Zunehmend mehr Menschen von Naturkatastrophen betroffen

8. Juni 2009, 13:20
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Hilfsorganisationen erinnern an humanitäre Dimensionen des Klimawandels

Bonn - Immer mehr Menschen sind vom globalen Klimawandel mit Hochwasser, Dürren oder Stürmen betroffen. Allein im Jahr 2008 seien durch Naturkatastrophen als Klima-Folgen rund 20 Millionen Menschen obdachlos geworden und aus ihren Heimatregionen geflüchtet, berichteten internationale Hilfsorganisationen am Montag in Bonn auf der UN-Klimakonferenz. Diese humanitären Dimensionen müssten bei einem neuen Klima-Abkommen, das im Dezember in Kopenhagen unterzeichnet werden soll, berücksichtigt werden, forderten 18 Organisationen, darunter auch UN-Einrichtungen.

Die Zahl der von Naturkatastrophen direkt betroffenen Menschen sei im vergangenen Jahrzehnt stark gestiegen. Im Schnitt würden 211 Millionen Menschen jedes Jahr heimgesucht. Klimawandel werde sich künftig auch stark auf Migration und Bevölkerungsbewegung auswirken. Die humanitären Herausforderungen durch den Klimawandel seien immens, sagte der UN-Koordinator für humanitäre Aufgaben, John Holmes. Es komme darauf an, das damit verbundene menschliche Leid zu minimieren.

Die Industrieländer wollen den vom Weltklimarat (IPCC) angestrebten Klimaschutz-Zielen für das kommende Jahrzehnt noch nicht folgen. Bisher liegen bei den UN-Verhandlungen für eine neues Klima-Abkommen in Bonn Vorschläge auf dem Tisch, die für mehr als 30 dieser Länder - darunter fast alle EU-Staaten und die Schweiz - eine gemeinsame Minderung von Treibhausgasen um 17 bis 26 Prozent bis 2020 (im Vergleich zu 1990) bedeuten. "Diese Spanne ist nicht genug, um das Problem des Klimawandels in den Griff zu bekommen", sagte der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer. (APA/dpa)

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