"Billy Elliot" ist der große Gewinner

8. Juni 2009, 11:22
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Das Tänzer-Musical wird mit zehn Trophäen ausgezeichnet

New York - Das anrührende Broadway-Musical "Billy Elliot" mit der Musik von Popstar Elton John ist der große Gewinner der diesjährigen Tony Awards. Bei der Vergabe der wichtigsten US-Theaterpreise in der Nacht zum Montag in New York konnte die Inszenierung des britischen Regisseurs Stephen Daldry gleich zehn Trophäen einheimsen.

Die Auszeichnung als bestes Theaterstück holte sich die urkomische Sozialsatire "Der Gott des Gemetzels" ("God of Carnage") der französischen Dramatikerin Yasmina Reza. Oscar-Preisträgerin Liza Minnelli ("Cabaret") erhielt für ihre triumphale Rückkehr auf den Broadway mit einer Soloshow den Sonderpreis für das beste Theater-Ereignis.

Das mit Preisen überhäufte Musical "Billy Elliot" nach dem gleichnamigen oscarnominierten Film hatte schon in London Furore gemacht. In New York bekam die Geschichte um einen Ballett-tanzenden Buben aus den Kohleminen Nordenglands den Tony als bestes Musical. Auch Regisseur Daldry, Autor Lee Hall, Choreograph Peter Darling und die drei jungen, sich abwechselnden Hauptdarsteller David Alvarez, Trent Kowalik und Kiril Kulish wurden geehrt.

Elton John

Elton John musste für seine Musik zwar auf eine eigene Auszeichnung verzichten, nahm die Trophäe aber gemeinsam mit den Produzenten in Empfang. "Wir sind zu einer schwierigen Zeit hierher gekommen. Sie haben Ihren Geldbeutel und Ihre Herzen für uns geöffnet, und dafür lieben wir Sie", rief er dem Publikum zu.

Für den Broadway, die größte Theatermeile der Welt, war die vergangene Saison trotz Wirtschaftskrise die beste Spielzeit der Geschichte. Die insgesamt 43 Shows fuhren einen Rekordumsatz von fast 950 Millionen Dollar (680 Millionen Euro) ein.

Die Tonys werden seit 1947 von der US-Theatervereinigung in mehr als zwei Dutzend Kategorien vergeben. Sie bedeuten für das amerikanische Theater so viel wie die Oscars für den Film. Die bisher meisten Tony Awards hatte 2001 mit zwölf Trophäen das Musical "Frühling für Hitler" von Mel Brooks, das jüngst im Wiener Ronacher floppte. (APA/dpa)

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