Faymann-Rücktritt "ein Un-Thema"

8. Juni 2009, 14:29
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Altkanzler Vranitzky nach SPÖ-Debakel bei EU-Wahl im Video-Interview: Parteiführung soll "in sich gehen" und sich vor allem dem Ausländerthema stärker widmen

"Es ist tatsächlich ein sehr sehr böses Ergebnis und kann ja nur dazu führen, dass die Parteiführung in sich geht", meint Altkanzler Franz Vranitzky am Tag nach der EU-Wahl zum Debakel der SPÖ. Der ehemalige SPÖ-Vorsitzende spricht sich jedoch gegen einen Rücktritt von Werner Faymann aus. 

Ausländerthema

Vranitzky legt der SPÖ nahe, sich für künftige Wahlgänge dem Ausländerthema verstärkt zu widmen. Er selbst halte die Zuwanderung in Österreich für eine "Bereicherung", man müsse nun aber dafür sorgen, dass die Zuwanderer "in europäische und damit auch österreichische Gesellschaftssysteme fair und ordnungsgemäß integriert werden." Denn: Die Ausländerfeindlichkeit reduziere sich nicht von selbst auf Null, sondern hier müsse die Politik Handlungen setzen. Ein zentral wichtiger Punkt sei hier die Ausbildung der Jugend.

Kein Faymann-Rücktritt, aber ...

"Rücktritt oder nicht Rücktritt ist nicht mein Thema und ich halte es für den gegebenen Zeitpunkt sowieso für ein Unthema," meint Vranitzky angesprochen auf die parteiinterne Kritik an Faymann. Der Altkanzler hält jedoch fest, dass er sich wünschen würde, dass die Umsetzung der Konjunkturmaßnahmen rascher umgesetzt würden. Das betreffe jedoch nicht nur die Sozialdemokratie, sondern die gesamte Bundesregierung, "und last but not least den Finanzminister". (rasch, derStandard.at, 8. Juni 2009)

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