftssysteme geschaffen um ein zumindest die gröbsten Fehlen für alle in gleicher Weise beurteilen zu können. Den Vorschlag das Faustrecht gemeinschaftlich zu bekämpfen gab es in Europa Ende des Altertums und er endete in einer kolossalen Massenschlägerei der das Römische Reich zum Opfer fiel. Folglich ist Herrschaftsfreiheit aus Erfahrung keine geeignete Staatsform.
3. Zum Geld im Börsel möchte ich nur anmerken: Keine Ausreden bitte.

Ernst Guevara
01
10.6.2009, 15:39

1. öhm, wo lesen Sie,dass das eine partei organisieren soll? ich sagte nur, ich würde mit dem gedanken spielen, unter den gegebenen umständen, die grünen zu wählen. wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre das eine politische organisation, die auf individueller autonomie und direkter demokratie beruht und eben ohne institutionelle vermittlung (herrschaft) funktioniert.
2. nein, nein, ich rede nicht von einem perfekten menschen, den gibts nicht und wirds nie geben und das ist auch gut,denn fehler machen das leben aus. ich rede davon, dass es gut wäre, gemeinsam die gesellschaftlichen voraussetzungen dafür zu schaffen (primär durch wechselseitige erziehung und von einander lernen), dass menschen ein leben in respekt und solidarität führen.

karmützl
132

Lunacek war eine gute Kandidatin, die von anfang an viele Schwierigkeiten zu durchdringen hatte. Nicht zuletzt die, dass sie eine Frau ist.

Dimple
02
10.6.2009, 13:53
Also ich weiß nicht

Frau Lunacek ist sojemand, wie Hr. Swoboda oder Hr. Karas: Wahrscheinlich eine gute, ehrliche Politikerin, brave Arbeiterin im Weinberg der Partei, aber niemand, die/der einen Trend umkehren und eine Wahl gewinnen kann.

lg
Dimple, und zwar nicht weil sie eine Frau ist, sondern weil sie als Mensch so ist/auftritt

Naschgul
00

Wenn eine Frau gute Vorschläge bringt und fähig ist, ist ihr Geschlecht auch überhaupt kein Problem. Ich glaub, Lunaceks Problem war eher das, dass sie kaum jemand kannte, und die Voggenhuber-Geschichte hat ihr sicher auch mehr geschadet als genützt, da kann die Frau kompetent sein wie sie will.

Jacky O
313
suspekter Kampfposter

Nach Durchlesen einiger Postings zu dem Beitrag wundere ich mich immer mehr über diesen/diese
Wr-Bezirksrätin-83 Kampfposter

Ist Ihnen schon Mal aufgefallen dass Sie bei beinahe jedem Posting einen Smiley oder ein "g" plazieren, und
Sie geben vor vom älteren Semester zu sein (obwohl ihr Benutzername => XYZ 83 - bei 99% aller Benutzernamen steht das 83 dann für das Geburtsjahr

Nicht Mal meine 14-jährige Schwester "g"-t und ^_^ so viel herum

Sind Sie vielleicht im Vollrausch ?

Überhaupt woher haben Sie die Zeit all diese Postings zu schreiben - sollten sie nicht arbeiten um die Zeit.....

Hoppla, das errinnert mich an etwas !

El Coyote
00
14.6.2009, 22:37
Wohl eher eine Ex-BR aus dem Jahr 83, die sich mit ihrer Fraktion zerkracht hat.

Hat es damals ja einige gegeben, in den Zeiten der ALW / ALÖ. Da waren die merkwürdigsten Leute dabei.
Da gab es mehr Flügel als Mitglieder ...

ideenloser provokateur
00
11.6.2009, 23:51
Bezirksrätin

Also ich mag die frau Bezirksrätin
Ist sie doch das Spiegelbild der Wr. Politiker/INNEN an den Machtstellen

futurezonez
72

sofern sie mit dem medium "forum" und der ausdrucksweise anderer user probleme haben, meinungen welche nicht der ihren entsprechen ihnen sowieso zuwider sind, warum fragen's dann nicht einfach ihre 14 jährige schwester bezügl. verhaltensregeln, statt dümmlichst zu denunzieren?

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