Wasserstoffperoxid leitet Wundheilung ein

9. Juni 2009, 12:17
2 Postings

Signal für die Aktivität der weißen Blutkörperchen bei Zebrafischen gefunden

Boston - Ein natürliches Bleichmittel, das vom Körper selbst hergestellt wird, scheint bei Zebrafischen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung von Infektionen und bei der Wundheilung zu spielen. Wissenschaftler der Harvard Medical School wiesen nach, dass nach einer Gewebeverletzung  Wasserstoffperoxid freigesetzt wird. Das ist offenbar das Signal für die weißen Blutkörperchen, sich an der geschädigten Stelle zu versammeln und den Heilungsprozess einzuleiten, so die Forscher im Journal "Nature".

Das Team um Timothy Mitchison fügte den Fischen ein Gen hinzu, das bei Vorhandensein von Wasserstoffperoxid leuchtet. Wurden die Schwanzflossen der Tiere verletzt, wurde Wasserstoffperoxid stoßweise von der Wunde in das umgebende Gewebe freigesetzt. Gruppen weißer Blutkörperchen schienen auf dieses Signal zu reagieren. Wurde die Fähigkeit zur Bildung des Wasserstoffperoxids blockiert, reagierten die weißen Blutkörperchen nicht mehr. Mitchison erklärte, dass man seit einiger Zeit gewusst habe, dass bei einer Verletzung weiße Blutkörperchen auftauchen. Spektakulär an der neuesten Entdeckung sei, dass die Zellen eine Wunde aus einiger Entfernung erkennen können. Bis jetzt habe man jedoch nicht gewusst, worauf sie reagieren. Es gebe zwar Erkenntnisse darüber, was die weißen Blutkörperchen dazu bringt, auf chronische Infektionen zu reagieren. Bei einer isolierten Wunde sei das genaue Signal bisher aber nicht bekannt gewesen.

Krankheiten beim Menschen

Asthma, Blockierungen in der Lunge und einige entzündliche Darmerkrankungen wurden laut BBC immer wieder mit großen Mengen an weißen Blutkörperchen in Verbindung gebracht. Obwohl die Zebrafische auf den ersten Blick nichts mit dem Menschen gemeinsam zu haben scheinen, verfügen sie über einen ähnlichen genetischen Aufbau und werden häufig für die Erforschung biologischer Prozesse eingesetzt.

Im menschlichen Körper wird Wasserstoffperoxid vor allem an drei Stellen gebildet und zwar in der Lunge, im Darm und in der Schilddrüse. Bei Krankheiten wie Asthma hält es Mitchison für denkbar, dass das Lungenepithel aufgrund einer chronischen Irritation zu viel Wasserstoffperoxid bildet. Damit ließen sich die zu großen Mengen an weißen Blutkörperchen erklären. Inwieweit sich die neuen Erkenntnisse auf Menschen übertragen lassen, gilt es jedoch noch zu erforschen. (pte/red)

Share if you care.