Der Aufstand der "Rabenmütter"

8. Juni 2009, 14:56
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Ein neues Buch von Jutta Hoffritz macht berufstätigen Müttern Mut, sich kein schlechtes Gewissen einreden zu lassen

Hamburg - Berufstätige Mütter stehen in den meisten Fällen zu Unrecht in der Kritik, sich nicht genügend um ihre Kinder zu kümmern. Das meint Jutta Hoffritz, Journalistin bei der Zeit und Autorin des Buches "Aufstand der Rabenmütter".

"Die sogenannten Rabenmütter sind besser als ihr Ruf", bringt es Jutta Hoffritz auf den Punkt. "Ich vermute stark, dass selbst die berufstätigen Mütter heute unterm Strich mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen als ihre Großmütter und Urgroßmütter. Je weiter man zurückgeht, desto mehr Pflichten lasteten auf Frauenschultern. Melken, buttern, jäten, ernten - kaum eine Familie konnte früher auf die Arbeitskraft der jungen Frauen verzichten. Von der 35-Stunden-Woche oder gar den Teilzeitjobs unserer Müttergeneration konnten Familien nur träumen."

Jutta Hoffritz möchte Frauen Mut machen, sich für Kinder und den Beruf zu entscheiden, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Sie plädiert für mehr Gelassenheit und rät Müttern, doch mehr auf ihre eigenen Instinkte zu vertrauen, als von einem Babykurs zum anderen zu hetzen. "Wir verteufeln die Fremdbetreuung, gleichzeitig grassiert der Frühförderwahn. Max und Mia-Marie müssen heute zu Fremdsprachen- und anderen Förderkursen, noch bevor sie laufen können. Gleichzeitig gilt Kindergarten unter drei Jahren bei Besser-Müttern als echtes Problem. Welch gigantischer Widerspruch!" (red)

Jutta Hoffritz:
Aufstand der Rabenmütter
Warum Kinder auch ohne Baby-Yoga und Early-English glücklich werden
Droemer/Knaur 2008
ISBN-13: 978-3426780923
Euro 8,95

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    foto: buchcover
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