Vorsicht vor Taschendieben im Urlaub

8. Juni 2009, 11:52
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KfV warnt Touristen vor Langfingern, die vor allem im Getümmel der Stadt leichtes Spiel haben und gibt Tipps für mehr Sicherheit im Urlaub

20.000 Taschendiebstähle werden allein in Venedig jedes Jahr verübt, die Opfer sind sehr häufig Urlauber. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit warnt Touristen vor den Raubzügen der Taschendiebe, die sich am liebsten Urlauber aussuchen, die im größten Gedränge von Städten kaum eine Chance haben, ihr Hab und Gut zu schützen.

Beliebt Plätze sind unter anderem Fußgängerzonen, Sehenswürdigkeiten, Märkte und öffentliche Verkehrsmittel und generell alle Orte, an denen sich große Menschenmassen ansammeln. Durch das Gedränge gelangen die Diebe in Körpernähe und können so, oft unbehelligt, Wertgegenstände wie Handys, Kameras oder Bargeld entwenden. Bis das Opfer den Diebstahl bemerkt, ist der Dieb meist bereits in der Menschenmenge verschwunden.

Der Eiscremetrick

Häufig wird mit Tricks gearbeitet und oft sind die Taschendiebe nicht allein auf Beutezug. "Beliebt ist der so genannte Rempel-Trick, bei dem ein Komplize mit dem Opfer scheinbar unabsichtlich zusammenstößt. Dadurch wird das Opfer abgelenkt, in diesem Moment entwendet der Täter Wertgegenstände aus der Handtasche", erklärt Birgit Zetinigg vom KfV die übliche Taktik der Taschendiebe.

Eine weitere, äußerst erfolgreiche Methode, ist der Eiscremetrick, bei dem der Täter Passanten mit Eis bekleckert, sich anschließend äußerst hilfsbereit zeigt und bei der Reinigung helfen will, in Wirklichkeit aber die Gelegenheit nutzt, um möglichst nah an das Opfer heranzukommen und seine Wertgegenstände zu entwenden.

Touristen sind begehrte Opfer, weil sie Bargeld, Bankomat- oder Kreditkarte, Kamera und Handy dabei haben. Außerdem halten sie sich vor allem an besonders belebten Orten auf und erleichtern den Dieben damit den Körperkontakt, da im Gedränge vor einer Sehenswürdigkeit von Berührungen kaum Notiz genommen wird.

Ebenfalls ideale Bedingungen finden Taschendiebe in Cafés oder Restaurants, wenn Handtaschen oder Rucksäcke am Boden abgestellt oder über eine Sessellehne gehängt werden. Sind die Eigentümer dann noch durch Gespräche, Lesen und Essen abgelenkt ist es für die Taschendiebe ein Leichtes, zuzugreifen.

Gewaltsame Überfälle

Meist laufen die Aktionen von Taschendieben ohne Gewalt ab. Es gibt aber auch brutalere Vorgehensweisen, wie etwa der Handtaschenraub vom Motorrad aus. "Handtaschendiebe, die vom fahrenden Motorrad oder Moped aus Passanten die Handtasche entreißen, riskieren, dass Menschen verletzt werden. Nicht selten werden die Opfer niedergestoßen oder mit geschleift. Daher sollte man keinen Widerstand leisten indem man die Tasche festhält", so Zetinigg.

Viel besser ist es, seine Wertgegenstände nicht zur Schau zu stellen und möglichst wenig Bargeld mit sich zu tragen. Geld und Bankkarten sollten getrennt von einander aufbewahrt werden, am besten in verschließbaren Innen- oder Gürteltaschen direkt am Körper. Handtaschen sollten immer auf der von der Fahrbahn abgewendeten Seite getragen werden, um vorbeifahrenden Dieben keine Möglichkeit zu bieten, die Taschen zu ergreifen.

Ganz wichtig ist, die PIN-Nummern von Kredit- und Bankomatkarte nicht gemeinsam mit den Karten aufzubewahren. Der sicherste Ort für die Aufbewahrung dieser Nummern ist das Gedächtnis, wertvolle Gegenstände, die nicht unbedingt gebraucht werden bleiben am besten im Hotelsafe. (red)

 

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    Im dichten Gedränge merkt das Opfer meist nicht einmal, dass es bestohlen wird.

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