Großbritannien

Schlimmste Labour-Schlappe seit 90 Jahren

7. Juni 2009, 23:44

Briten stärkten EU-Gegner und Neofaschisten

Die regierende Labour-Party hat bei der Europawahl eine vernichtende Niederlage erlitten. Ihr Anteil fiel um neun Prozent und damit deutlich unter dier 20-Prozent-Marke. Das ist die niedrigste Marke bei landesweiten Abstimmungen seit dem Ersten Weltkrieg. Auch die beiden grossen Oppositionsparteien Konservative (unter 30 Prozent) und Liberaldemokraten (etwa 15) erlitten Schlappen, weil rund ein Drittel der Wähler ihr Kreuz bei Randparteien machten.

Gewinner war wie vor fünf Jahren vor allem die UKI-Partei (rund 20), die den sofortigen Austritt Grossbritanniens aus der EU befürwortet. Neben schottischen und walisischen Nationalisten entsendet die Insel auch Grüne sowie Neofaschisten ins neugewählte Europaparlament. Welch geringe Bedeutung die Briten dem Wahlgang beimaßen, verdeutlichte die geringe Beteiligung von unter 40 Prozent.

Da bei Unterhaus-Wahlen das Mehrheitswahlrecht gilt und kleine Parteien kaum Chancen haben, lassen sich die Ergebnisse nicht auf die nationale Politik übertragen. Dennoch machten vorab hochrangige Labour-Mitglieder deutlich, dass ein Zurückfallen der Regierungspartei hinter die sonst vollkommen bedeutungslose EU-feindliche Ukip die Autorität von Premierminister Gordon Brown vollends zerstören würde.

Brown gab bei einem Treffen mit Parteimitgliedern in London zu, dass er eine „schwierige Zeit" durchmache, aber im Amt bleiben wolle. „Was sollen die Menschen von uns denken, wenn wir sie jetzt in dieser Phase allein lassen?", fragte er rhetorisch. Heute, Montag, will die Unterhausfraktion mögliche Konsequenzen besprechen.

Für Entsetzen sorgte auf der Insel der vorhergesagte Einzug von Neofaschisten ins Straßburger Parlament. Bisher sind Mitglieder der British National Party, die für die „freiwillige" Repatriierung dunkelhäutiger Briten eintritt, lediglich in Bezirksräten vertreten. „Diese Schmach fällt auf Labour zurück", empörte sich der konservative _Publizist Andrew Neil in der BBC. Labour-Europaexperte Denis MacShane verwies gegenüber dem _Standard auf den europaweiten Trend: „In vielen Ländern, beispielsweise in den Niederlanden, haben extreme Parteien sowohl auf der Rechten wie auf der Linken Zugewinne erhalten. Das wird langsam zu einer existenziellen Krise für die EU."
In Großbritannien stand der Wahlkampf fürs weitgehend ungeliebte Europaparlament ganz im Schatten der Enthüllungen über die Kassier-Mentalität vieler Abgeordneter im Unterhaus. Die „Populär-Nationalisten", wie sich Ukip selbst beschreibt, stellten für viele Wähler eine akzeptable Alternative zu den drei großen Parteien dar, deren Mitglieder allesamt in den Spesenskandal verwickelt sind. (Sebastian Borger, DER STANDARD, Printausgebe, 8.6.2009)

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mag2412
713
ja genau,

was habt ihr den bürgern angetan?

ihr habt die pensionen gekürzt,
ihr habt die arbeitsplätze nach asien verkauft
ihr fordert, dass frauen bei der jobvergabe bevorzugt werden, das europa- und die nationalen parlamente hingegen sind zu 80 % männerdominiert
ihr verbietet den bürgern das rauchen
ihr erhöht die steuern und eure gehälter
ihr beschuldigt die bürger xenophobe arschlöcher zu sein
ihr zettelt kriege an
ihr forder ein einwanderungsrecht für jeden dahergelaufenen drecksack und wir hätten dies zu akzeptiern
ihr verweigert den eingewanderten die jobs und zwingt sie drogendealer zu werden
ihr vertretet nicht meine interessen
ihr vertretet nicht die meiner nachbarn
ihr vertretet eure geldsäcke

TheNepomuk
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Es sind genau diese simplen Antworten, die die FPÖ bietet und die der einfache Wähler für richtig hält.

Leider ist es nicht so einfach.

Mike Myers
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ein schönes Beispiel dafür,

dass wahre Leistung der FPÖ darin besteht, ihren Wählern auf die Frage, wer in ihrem Leben die Verantwortung trägt, statt eines Spiegels ein oder mehrere Feindbilder (Kapitalisten, Ausländer, jeder, der sich gerade anbietet) vorzuhalten.

Schauen Sie eben auch, dass Sie zu Geldsäcken kommen. Dann dürfen Sie im Sinne der Umverteilung Steuer für FPÖ Wähler zahlen, statt sich lediglich zu ihnen zu zählen.

Mr Bunbury
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Warum lassen Sie sich dann nicht aufstellen und befreien uns von denen, wenn Sie es so genau wissen, Mr. FP-Kampfposter?

Shark Abuser
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Wann wird eine Großpartei anfangen, Rauchern gegenüber wieder ein faires Verhalten zu befürworten?
Diese Partei würde überleben.

rapidfans.at
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man sollte sanktionen gegen die briten setzen

um den anderen zu zeigen, dass es so nicht geht!

vorname nachname1
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so ein quatsch

jedes land kann waehlen wie es will.

StimmegegenRechts
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Sanktionen dann aber auch anderswo...

Sanktionen gegen die britische Regierung, weil sie nicht verhindern konnte, dass zwei rechtsextreme Abgeordnete ins EP einziehen? Dann müsste es wohl auch Sanktionen gegen die österreichische Regierung geben, oder?

Kleiner Buddha
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Ärger als FPÖ

Der Erfolg der BNP ist wirklich schlimm. Abgesehen vom offenen Rassismus waren beide Neo-EU Mandatare in der Vergangenheit Mitglieder der National Socialist Party (heute aufgelöst), sind Holocaustleugner (nennen ihn Holohoax) und Antisemiten, und wurden schon einmal wegen Volksverhetzung verurteilt.

Dante Alighieri
24

Allerdings ist die BNP machtlos da sie von über 90% der Bevölkerung und der Politiker klar abgelehnt wird. In Österreich hingegen gibt es sicher 30-60% der Wähler und Politiker die Rassismus und Neonazitum zumindest dulden, wenn nicht unterstützen.

nachtflug71
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das ist eine....

.... mutmassung, oder haben sie zahlen?

ich glaube das problem in Ö ist, dass die F von wenig informierten menschen gewählt wird. denen ist das gar nicht wirklich klar, was da abgeht. was die F natürlich sehr gut beherrscht, ist die mischung von extremen und gemässigten standpunkten. so wird zwar das extrem rechte publikum erreicht, die anderen aber nicht völlig abgeschreckt.

wenn die F (zumindest die alte) in der regierungsverantwortung ist, passieren erwiesenermassen weniger grauslichkeiten wie man befürchten könnte.

E.B.
32

in teilen von london ist bnp angeblich zweitstärkste partei. und london hat so viele einwohner wie ganz ö, nämlich über 8 mio., im städtischen einzugsgebiet sogar 14 mio. menschen.

Bernard Black
01

Frage mich woher Sie das haben, denn in London hat's fuer die BNP mit 4,94% der abgegebenen Stimmen oder 86.420 Stimmen definitiv nicht gereicht.

Quelle:
www.guardian.co.uk/politics/... s-map-2009

E.B.
00

das erzählten mir da ansässige bekannte. gemeint ist nicht die eu wahl sondern die gesinnung der bevölkerung in manchen vierteln, was sich bei regionalwahlen am deutlichsten zeigt.

Hoinz
 
20
Woher haben Sie diese Prozentsätze?

Glaskugel?

Bernard Black
01

In GB wird die BNP sogar von mehr als 90% der Bevoelkerung zumindest nicht gewaehlt. Bei den jetzigen Europawahlen haben sie sogar Waehler im Vergleich zur letzten Europawahl verloren. Nur durch den voelligen Zusammenbruch von Labour und mit Hilfe der Wahlarithmetik (laut BBC hat die BNP in absoluten Zahlen im Vergleich mit der Europawahl 2004 diesmal ebenfalls Waehler verloren) konnte die BNP in den Wahlkreisen Northwest England und Yorkshire and the Humber jeweils einen Sitz erobern.

da Maier
05

Bin dafür, dass sie aus der EU austreten, drum hab ich UKIP gewählt! LOL!!!

haha datenschutz
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Beste Idee!

Stimmt, EU-Parlamentswahlen als Casting Show: Man wählt, euroweit, die regionalen Parteien (des Landes, welches man nicht "mag"), die wiederum für den Austritt ihres Landes gerade stehen und wirft diese Länder damit raus. Farce, par excellence! ;)

Bauti11
01
wusste gar nicht

....dass es im Musterland des Parlamentarismus Faschisten in nenneswerter Zahl gibt. Dachte, so etwas sei nur in Österreich möglich? Was machma jetzt? Sanktionen?

tim tim
03
Lähmend und uninformiert

lasst euch mal was neues einfallen. euer ständiges zynisches "sanktionen"-gefasel nervt.
offenbar
1. können sie nicht zwischen eu- und nationalen wahlen unterscheiden
2. kennen sie nicht das mehrheitswahlrecht, das in gb bei den parlamentswahlen gilt, zum unterschied von eu-wahlen, wo auch in gb das verhältniswahlrecht gilt.
um in das englische parlament zu kommen, muss eine partei erstmal in zumind. einem wahlkreis die ablosute mehrheit erreichen, dann ist deren abgeordneter im parlament.
von einer regierungsbeteiligung wie schwarz-blau in ö. also noch lichtjahre entfernt. was sollen also diese abdauernden lähmenden vergleiche??

M.Honeybee
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Sofort die Insel versenken;-)

Chien de Pique
03
Ein Einzug der

BNP wäre wirklich eine Katastrophe; eine Partei, gegen die Lega und Vlaams Belang, ja sogar Front National und FPÖ, von denen keine derart offen racistisch zu sein wagt, noch halbwegs appetitlich aussehen; in einer Liga schon mit der NPD.
Da muss man der UKIP für ihre Existenz wirklich dankbar sein, sonst müsste sich Großbritannien wohl noch weit mehr genieren.

byron sully
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ukip

hat wohl eine ähnliche rolle eingenommen wie martin in österreich.

(ich persönlich find's übrigens etwas schade, daß es den libdem's nicht gelungen ist, labour zu überholen, was eine nette symbolkraft gehabt hätte)

E.B.
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naja. vorläufige mandate:
labour 11
ukip 14
bnp 4 (!)

sixela
02

Woher haben Sie die 4? Ich seh nur 2.

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