Nicht mal Tschanigraben ist mehr, was es war

7. Juni 2009, 20:10
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SP verliert in burgenländischer Hochburg; 37 Prozent der Vorderhornbacher für Martin

Sie trotzen den Wahltrends der restlichen Republik. Und die meisten von ihnen tun das mit erstaunlicher Konsequenz. Etwa die Südkärntner Gemeinde Zell Pfarre, deren Bevölkerung mehrheitlich slowenischsprachig ist. Dort gewann die SPÖ 1,69 Prozentpunkte dazu und kam auf 51,69 Prozent der Stimmen. Die ÖVP verlor 7,32 Prozentpunkte und fiel auf 16,43 Prozent zurück. Die Grünen legten ebenfalls um 2,8 Prozentpunkte zu und sind mit 17,39 Prozent an dritter Stelle vor Hans-Peter Martin (10,10 Prozent). Es gibt aber auch Ausreißer unter den Ausreißern. Hinterhornbach, die ÖVP-Hochburg von 2004, schwächelte etwa diesmal: Während die Schwarzen im Tiroler Bergdorf (Außerfern) noch für 100 Prozent der Bewohner wählbar waren, sind 2009 nur mehr 86,36 Prozent der Wähler von ihrer Europapolitik überzeugt. Die Vorderhornbacher, die 2004 Hans-Peter Martin sein bestes Wahlergebnis bescherten, blieben dessen Liste auch diesmal treu: Martin erreichte hier 37, 50 Prozent, ein Plus von 5,85 Prozentpunkten. Nach wie vor in ÖVP-Hand ist Gramais im Tiroler Außerfern: 14 der abgegebenen 16 Stimmen entfielen auf sie.

Wenig und weniger

Was für die ÖVP Gramais, war den Sozialdemokraten bislang das burgenländische Tschanigraben: 80 Prozent der 35 ortsansässigen Wähler gaben 2004 der SPÖ ihre Stimme. Diesmal wählten um fünf Wähler weniger - und die SPÖ kommt auf 63,33 Prozent.

Die KPÖ setzte erneut auf Steinbach am Attersee. 2004 war das der einzige Ort, an dem die Linke Plattform die Vier-Prozent-Hürde schaffte. Heuer hieß es auch dort "leider, nein" : Nur einer von 427 Wählern gab den Kommunisten seine Stimme. Die FPÖ verlor ihre 35,83 Prozent, die sie 2004 im Kärntner Möbling erreichte, großteils an das 2005 gegründete BZÖ: Diesmal langte es für die Blauen nur für 7,87 Prozent.

Die Grünen verloren in der Stadt Salzburg 7,15 Prozentpunkte und wurden damit in der Heimat Johannes Voggenhubers auf 15,98 Prozent reduziert.
(DER STANDARD-Printausgabe, 7.6.2009)

 

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