Wählerstromanalyse

SPÖ rannten die Wähler davon

8. Juni 2009, 12:45
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    foto: screenshot/derstandard.at

Ein Drittel der WählerInnen gaben anti-europäischen Listen ihre Stimme - Junge ÖsterreicherInnen zog es vor allem zu ÖVP und FPÖ

Die SPÖ geht als großer Wahlverlierer aus der EU-Wahl hervor und die Zahlen der Wählerstromanalyse sprechen eine dementsprechend deutliche Sprache:

18 Prozent der ehemaligen SPÖ-Wähler vom EU-Wahljahr 2004 blieben dieses Mal zuhause, zeigt die Wählerstromanalyse von SORA. 76.000 WählerInnen wanderten zu Hans Peter Martin ab, an den Regierungspartner ÖVP verlor die SPÖ hingegen nur sehr wenige Stimmen (17.000).  Neben ehemaligen NichtwählerInnen des Jahres 2004 konnte die SPÖ auch im Pool der ehemalige Grün-WählerInnen fischen - 36.000 machten dieses Mal ihr Kreuzerl bei der SPÖ. Bei der Nationalratswahl 2008 erhielt die SPÖ insgesamt rund 1.430.000, bei der EU-Wahl nur 629.000 Stimmen.

ÖVP kann ehemalige Nichtwähler mobilisieren

Die Stimmen der ÖVP setzen sich laut GfK Austria zu 84 Prozent aus jenen ÖsterreicherInnen, die auch bei der NR-Wahl 2008 ihre Stimme der ÖVP gaben, zusammen. Im Gegensatz zur SPÖ verlor die ÖVP daher an andere Parteien nur sehr wenige Stimmen (zwischen 12.000 und 28.000 Stimmen). 68.000 der ehemaligen ÖVP-WählerInnen bei der EU-Wahl 2004 blieben dieses Mal zuhause, dafür konnte die ÖVP aber aus dem Nichtwähler-Pool 116.000 dazu bewegen, ihnen die Stimme zu geben.

HPM verliert an FPÖ, überzeugt aber Nichtwähler

Viele Wähler der SPÖ wanderten zu Hans Peter Martin ab, im Gegenzug dazu verlor Hans Peter Martin allerdings 55.000 seiner WählerInnen von 2004 an die FPÖ. 159.000 ÖsterreicherInnen, die 2004 noch zuhause blieben, entschieden sich am Sonntag für Hans Peter Martin.

Die FPÖ konnte 191.000 WählerInnen, die 2004 nicht zur Wahlurne gegangen waren, überzeugen. Darunter waren vermutlich viele ehemalige FPÖ-WählerInnen, die der FPÖ 2004 einen großen Verlust durch ihr Fernbleiben von der Wahl beschert hatten. Befürchtungen der SPÖ, dass sich besonders viele ihrer Wähler zur FPÖ hinwenden könnten, bewahrheiteten sich nicht - rund 26.000 entschieden sich zu diesem Schritt.

Die parteiinternen Streitereien rund um Johannes Voggenhuber führten nicht dazu, dass viele Grün-WählerInnen daheim blieben. 39.000 wanderten zur ÖVP ab, 36.000 zur SPÖ. Mobilisieren konnten die Grünen vorwiegend Nicht-WählerInnen.

Junge bei ÖVP und FPÖ

Das BZÖ - 2004 bei der EU-Wahl noch nicht angetreten - konnte 57.000 NichtwählerInnen und 28.000 FPÖ-WählerInnen mobilisieren. Die KPÖ und JULIS erhielten 6.000 Stimmen von den Grünen, 18.000 von NichtwählerInnen.

Die jungen WählerInnen (unter 35-Jährige) gaben ihre Stimmen vorzugsweise der ÖVP (28 Prozent), der FPÖ (19 Prozent) oder den Grünen (14 Prozent). Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise kamen vor allem der ÖVP und FPÖ zu Gute. Die Spitzenkandidaten spielten bei der Wahlentscheidung nur für die HPM-Wähler eine Rolle.

Übrigens: an die EU-kritischen oder anti-europäischen Listen (MARTIN, FPÖ, BZÖ) gingen ein Drittel aller Stimmen, das entspricht in etwa auch der Verteilung zu Zeiten der EU-Volksabstimmung vor 15 Jahren. (edt/derStandard.at, 8.6.2009)

Kommentar posten
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Hamit_Hatemi
00
20.6.2009, 15:17

Die ÖVP ist jetzt bei den letzten Wahlen konstant Erste bei den Unter-30-Jährigen.

Was wird sich die Laura Rudarsch dabei denken?

pier paolo pasolini1
 
00
10.6.2009, 07:24

Aufgrund des national geführten Wahlkampfes fänd ich es ja interessanter einen Vergleich zu NR-Wahl anzustellen.

Der Reiter
10
SPÖ Spitze

Nach Fayman kommt wieder Gusi und der wird dann nach Pepis Pfeife tanzen.

leser_3
10

Also ich frage mich woher die wissen wollen woher die Wähler kommen (also von welcher Partei) wenn die Wahl doch anonym ist ... man weiß ja nicht wer was gewählt hat, also kann man auch nicht wissen woher die wähler kommen!

Vereinfacht mit nur 3 Partein, A, B, C und D.
Jahr 2004:
A: 30%
B: 30%
C: 30%
D: 10%

Jahr 2009:
A: 20%
B: 20%
C: 40%
D: 20%

So woher kamen die 10% mehr für C. Ich sag alle 10% von A ... hoppala, könnten auch nur 5% von A und 5% von B sein .. oder 3% von A und 7% von B ... schande, so daherraten is schon echt schwer ...

Also was übersehe ich hierbei, dass so eine "Wählerstromanalyse" doch funktioniert? Und durch Gebiete eingrenzen ist noch viel zu ungenau.

True Earl Grey
00
10.11.2009, 13:18
Durch geeignete statistische Verfahren,

die es erlauben die Übergänge (=Wählerströme)
optimal zu schätzen.

skip it
11
die fragen werden hoechstwahrscheinlich...

...beim ausgang des wahllokals gestellt.

also dann ...
20
smile ... wobei man - natürlich ! - nur ehrliche antworten erhält.

Gibril
 
03

Basiert alles auf statistischen Analysen.
Vereinfacht gesagt werden prototypische Gemeinden hergenommen deren WählerInnenverhalten bekannt ist. Diese Gemeinden werden in Klassen unterteilt (Dörfer, Kleinstädte, Großstädte...).
Durch Änderungen des Wahlverhaltens in diesen Gemeinden wird dann hochgerechnet.
Und das Ganze ist erstaunlich akkurat.
Aber wie gesagt: Statistik
Man darf sich nicht vorstellen, dass da wirklich "reale" BürgerInnen wandern, es sind Kennzahlen.
- Wikipedia hat auch eine nicht ganz dumme Seite zu "Wählerstromanalyse"

sozialmarkt.net
01
Die SPÖ hat kein Profil (mehr)

Noch dazu diese sinnlose gegenseitige Anpatzerei bei der SPÖ!
Es scheint diese Anpatzerei wird noch zusätzlich von der Angst mancher Mandatare geschürt, ihre Posten und Pöstchen zu verlieren. Leider sind viele die sich
Sozialdemokraten nennen schon lange keine mehr.
Dazu sind sie schon viel zu abgehoben und haben es sich zu lange auf Kosten der Steuerzahler gutgehen lassen.
Eine echte und durchgehende Erneuerung der SPÖ ist ein Gebot der Stunde. Leider wird dies von den
"Altvorderen" noch lange verhindert werden!
Wann ist die Schmerzgrenze erreicht??
Wahrscheinlich erst, wenn die Sozialdemokratie zu einer Kleinpartei verkommen ist.
Schade, dabei könnte die SPÖ die Stimme des "kleinen Mannes" sein!




Fipo1
02
Nicht einfach ........

Eine Partei, deren Spitzenkandidat der Ehegatte einer Ex-Politikerin ist (den Job hat sie auch genau deswegen bkommen), die gerade massiv Leute raushaut und deren Ex-Finanzminister in Österreich eine Produktion schliesst und sie nach Shanghai verlagert - weil billiger - hat aufgehört, eine Arbeitnehmer-Partei zu sein. Sie ist bestenfalls eine blassrosa ÖVP, sozialdemokratisch ist sie längst nicht mehr und für jeden aufrechten Sozialisten eine glatte Beleidigung. Das war erst der Anfang des Niederganges. Es wird in dieser Tonart wahrscheinlich weitergehen. Und die Meinungsumfragen vor der Wahl sind bestenfalls ein Versuch von verdeckter Wahlwerbung und Wahlmanipulation der Großparteien und gehörten eigentlich verboten.

Eva Ulrich
00

Wahrscheinlich wärs gescheiter, Androsch hätte gleich die ganze Firma in Konkurs gehen lassen.
Dann würden wieder alle plärren, die SPÖ hat von Wirtschaft keine Ahnung.
Aber die Schwarzen dürfen Leute entlassen und werden trotzdem gewählt, weil sich die Menschen bei so viel Wirtschaftskompetenz sicherer aufgehoben fühlen.

palindromix ...
10
ich glaube der herr swoboda

ist nicht ehegatte von herrn androsch

mountaineer
00

Die SPÖ hat wieder einmal nur die Besten in ihren Reihen: Rudas: schön, jung und gscheit! - HAHAHA!

Eva Ulrich
00

Welche Wunderwuzzis hat eigentlich die ÖVP in ihren Reihen?

mountaineer
00

Bei einer Wahlbeteiligung von +- 35% kann man das Ergebnis der ÖVP (wie auch der anderen Kandidaten) getrost durch drei dividieren, dann kommt man auf den Rückhalt für die ÖVP in der Bevölkerung von ca. 12-15%.

mountaineer
22

Eine Partei mit Politikern wie Schmied, Rudas, Swoboda und Faymann ist halt selbst für die eingefleischtesten Sozialdemokraten schwer wählbar, nehme ich an.

Eva Ulrich
15

Da sind natürlich Pröll, Strasser, Fekter und Hahn ganz andere Kaliber.

Hamit_Hatemi
01
20.6.2009, 15:18

Sind Sie ein sozialistischer Krampfposter?

(PS: Ja ich weiß, dass Sie wahrscheinlich eine Frau sind.)

also dann ...
00
hmhm ... welche wähler ? zieht man die pensionistInnen ab - w a s

bleibt denn da wirklich noch über ?
- die unter 25jährigen wandern zum disco - hc
- die 25-40 jährigen entweder zur övp oder den grünen
... und da bleiben dann nur mehr die rentner über ...

sorry, ich vergass ja die rudas - das bollwerk ?!

Eva Ulrich
00

Und was ist mit den 50 - 65 jährigen?

also dann ...
00
tja ... da scheiden sich die geister. in Ö gehen die leute mit 58 in die rente...

also bleiben nur mehr die 50-58 jährigen über.
und ob hier die spö...
einen starken zulauf/oder die mehrheit hat, kann ich nicht sagen.
gefühlsmässig - eher nein.

rotkleeblatt
00

Ich zum Beispiel. Bin zwar nicht mehr unter 25, doch schon über 40 und trotzdem noch lange nicht Rentner.

also dann ...
11
danke - einer der letzten "sozial-romantiker"... der an diese truppe glaubt ?!

Eva Ulrich
00

Ich glaube auch noch an diese Truppe.
Denn ich fühl mich als Arbeitnehmerin trotzdem von den Roten noch immer am besten vertreten.

also dann ...
00
ihr gutes recht. nur frage ich mich z.b., w i e s o

bei der letzten st.reform (per 1.4.09)
die obersten 10 % mehr
als die unteren 10 % entlastet wurden . . .
von ...vermög.bezogenen steuern
(hundstorfer sprach sich ebenso wie fayman dagegen (?) aus...) rede ich ja eh nicht mal...
und dass diese steuern
- von lacina 1994 abgeschafft wurden
- und unter vranz
...einer teuersten tel.berater österreichs ...
die stifterl-vorteile eingeführt wurden, lasse ich auch beiseite...

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