ÖVP lässt Frage der Delegationsleitung offen

8. Juni 2009, 14:27
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Parteichef Pröll spricht sich aber für Spitzenkandidat Strasser aus - Volkspartei untermauert Anspruch auf EU-Kommissar

Wien - Äußerst zufrieden mit dem Erfolg bei der Europawahl ist ÖVP-Chef Josef Pröll am Montag nach einer rund dreistündigen Parteivorstandssitzung vor die Medien getreten. Er deponierte dabei klar den Anspruch der ÖVP, den nächsten österreichischen EU-Kommissar zu stellen.

Bundeskanzler Werner Faymann habe bereits im Februar signalisiert, dass dessen Partei keinen Anspruch erheben werde. "Nach dem gestrigen Ergebnis ist aus meiner Sicht klar: Wir wollen den Kommissar stellen", sagte Pröll ohne sich auf einen bestimmten Kandidaten festzulegen. Dem SPÖ-Chef sprang Pröll auch gleich zur Seite und verteidigte seinen Partner an der Regierungsspitze gegen Angriffe der eigenen Partei "aus der dritten und vierten Reihe.

Pröll für Strasser

Im VP-internen Match um die Delegationsleitung der ÖVP-Abgeordneten im Europa-Parlament stellte sich Pröll bei der Pressekonferenz nach dem Parteivorstand klar hinter Spitzenkandidat Ernst Strasser: "Er hat uns gestern zum Wahlsieg geführt." Offiziell entschieden werde über den Delegationsleiter kommende Woche in einer Abstimmung unter den sechs Abgeordneten, kündigte Pröll an. Ob sich auch Listen-Zweiter Othmar Karas bewerben werde, wisse er nicht, da dieser angekündigt habe, vor einer Entscheidung das Vorzugsstimmenergebnis abzuwarten.

Pröll machte jedenfalls deutlich, dass das Vorzugsstimmenergebnis für die Entscheidung über die Delegationsleitung aus seiner Sicht nicht ausschlaggebend ist und verwies auf die Nationalratswahl: "Ich habe 59.000 Vorzugsstimmen in Niederösterreich bekommen, wesentlich mehr als der jetzt regierende Bundeskanzler und ich bin es auch nicht geworden." Aber, so versicherte der ÖVP-Chef: "Wir werden respektvoll mit den Vorzugsstimmen, die Othmar Karas bekommen hat, umgehen." (APA)

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