Libertas-Chef Ganley bangt um Sitz

7. Juni 2009, 23:51
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Regierungsparteien erlitten bei Regionalwahlen Niederlage

Für die zwölf irischen Sitze im EP-Parlament lagen bei Redaktionsschluss erst Teil-Ergebnisse vor. Demnach schien es unwahrscheinlich, dass der Gründer der europaweiten Libertas-Partei, der Geschäftsmann Declan Ganley, einen der drei Sitze im irischen Nordwesten erringen würde. Ganley hat versprochen, er werde im Falle einer Niederlage nicht in der Lage sein, die Kampagne gegen den Lissabon-Vertrag im zweiten irischen Referendum anzuführen, das im Oktober erwartet wird.

In Dublin deuteten die Indizien darauf hin, dass die einstige Staatspartei Fianna Fáil kein einziges Mandat erringen würde. Dieser Absturz wurde unverkennbar in den Resultaten der irischen Kommunalwahlen abgebildet, die ebenfalls am Freitag abgehalten wurden. Die beiden irischen Regierungsparteien, die dominante Fianna Fáil und ihr kleiner, grüner Koalitionspartner, erlitten dabei eine demütigende Niederlage. Fianna Fáil wurde für ihre allzu große Nähe zu dubiosen Bankern und Spekulanten während der guten Jahre bestraft. Fianna Fáil, die noch bei der Parlamentswahl vor zwei Jahren über 41 Prozent der Stimmen erhalten hatte, sackte auf einen Stimmenanteil von 25 Prozent ab (in Dublin gar auf 17), die Grünen kamen gerade noch auf 2,5 Prozent .

Erstmals in der Geschichte der irischen Republik ist die bürgerliche Fine Gael-Partei mit einem Wähleranteil von 32 Prozent landesweit zur größten Partei geworden. (Martin Alioth aus Dublin, DER STANDARD, Printausgabe, 8.6.2009)

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