Universität Graz verzeichnet Boom an Studienanfängern

8. Juni 2009, 14:10
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Dieses Semester 53 Prozent mehr Erstzulassungen - Vizerektor: "Entfall der Studienbeiträge und Krise macht Uni attraktiv"

Graz - Der weitgehende Entfall der Studienbeiträge und die kritische Wirtschaftssituation zieht junge Leute offenbar verstärkt an die Universität: Die Karl-Franzens-Universität Graz verzeichnet ein kräftiges Plus an Studierenden im aktuellen Sommersemester. Die Zahl der Studienanfänger ist im Vergleich zum Sommersemester des Vorjahres um 53 Prozent gestiegen, die Gesamtzahl der gemeldeten Studierenden um neun Prozent.

Die aktuellen Zahlen widerlegen den bisherigen Trend, dass in den Sommersemestern die Studierendenzahl aufgrund häufigerer Abschlüsse im Wintersemester zurückgeht: Die Gesamtzahl der gemeldeten Studierenden ist an der Universität Graz in diesem Sommersemester um 1.900 Studierende auf 22.255 Personen angewachsen, so Pressesprecher Andreas Schweiger am Montag zur APA. Einen Boom gebe es vor allem bei den Erstzulassungen, also Studierenden, die erstmals an der Universität Graz inskribiert haben: Statt wie im Vorjahr 427 zählt man in diesem Semester 653, plus 53 Prozent.

Studium in wirtschaftlichen Krisenzeiten "attraktiv"

"Zum einen bezahlen fast 80 Prozent der Studierenden keine Studienbeiträge, zum anderen dürfte ein Studium an der Uni Graz in wirtschaftlichen Krisenzeiten attraktiv sein", begründet Studien-Vizerektor Martin Polaschek die Zuwachsraten. Auch viele exmatrikulierte Studierende dürften wieder ein Studium an der Uni Graz aufgenommen haben: Einen Run gibt es auf das rechtswissenschaftliche Doktorat (plus 81 Prozent), viel Interesse aber auch für das Doktoratsstudium Pädagogik (plus 34 Prozent).

Besonders stark nachgefragt sind auch die Lehramtsstudien: Anglistik, Germanistik, Geschichte, Physik, Biologie und Biologie verzeichnen Studierenden-Zuwächse zwischen zehn und 22 Prozent. "Mit mittlerweile sechs Fachdidaktikzentren und einer beispielhaften Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen hat die Uni Graz die Lehramtsstudien moderner und anziehender gestaltet", meint Polaschek.

Plus bei Umweltsystemwissenschaften

Im Diplomstudium Pharmazie gibt es seit Herbst 2007 keine Zugangsbeschränkung mehr: Das mache sich seit dem Vorjahr auch in steigenden Inskriptionszahlen bemerkbar. Ungebrochen sei das Interesse für das Bachelorstudium Umweltsystemwissenschaften: Im Vergleich zum Sommersemester 2008 gibt es ein Plus von 21 Prozent. Steigender Nachfrage erfreut sich auch das NAWI-Graz-Bachelorstudium Erdwissenschaften, das gemeinsam mit der TU Graz angeboten wird. (APA)

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    Die Wirtschaftskrise bewegt viele zum Studieren.

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