UNO-Verwaltung wird weiter abgebaut

8. Juni 2009, 14:35
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In Zukunft nur noch 500 Mitarbeiter - 300 Mitarbeiter verlassen den Kosovo

Pristina - Die UNO-Verwaltung im Kosovo, deren Aufgabenbereich seit der Unabhängigkeitsproklamation des Kosovo im Vorjahr nicht zuletzt wegen der Zivilmission der EU stark reduziert wurde, wird weiter abgebaut. Bis Monatsende sollen nach Angaben eines UNMIK-Sprechers weitere 300 Mitarbeiter den Kosovo verlassen. Ab Juli wird die Mission nur noch 500 Mitarbeiter haben. Dieser Stand soll erhalten bleiben, solange UNMIK im Kosovo tätig ist, berichteten Medien am Montag.

Die UNO hatte nach Kriegsende im Juni 1999 die Verwaltung im Kosovo übernommen. Im Februar 2008 rief Pristina die Unabhängigkeit der ehemaligen südserbischen Provinz aus, 60 Staaten weltweit erkannten die junge Republik seither an. Serbien dagegen erachtet weiterhin die UNMIK als Ansprechpartner im Kosovo. Während Pristina zur Beendigung der UNO-Mission drängt, beharrt Belgrad auf deren Verbleib im Kosovo, solange die UNO-Resolution 1244 von 1999 in Kraft ist.

Seit Dezember operiert auch die EU-Rechtsstaatsmission EULEX im Kosovo. Sie setzt sich aus knapp 2.000 Polizei-, Zoll- und Justizbeamten sowie 1.100 lokalen Mitarbeitern zusammen. Serbien arbeitet nach anfänglichem Widerstand mit ihr zusammen, lehnt jedoch jeden Kontakt mit dem EU-Beauftragten in Pristina Pieter Feith ab, der zugleich Chef des Internationalen Zivilbüros (ICO) ist. Das ICO sieht sich dem von Serbien abgelehnten Status-Vorschlag des UNO-Vermittlers Martti Ahtisaari vom Februar 2007 verpflichtet, wonach der Kosovo in die "überwachte Unabhängigkeit" entlassen werden soll.

Die UNO-Resolution 1244 betrachtet den Kosovo als Teil der nicht mehr existierenden Bundesrepublik Jugoslawien, als deren Nachfolger sich Serbien sieht. Eine neue Entschließung des UNO-Sicherheitsrates verhinderte die Vetomacht Russland, die Serbien in seiner Ablehnung der Unabhängigkeit unterstützt. Die Resolution verpflichtet UNMIK-Chef Lamberto Zannier, mit dem die kosovarischen Behörden praktisch kaum noch Kontakte unterhalten, den Sicherheitsrat halbjährlich über die Situation im Kosovo zu informieren. (APA)

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